Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 10. (4.3.1892)
- Date
- 1892-03-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Heraafgegeben Rabbiner l)r.!■•ritt Rahner. vfiebuxy, dtn 4. 9TLät& 1892, Blatt• aiacahaaS• I .»r m •■•I Baaa na —IWt« «iaaaUc• ka S ratlataeartlsa. Dm *JMiaefc• U1teretar>Blatt" erscheint wbeheatlich in einem halben Bogen. Praia bei allen Baohhendlaaffea (h Ilipiig bei Bobert Frieaa) pro Jahrgang 8 Bark. Abonnenten der -IereeliHenhee Wochenaohrift*, die TiertejjehHieb bei alUn Poatanatelten und Boehhandhmatn •Bark tahleo, erhalten das ״Jüdische LittaraWr-BUtt‘ gratis. — late rata werden sük M Pt fb die gespaltene Petitseile, Beilage■ mit 20 ■ark, berechnet and sind an die Expedition dieea« Biettee an •andern. Bnohhkadle» n. Lehrer, welche airect oder durch Bobert Friese Inserate •inaendan, erbeltaa 95 ji Babatt. Inhalt! ■ W iasenacbaftliehe Aufsätze: Andacht und Erbanung. Von Babb Dr. B Ziemlich-Nürzbcrg. — Die Jaden und da• Theater. Von Israel Abrahams h London. (Poita.) — F.liacha ben Abaja-Acher. Von Babb. Dr Ooldfabn. (Forteetxnng.) Beceneion: Die Agmda der palästinensischen Amoräer Dr. Wilhel m Bacher. (Foitaetcnng.! Litterarische N'tis. — Berichtignngen. Andacht and Erbauung. Ton Kabb.'Dr. B. Ziemlich-Nürnberg. In einem ebenso gemfitbstiefen ine belehrenden Vortrsge ,über Andacht" hat Pro! Steinthal das ־Wort nnd den Begriff Andacht eingeh md behandelt.*) Was der berühmte Philosoph in psychologischer Beaiehnn g über diesen Begriff schreibt, ist sicherlich nn anfechtbar; Besseres and Zutreffende res wird darüber ka cm gesagt werden können. Anders verhält es •loh mit seiner historischen Auseinandersetzung. Hier ist eine Richtigstellung entschieden geboten. Steinthal giebt eine Qesohiohte Ides deutschen Wortes An daont and des entsprechenden hebräischen Kawwono. Erstens sei in religiösem Sinne erst seit einem Jahrhundert gebräuchlich j Luther sage nooh von einem Herzen, das auf Böses sinnt, es sei in ,heisser Andaoht*. Die Jaden besessen den Begriff Kawwono ,seit etwa sieben Jahrhunderten* ־Weder Bibel nooh Talmad hätten die Andaoht spraohliah 'erfasst. Baohja beschreibe sie, ohne sie beim rechten Namen tu nennen, erst eia Jahrhundert später habe das, was Bach ja beschreibt, der systems tische Kopf des Maimonides ,in dem Begriffe und Worte Kawwono verdiohtet.״ D«s in Spanien gebildete fliegende Wort, dass im 16 Jahrhundert von Isak Arama als bekannt angefübit wird, wäre schon früher nach dem Orient gekommen, wo sioh die Kabbala seiner bemäohtigte, der 61 sa danken sei, dass das «chöneWcyt schliesslich nach Deutschland gelangte. 80 weit Steinthals Oesohiohte des Wortes Kawwono, die man nicht ohne Verwunderung lesen kann. Also der Talmad soll das Wort dicht gekannt und ent Maimonides esgeprägt haben?! Nun, es ist nicht allsuBohwer das- ־Wort Kawwono kantigen Bedeutung naoh and nicht bl gelehrten Freunde des Herrn Prof, geben (8. 152) — ,seinen Keim and Hohen Nahmngsstofla* im Talmad Das Wort ist unzweifelhaft, talmudiso *) Za Bibel nnd Beligiansphiloaophie S. 16 l —165. ganaen wie die Nahruogsstofi aber, oder sagen wir geradeso: die Wurzel des Wortes ist weiter hinauf in der Bibel zu suchen. Diese Wurzel heisst כין and wird im Hifil in materiellem Sinne gebraucht in der Bedeutung: ,vorbereiten, zubereiten, erriohten*, (Gen. 43, 16. Ezod. 16, ö. Jos. 4, 5 a. a. m.) Ueberwiegead ist jedoch der Gebrauch des Wortes in ethischem 8inne, wie man sich aus jeder Conoordana überzeugen kann. Za unserem Zwecke wollen wir nur auf Stellen hinweisen, in denen das Wort in religiöser Bedeutung gebraucht wird: ,Das Herz riohteu auf Gott*, so II. Chron. 30, 19'), L Sam. 7, 3*> Aber auoh in dem engem Sinne: ,Das Herz auf Gott richten im Gebete*, kommt es bereits vor in Hiob 11, 13*). Di» Ueberleitang des biblisohen Wortes in das talnaudische ist am deutlichsten au erkennen in den hier unten verzeiohneten Stellen'). Nioht lange naoh Abschloss des Kanon muss das Wort כמה bereits in Gebrauch gekommen sein, denn schon dem R FHsner and B. Akiba ist es gel&afig'). Ebenso gebraucht die Misohna das Wort (Beraohoth 13 a 0. 30 b.)*). In der Gemara nnd der sich anzohlisessndeu Lilteratnr ist unser Wort gang and gebe. Ich erinkiere nnr an das weit verzweigte Thema מצות (י צריבות כונה .בכל לבבו דבק לבו לדתש האדדדם ד .והכינו לבבכם אל ה ד אם אחה הכינות לבך ופרשת אליו כט*5 (י. •) Jer. Megilla 71, 8; vgl. Toiefta ad. Zacherm. 8. V ¬הכח לקראת אל דדך ישראל א־ר ם־מון התכוון לקראת אלחין. Berach. 31z; vgL Tosefta ■. 0 8.6. המתפלל «דיך שיסיק את לכו לבו לשמים, אבא שאול אומר סיסן לדבר תכין j?«. 10,17)■לבם תקשיב אתך יכול חרא כל הפרשה «ריבה כתה ובר דברי ר׳ אליעזר ('■ ^רל ר׳ עסיבא וכו׳ מסד אהה למד שכל הפרש׳ צריכה כונה. ביון לבו שא. — ד חסידים הראשודם וכר כדי שיכוונו r .8 לאביהם שבשמים י) Nachdem dieser Aniaatz bereits ea die Hednctiqn-j gegangen war, wurde ich durch das eben •raohisnene laWw Versetehnisa de• ״Jäd. littepdurbl.“ vom Jahre 1891 auf etwa mir entgangenen Artikel des Dr. Landau-Zftrich ״UabariVM^h Andacht* (LhL N. 91) aufmerksam, io welchem 8kemthaTs Behanptaag unter Hinweis auf dia ■am Tbeil auch : geaogenea Stellen berichtigt wird. Indes•, da fT־ כחנבאים כסגנון אחד, •o habe «h •■oh dm bi! meiner Aoaführnngen in der arsprüngtiehan naMg beetehM leeesn. Uebrigana iet Landau'■ Aaa&ma 4ees A Akiba dm., älteste Tanaite aai, dar da• Wort JTJO ■sbtaneht, irrig,_da •»■ bereits ■einem Lehrer B. Wiieeer k Byita Denn dieser ist B. Akibe’a Oontrnramiet an asmsilbrtan Stelle Barzah 13a (Vaqrf Frenfeal Ifftohn» 8. 79 and dessen Monats *ofcr.VL 8. 186), ssathnec Laadaa’s, da« B Akiba der SoWpfer d sei, ist demnach unhaltbar.