Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 11. (11.3.1892)
- Date
- 1892-03-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Jahrs. XXI. M 11. Litteitatur-Blatt. *Vb• .■Im M A V ft VI fl fl ft.V fl h fl n IIAm Jm . i.^tlalMl, MliM.la. M.l.ka Cat lilnehtai« allv JiliaHii■ ... <Ma Mn(■■« llttmtMku Kr• Mk.I>1«fn af fl■ 9.1111 41r Pkli•■ •Mkl• .•MklekU. RhMersskl•, TkM- •»*!• OrlMtall*, I111U1, Hmllttlk. Lltmrgil «. rHimtt. Herinigefeben ton Rabbiner Dr. Moritz Rahner. Qa^dz&utc, 3in 11. 01Läts> 1Sc>2. Uckar «•r .mkllfl». LlUat.lmr, w.trkt Mr MM« HfMlit W«rdM. la<M 1■ Sbua■ Blatt• •Ii|1ka4t ZwtrMk■•• IM Id.M.d••( TM SV*I BaCcMtM.» luatUrta «IU|t •i.a.ll(. kirn S r •11• luertt•■. Du pJfldUcbe Llttrratnr-Blalt“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei eilen Baohhaadlaag.a (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jabigauj 8 Mark. 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Ziemlich-Nhniberg.1) (Shluss) Aber auch der Talmud kennt da!1 Wort כנה in ethischem Sinne,' und ein näheres Eis gehen auf die Anwendung nnd Fortbildung, die es dort gefunden, wird uns vielleicht die Uebargangstelle zeigen, an der das Wort von dem jüdischen in dea christlichen Sprachgebrauch übergetreten ist. In der Mitohna, Mikwaot IX, 6 wurden nämlich die בנאים genannt, die aut eine grösser » Reinlichkeit ihrer .Kleider halten. Auf die Frage, w< >r diese □כגאי sind, antwortet R. Jochanan Sabb. 1141: אלו תלמידי חרמים שעוסקים בבנינו של עולם כל ימיהם. Frankel) verwirft diese Erklärung nnd erbliokt in den B&na'im die Essäer, die ״nach ihrem!?eichen“, der Schaufel oder dem Aeztcheu, das sie nach Josephus (J. K. II7 ,8 ,־ u. 9) mit sich geführt, so benannt wurden. So ansprechend auch die Idei tificatioa der Banalm mit den Essäern erscheint, 80 wenig kann man der Motivirnug Frank61׳s *ustimmeii. Man weiss doch naoh Josephus Schilderung, wozu die Schaufel oder das Aextcnen gedient hat: zn Reinliohbeitazwecken. Wie können nun diese Werksenge der Reinlichkeit die Benennnnng ״die Bauenden* Teoht• fertigen?' Auch ist von einer Bauthätig keit der Es• säer in materiellem Sinne nichts bekannt. Sie haben Ackerban getrieben, haben die 8tädte g?mieden nnd sich in Einöden aufgehalten; wie sollten sie da zn einer Baathätigkeit gelangt sein, naoh der sie den charakteristischen Namen בנאים hätten erha Iten können? Am allerwenigsten konnte jener Banns, von dem Josephas erzählt,“*) dass er in der Wüste lebte, sich von Früohten nährte nnd hänfig in kaltem Wasser badete, von seiner Banthätigkeit her se nen Namen führen. Aber gerade dieser Banns, der v naweifelhalt ein Essäer war,***) ist eine mächtige Sttttse >) Berichtigung In der vor Nr. S. 88» Abs. 3 ist sa lesen: Kurt deflnirt ara -Erbauung“ (st ״Anda ifct“) *) Zettaehrift f. d. redigiOeeu Interessen dee J »tatthnm• Jg. dH in dar gnmdlagenden Pkizaa .Die Eesiec“ S. 465 •י) Joeephar Vit. 8. ***/ Vgb Gesetz Geeeb. d. (f. UI, Note 10, für die Identität; der Banaim mit den Essäern, so dass dieselbe keineswegs so kurzer Hand zurückge• wiesen werden kann, wie dies von Lewy1) geschieht. Ich halte vielmehr Frankels Anaahme fest, glaub, jedoch, dass dieselbe eiuer andern Begründung bedarf Nicht wegen ihrer Schaufel haben die Essäer den Namen בנאים geführt, sondern wegen ihrer idealisti8chen Bestrebungen. Die oben angeführte Meinnng des R. Joohanan giebt offenbar die richtige Erklärung. Die Essäer glaubten sich ״mit der Auferbauang der sittlichen Welt,“ בבנינו של עולס) an be• sohähigen. Das zeigt ihr ganzes Leben nnd Wirken. Sie nahmen fremde Kinder an, die noch empfänglich für den Unterrioht waren, hielten sie wie Verwandte nnd bildeten sie in, ihren Gebräuchen1),, mit erstaunliebem Fleisse widmeten sie sioh dem Studium der Schuften, die von dem handeln, was der See!« nnd dem Körper nützlich ist*), eine heilige ,־Gemeinde zn Jerusalem hat ein Drittel des Tages auf Studium, ein Drittel auf Gebet, ein Drittel auf Arbeit verwendet4), und in welcher Weise sie stoh zum Gebete vorbe• reiteten nnd nach andachte voller Srimmnng rangen, zeigt die oben angeführte Mischna, die von den חסידים הראשנים *) erzählt. Daroh diese Gebetübangen nun, duroh ihre Ver• tiefuDg in mystisohe Stadien, durch ihr ganzes asketischen Leben, za weiohem sie insbesondere die Jagend heranzuziehen saohten, meinten wohl die Essäer die sittliche Weltordnaa g sa erhalten and sa fördern, oder gar eine neue sittliche Weltordnang, das Malahnt Sohamajim, das Himmelreioh auf Erden sa gründen and aafsabaaen so dass sie sich den stolzen Namen ״ בנאים Weltbanmeister, Erbauer and Erhalter der aittliohen Welt“ beilegen sa dürfen. Diese Beseiohnaog blieb jedoch auf dis Essler nicht beschränkt. In Palästina, dem Sitae derEssäsr, warde später jeder Gesetseslehrer בנה genannt*).׳ Diese Verallgemeinerung ist wohl sa erklären. Dann da die Gesetzeslehrer ebenfalls die sittliohe Ordnang za erbauen and sa erhalten überzeugt waren7), da ') Neabebxaisches Wörterbuch z v- כ3ה. . *) Josephus J. K. II, 8, 2. ») Da. 6. *) S. Rappoport, Biographie Kalira *«20 י״. ‘) Das» unter denselben die Buster sa verstellen sind and mit der Erzählung der Jlischn» dte Angabe dee Josephus abereiastimmr, s. bei Frankei a. a. O 8. 4*8. *) J«rasch. Magill» 74 b, Bikkarim 630. V 1)m Stadinm der Thor» ist eiae der HaupteUltsM w aittliebea WettordMwg, hat••* ea Abet t, *. DiaWWk hftrtste nur durch den Hiunh der Kinder, die da» Lahrham bftVMf“ lehrte R. Jahuda Haaaasi Sabbat 119 b.