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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-04-01 · N° 14. (1.4.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 14. (1.4.1892)
Date
1892-04-01
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Spnos Inhalt: Wisaeiisohaftlicbe Aataätae: Baraob A. Schwärs, Stadtand Conferena-Rabbin^r (Fortsetxang) — Eliaoba ben Aba ja-Anher. Ooldfahn. (SchL) — Erwiderug. Von Dr ReceDsionen: Schneidt Die Schmach des J1 Die Agada der palAat Amorfter Von W. B Von Dr in Karlsruhe Von Babb. Dr. B. Ziemlicn khrhunderts — eher. (Forts). üatstsgtar wpeaarasa «us ■»aas■ bislts ist a n 11 gsstaltsL m and will malimisohe ioh empört damit daa der Anta- Baruch Spinoza. Von Dr. A Schwärs, Stadt-a Oonferenz-Rabbiner in Karlsruhe (Fortsetzung.) Berth. Auerbach, dessen anpsyoholo gischen Momenten and poetischen Wahr heiten sehr reit henSpinosa- Roman Kuno Fischer*) mit Unrecht abfällig beartheilt, indem er an dem Spinoza des gemüthliohenBelletristen den Kopf an vermissen vorgiebt, Aaerbe|oh lässt 8p. mütterlicherseits von den Maaren abstami damit dis Vortellung erwecken, dass das Blat in ihm gegen den jüdlsohen Qeist habe; and ioh mass sagen der Dichter hi Hechte nnd Richtige getroffen, insofern gonismns gegen das Jndenthnm in 8p. nel ■n tiet wurzelt, als dass er ihm nicht angeboren wire Freilich die maarisehe Abstammung ist bloe Dichtung and nioht Wahrheit, aber ich glaube kühn behaupten sa dürfen, dass die Naohwirknngen des mehr 11s bändertjährigen Saheinohristenthams seiner Ahnen grade in ihm sehr mächtig hervorgetreten sind. Seine I hilosophie, soviel Unjüdisohes sie aaoh enthalten mig, erklärt keineswegs zur Genüge die Haitang welche er dem Jndentham gegenüber einnimmt. Diese Philosophie, •der meinetwegen die Philos. überhaupt, sie mag ihn immerhin über den angestammten Glaub un hinaas• geführt haben, aber die Art and Weise wie Spinoza mit dem Ohristentham ■ioh abfindet, legt, i nir wenig- *tens, die Vermathang nahe, dass er seiten Ahnen nioht gegrollt hätte, wenn sie Marrannen geblieben wären. Gewiss hat er mit siob gekämpft and gerangen, aber der Brach mit seinem Volke wäre doch nioht so schroff eingetreten, wenn er tritz seiner stillen versohlosseneD Natur sich nioht 80 Manohes, was er bei sioh ruhig behalten konnte, von zwei Mitsohülem hätte entlocken lassen. So kam <8, dass er als Häretiker betraohtet and behandelt werden musste. Spinoza hat wahrscheinlich mit seinen Ansichten nioht üoer das Ohristentham, sondern über Ohnsius nicht aarüokgehalten, and ioh glaabe nioht za irren, wenn ioh es wieder blos als Vermuthüng aassprt che, das» man in der Amsterdamer Gemeinde die Beeorgniss •) Geschieht« dar : Philosophie 1164, I gehegt, der hoohbegabte Jüngling, in dem seine Lehrer einst eine zukünftige Säule des Judenthums gesehen, 1 könnte die Tanfe nehmen. Auf diese Besorgnis» ist I das Anerbieten zarüokzaführen, welches ihm die Ge- I meinde mit einer jährlichen Pension von 1000 fl. anter der Bedingung gemacht, dass er jedweder Feindseligkeit I dem Judenthum gegenüber sich enthalten werde. Aai | Charaktere jedoch, wie Spinoza einer war, musste j dieses Anerbieten eine der beabsichtigten entgegen- I gesetzte Wirkung ausüben; er meinte, man wolle ihm seine Denkfreiheit abkaufen and er lehnte das Anerj bieten mit Entschiedenheit ab. Fanatiker freilich haben 1 diese Ablehnung als Auflehnung betraohtet nnd einer : dieser Zeloten, die za keiner Zeit and an keinem Orte . fehlen, glaubte eine gottgefällige That zn vollbringen, | wenn ez ihm gelänge den ketzerischen Spinoza au dem Weg zn räumen. Beim Anstritt ans dam Theater lauerte ihm der tollkühne Eiferer auf nnd zückte den Doloh gegen ihn. Spinoza jedoch hatte die mörde• rische Bewegung rechtzeitig bemerkt and wich au so dass nur sein Mantel durchlöchert wurde. Nun glaubte er sich nioht mehr sioher ia Amsterdam, er verliess darum seine Vaterstadt, and da er bei einem protestantischen Freunde auf der Landstrasse nach Ooverkerke Zuflucht gesucht, mochte die Gemeinde in Amsterdam erst recht bestärkt worden sein in der Annahme, dass sein Uebertritt zam Ohristentham nahe bevorstehe. Diesem wollte man insofern zavorkommen, als es wenigstens ein änagestossener and geächteter Jade sein sollte, der — in Holland wahrscheinlich zam ersten Male — sein Jndentham abschwört. 80 kam der verhängnissvolle Tag herb•!, der 6. Ab oder der 27. Juli 1656, an welchem di• Synagoge einen ihrer begabtesten and erleaohteteten Söhne, weil er vor der ererbten die von ihm selbst erkannte Wahrheit nioht verleagoen wollte and nioht verleugnen konnte, daroh den schweren Bann in die Einsamkeit hinansgestoseen. Gebannt, geächtet! ee ist das ein schauriges Wort, bei dem ans die Ohren gellen. Und doch müssen wir sagen, derSpinosa, den sie dja in den Bann gelegt, er hat wohl, ohne je einen andern za bekennen, den Glauben der Väter vorleugnet, aber er hat als Philosoph gerade die Tagend, aaf trelohe wir Jaden am meisten stolz za seiiT ein Sites Beoht haben, er hat den jüdischen Wageaad pfermnth für die Wahrheit in der glänzendatenWeiae an Ehren gebracht; and wahrlich wir sind in Vesv legenheit, ob wir es mehr als bittere Ironie oder mehr als ergreifende Trank bezeichnen sollen, dass gerade ia dkm au dam Jadenthum hinanagsstosasaaa

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