Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 15-16. (8.4.1892)
- Date
- 1892-04-08
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 11-18. Jüdisches hm. ul Litteratur-Blatt. <«» rilnektu! «Il«r JatMUm mm4 J* *•)4e* Mnffa*<a llttmrlwka■ Er• 1fk«h1«1Ni aar 4tm daklata d«r Pfcllo- M|ki1 (*«Mhftekt•» llkaamak!•» Tfeco- («fl« OriiafifU, L14f8u, iMilatU, (Itaiytt «. fU1!«|lk. Herausgegeben tos zbbiner l>r.1 Moritz Kahm er. SRabde&ut^, 3e*t 8 Qi^vxt 1892. Maker 4ar 1Mkli|l|»h Lftttaraair» ««lala um lalaaU! nyaaaalt wirl—, Mn te 41mm BUM» Wifaknaa la^iitMM Ml BaNida«! m 8«Ml BaMaafaa•• baaalan• •riMft daaMlif• kan• 0 ratlfiMcrttaa. De■ ״JMisehe Lttteratar-Blstt“ enebeist w&ohentliah in einem halben Bogen. Pieia bei allen Baohhand lange» in Leipzig bei Robert Friese) pro Jabrganj 8 Mark. Abonnenten der -Imaelirienhan Wooheneohrift*, die viertaljahriioh bei allen Foetanstalten and Bnobbandlnngen 8 Hafk «»hin»», erbalten das ״JMisone Litteretnr-Blatt* gratis. — Inserate werden mit M Pf. Jttr die gespaltene Petitseile, Beilagen bnit 80 Mart, beraabnet and sind an die Expedition dieses Blattes an senden. r. welche air^ct oder darob Bnohtifcnrtlex n. Lehrer, Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 % Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aateätse: Baruoh bfinoza. Von Dr. A. Schwere, Stadtand Conferens-Babbinsr in Karlsruhe (Schass.) — Malkisidek, König von Salem Von Prof. A. H. Savce in London. — Die Blutlüge im '?almad. — Der Kalender der Babylonier. — Zar Räthselk mde Recensionen: Die Agadaderpaläat Amoräerו'onW Bacher. (׳Schloss.) Litterari sc he Notizen. — Inserate. Uaksfefter NsehSraek aus diessm Blatts Ist el ikt!estattet. Baruch Spinoza. Von Dr. A. Schwarz, Stadta Oonferenz-Babbincr in Karlsruhe (Schloss.) £8 giebt nur zwei Möglichkeiten; entweder sind die Juden aai eine übernatürliche ,Weise,] d. h. duroh Offenbarung, oder auf dem Wege philosophischer Speoulation in den Besitz der monotheistischen Idee gelangt. Man muss demnach entweder Prophetie a. Offenbarung, die in ihrem Wesen identisch sind, als eine feststehende, weltgesohiohtJiohe Thatsache gelten lass« n, oder die Propheten, wenn schon nioht als grosse J Philosophen, so dooh zum mindesten als Männer mit einem soharf ausgeprägten Denk* und Abstraotionsver mögen hinstellen; denn soviel ist wohl Jedem klar: t lan gelangt vom Polytheismus zum Monotheismus nie' 1t etwa dadurch, dass man alle Götter bis auf Einei, den man zarüokbehält, gleichsam duroh eine Versenkung versohwiaden lässt. Spinoza bringt nun, gerade weil er auf die Frage nach dem Ursprung des Mc notheismus far nioht eingebt, das Kunststück fertig, die Offenarung, soviel er auoh das Wort im Mund ג führt, als geschichtliche Thatsache zu leugnen and dennoch die Propheten als sittlich-hoohstehende Männer zu bezeiohnen. welohe nioht mittels des Geistes, sondern blos mittels der Einbildungskraft mit Gott verkehrt haben.*) Durch G16iohni68e, W orte und Zeichen hat G( tt den Propheten sich mitgetheilt; das ist ein Verkehr, den Spinoza bei Weitem nicht so hoch ansohlägt, wie er einen Verkehr zwischen Gott und dem Menschen von Geist za Geist ansohlüge, natttrlioh vorausgesetzt, 1618s dieser Verkehr eine Erkenntniss zur Folge hätte, die nioht in den ersten Gründen unsres Denkvermögen!! enthalten ist. Bei dieser Gelegenheit hat es unser Philosoph für nöthig er&ohtet, Christus einCompliment nu machen, welohes die Christenheit niemals für etwa!. Anderes, als eine leere inhaltlose Phrase betrachten konnte. Spinoza meint Christus deshalb höher als alle Propheten *) Tract. theol.-pol. oep. I u. II. stellen zu müssen, weil Christas blos von Geist zu Gleist mit Gk>tt verkehrt hat.*) Diese Behauptung Spinoza’s ist geradezu eine, jedes ehrlichen Forschers unwürdige; denn dass Christus wirklich durch den blos geistigen Verkehr mit Gott über unser Denkvermögen weithinausgehendeWahrheiten der Welt gebraoht hätte, daran hat kein Mensoh weniger als Spinoza geglaubt. Freilich fühlt er es selbst, dass er den Mund za voll genommen, aber er meint dooh den Schild seiner Philosopbie wieder blank zu machen mit der Bemerkung, dass er, was die Kirchen von Christus lehren, nicht verstehe. Ja, wenn er das nioht versteht, dann sind die Wahrheiten, wie sie die Kirohen im Namen Christi lehren, nioht blos in den ersten Gründen unserer mensohliohen Erkenntniss nicht mit enthalten, sondern auch als die Ergebnisse eines Verkehre zwischen Gott und dem Menschen von Geist sa Geist erst recht nioht anzasehen, und dann hätte Spinoaa von dem, wes er nioht versteht — einfach schweigen; müssen. Aber wer sieht es denn nicht, dass die ganze I Liebenswürdigkeit gegen Christas nichts Anderes als; eine Unliebenswürdigkett gegen die Propheten sein j will. Nun, liebenswürdig gerade mass ein Philosoph j nioht sein, wohl aber darf er aioh keine Ungereohtigi keit sn Schulden kommen lassen, zumal wenn er nioht , Unkenntniss vorsohütaen kann. Wie sollen wir es non verstehen, wenn Sp. die Thatsache nicht gelten lassen will, dass Israel eine weltgeschichtliche Mission za lösen habe? Das isr.Volk, sagt er*'), kann in keiner Weise als ein aaserwähltes bezeichnet werden, dann .nicht duroh ihren Verstand, nioht duroh ihre Sittlichkeit, sondern blos durch ihr politisches and soaiales Heil unterschieden sioh die Jaden von anderen Völkeirn. Nun gewiss, uns für besser and weiser als Andere zu halten, wäre eine unverzeihliche, läppische Albernheit, aber wofür müsste man uns Jaden wirklioh halten, so wir die geoffenbarten Wahrheiten unserer Bibel &18 blos auf unser Heil allein absielende hinstellen wollten. Es soheint geradezu nu möglich, dass Spinoza hier (die di« Stellen, an welohen in der Thora und in den Propheten von einer Weltmission des isr. *) Ibid. oep. 1 (p. 6) Ed qaamvia olare intelKgamue, Daum poaee m nnwiinihntt oommunicare, asm nallis mediie corporeis sdhibitis, menti Sibetrae suazn oeeentiafn oommunioet ettamen at homo aliqaia wola mente aliqaa penaperet, qaae in primis noetrae oogmtiome non oontinantur, nee ab jiis dedaei poesunt, eins mens praeetantior neoessano aSqae bamana Longe excellentior eeae deberet: Qaare (?!) non oredo allam ■1™ ad *■■»״*•»» perfeetionem sopra alioe perrwnisSe p—«e«■* Christum, cai Dei placite, ^nae hem 1 nee ed Mmsa , decont, eine verbie ent viekmibus, sed immediete rerelate —»r* *•) Ibid oep. p. UI 82.