Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 17. (22.4.1892)
- Date
- 1892-04-22
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 17. Jüdisches Litter atur-Blatt. lilMektu! «U«r •14 Mr«ffta4n imenrl«*•■ Kr• Mf Mf 4m tiakUt• •er fkll«- NfU» a«Mkl#kt•. Itkaagr&pbl•, Tkwttgf• OrititftlU, ■xafrw«, B»ll«tU. Utüfft a« P14af*cJk. Herausgegeben ton Rabbiner Dr. Moritz Kahmer. 9R.a^de&tttq, den 22. £lptit 1893. Jahrp[.n1. r 4m •(•Hh)||l|»b vtleN im Saiaot.aa w«r4aa, Ca4«a ta llw■ Blatt• 1l1c«kM4« ■•fmkaay Bai Uwaditf •«•I kN«(•••• tx«Mplar«a •rfltfl BiaiHf• kar•• 9 ratlvlaMrtt«a. Das ״JMheke Lftterstar-Blstt“ im Leipzig bei Robert Friese) pro Jahr! allen Postasstalten and Bncbbanalnngen •1 M Pf. Jbr die gespaltene Petitseile, Beilage! lohe ai erscheint wöohentlich in einem halben Bogen. Frais bei allen Buchhandlung•■ anj 8 Werk. Abonnenten der -Iameütiaehea Wochenschrift“, die vierteljährlich bei rk M>!lon, erhalten das ״Jhdisahe Litfceratar-Blatt“ gratis. — läse rate werden Sah mit SO Mark, berechnet and sind an die Expedition dieees Blattes sa sende■. anm 3:i Bnchbfeadlsr a. Lelirsr, welobe dii ect oder danui Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 Rabatt^ naih^e Inhalt: W issensehaftliche AafsStie: Joöls digten. — Biblische Legenden. IV n. V. — ein Corrnptel. Recensionen: Kracauer, Dr. J. Die Sch farter Jaden während des FettmilchVchep Oelbh ans, Dr. S. אהרן ,*TOO. Litterarische Notisen. icksale der Frank- Aafstandee. — Usksfaftsr NaekSraek aus diesem Blatts ist a fkt festatt.L onnene sagen Joels nachgelassene Predigten/) Die Veröffentlichung der nachgelassenen Predigten Joels bedarf so wenig der Reahtfertigr ng, dass die Herausgeber sich vielmehr entschuldigen za müssen glauben, dass sie den bald nach dem Hei mgange Jodle gehegten Erwartungen seiner Gemeinde! owio weiterer theologischer Kreise erst jetzt entsprechen; die Verzögernng wurde ledighoh daroh äasser», v5n ihnen unabhängige Umstände veranlasst. Der verewigte hatte selbst in den letzten Jahren seines Lebens den Plan gefasst, aanäohi t einen Band seiner Festpredigten heraaszngeben and zü diesem Zwecke einige Predigten aasgewählt. Ein fri] Tod entriss ihn aaoh diesem Unternehmt n, 14 seinen Hinterbliebenen diePäioht aut, d is Werk fortzasetzen, damit — wie unsere Weii — den stamm gewordenen Lippen im Grabe nooh Belehrnng entströme. Den Heraasgebein fiel natargemäss die pietätvolle Arbeit za, die bei der Beeohaffenkeit der Manasaripte manohe iichVierigkeit bot. Die schwer leeerliohe Handschrift des Aators konnte oit nur mit der grössten Mühe entziffert werden, und doch machten sich die Heraisgeiber eine möglichst getreueWiedergabe. des Textes tu ihrer Aufgäbe and gestatteten sioh nur bei offen b treu Schreibversehen die nothwendige Richtige tellan(;. Selbst da, wo anzunehmen war, dass der verewigte Verfasser bei der von ihm geplanten Veröffentliche ng manohen Ausdruck anders gewählt, manche Wendung anders geiormt hätte, wurde jede Aenderang vermieden, am *) Durch die Freandlichkeit ein«, der HH. £ oraqsgeber der ״Predigten aas dem Nachlass deeDr. 1L J0S1“, herajaagegeben von deuten Schwiegersöhnen, denHH. Babbinem ־>r. Eokitein- Bamberg nndZihmlich-Nhrnbergt sind wir in der Lage, das ״Vorwort“ ■n dem demnächst erscheinenden L ')and (Festeredigten) nnsem gesch. Leeem schon jetst mitsitbelen Die Predigten erscheinen im Verlege der ״Schlesisch 31 Banstand Ver lege-An *t eit* vormsls L Schottländer in B neslaja in vorsfiglicher Ausstattung. Es sind 8 Baads (נt Bind■ Fi und 1 Band Sabfaatbpiedigten) in Aassieht gana am« das eigentümliche Gepräge der JoÖl’sohen Diotäon elassene Prenioht zu verwischen. Daher wurden auch die Gebete ie ״Bhitlage“ am Schlüsse der Predigten, die sioh in den Handsohrifteu fast nie vollständig finden, vom Drucke lieber ausgeschlossen als ergänzt. So erscheinen denn diese Predigten in derselben Gestalt, in der sie von ihrem Verfasser entworfen warden; nur die Quellennachweise in den Fassnoten des Textes rühren von den Herausgebern her. Man wird es dem Schreiber dieser Zeilen nicht verdenken, wenn er naoh dieser dem Leser sohuldigen Darlegung die Feder nioht aus der Hand legt, sondern eine wenn auoh nioht erschöpfende Darstellung JoSls als Prediger versucht, um an dieser Stelle das Bild des thearen Verklärten in seiner hervornagendsten and glänzendsten Tbätigkeit festaahalten. Joä 18 Lebensgang bietet die psjohologisah merkwürdige Erscheinung da^f wie Jemand in einem Lebensberufe, den er nioht gewollt and erstrebt, ja gegen den er eine gewisse Scheu und Abneigung empfanden, sioh aaszuzeiohnen vermag. Denn Joöl hat nioht aas eigenem Antriebe den Beruf eines Predigers erwählt. Zwar hat er-die Vorbildung eines Theologen genosaen*), aber das Ziel, das ihm varsohwebte, and das er bis an’8 Ende seiner Tage als das schönste and erstreben*- wertheste betrachtete, war, wie er es einmal selbst bezeichnet hat: ״das wissenschaftliche Stillleben.* Am - meisten hätte seiner Neigung ein aoademiaohee Lehramt der klassischen Philologie oder Philosophie, die er während seiner Berliner Stadienseit mit Vorliebe betrieben, ungesagt, aber an diese damals dem Jaden nooh völlig verschlossene Lanfbahn durfte er nioht 1 denken and so begnügte er sich, das Examen pro faoaltate dooendi an machen. Mit dem Zsagnisae - eines Oberlehrers konnte er hoffen, an irgend einer jüdischen Lehranstalt, vielleicht an einer Religio nsschale eine erste Steile an erhalten, die ihm Mase• ״ zur wissenschaftlichen Arbeit gewähren würde. Da , wurde er zwei Jahre naoh diesem Examen, an dem * im Jahre 1834 eröffneten jüd. t^eolog. Seminar an Breslau als Lehrer angestellt. Non hatte er erreicht, was er gewollt: er war mit einem .Male_ mitten in ein echtes ״wissenschaftliches Stillleben“ hinein versetzt. ״Aber wen Gott za reden verartheilt, er versnobe es an schweigen,* sagte Joäl launig in einer bekenntnissartigen, leider nar fragmentarisch vorhandenen Rede, die' er gelegentlich der Feier seines,25jährige{! Amtsjabiläams gehalten. Ihm sei ea, fügte er hinan, wie einst Moses and Jeremia ergangen, die gerne ge- *) QedenkblMter sar Erinnerung aa Dr IC.־ Jo•( 8.. 11 S