Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 8. (19.2.1892)
- Date
- 1892-02-19
- Page
- Seite 32 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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Litteraturberieht. Hecensionen. Zunzt Dr. Die gottesdienstlichen Vorträge der Juden historisch entwickelt Ein Beitrag zur Alterthumskunde und biblischen Kritik, zu Litteratur- und Religionsgeschichte. Zweite nach dem Handexemplar ' des Verfassers berichtigte und mit einem Register ▼erj mehrte Auflage, im Aufträge der Zunzstiftung herausj gegeben von Dr. N. Brüll1. Frankfurt a. M. Verlag von | J. Kanffmann. 1892. Wer heute noch in weitschweifiger Weise über \ die Bedeutung von Zunz’ Gottesdienstlichen Vorträgen spricht oder schreibt, muss mit Hecht gewärtig sein, der Phraseologie geziehen zu werden: diesem Werke gegenüber sind die Redensarten: ״es ist eine That, es ist epochemachend, es bedeutet eine Inauguration der jttd isihen Wissenschalt״ wirklich nachgerade banal zu nennen. Die erste Anflage erschien bekanntlich 1832; die Forschungen haben seitdem bedeutsame Ergebnisse zu Tage gefördert, 80 dass Vieles in dem Werke antiquirt erscheint; jedoch hatte Zunz wenig Neigung eine m aterielle Revision vorzunehmen, wie wir aus der uns vorliegenden zweiten Auflage ersehen, deren Herausgabe veranlasst zu haben, als eine verdienstliche That des Curatoriums der Zunzstiftung anzusdhen ist, da die erste Auflage völlig vergriffen war Der Herausgeber Dr. N. Brüll wurde leider während der Drucklegung vom Tode ereilt, södass die Vorrede von Dr. Moritz Steinschneider, der mit Zunz eng verbunden war und der in dessen Geistesleben und Charaktereigenthümlichkeiten, wie nur Einer, sich vertieft hatte, verfasst worden ist. Diese Auflage ist lediglich das gedruckte Handexemplar von Zunz; wir können hierbei nicht die Bemerkung unterdrücken, dass die Pietät gegen den Verf. etwas zu sehr auf die Spitze getriebenist, wenn zahlreiche Noten des Handexemplars — fast auf jeder Seite — die mehr für den Setzer bestimmt waren, nicht im Texte selbst berücksichtigt worden sind. Man denke sich diesen Wirrwarr, wenn dieses Princip auch bei einer etwaigen 3. Auflage obwalten würde. Ausser der von Zunz verinehrteu Anzahl von Belegstellen in den Noten und .einigen Berichtigungen finden wir an der L. Aufläge sonst nichts verändert. Sehr interessant .ist eine neue Note auf Seite 420 der 2. Auflage zu der Behauptung, dass der Sohar wohl erst circa 1300 verfast und zum Theil aus sehr juagen Schriften compilirt sei: .״Beweise bei Ari naubem u. s. w., die stärksten aber schlummern noch bei Rapoport und mir.“*) Von besonderem Werth erweist sich bei der neuen Auflage die Concordanz der Seitenzahlen, ״da das klassische Buch unzählige Male nach der 1. Aufläge citirt ist‘‘, wie Steinschneider im Vorwort bemerkt. Der Verlagshandlung gebührt volle Anerkennung für die vorzügliche Ausstattung des Werkes. Sp. (Es wäre zu wünschen, dass das Curatorium der Zunzstiftung eine Anzahl von Exemplaren vom Verleger erwerbe, und sie zu ermässigten Preise weniger bemittelten jüd. Gelehrten zur Verfügung stellte; wir geben in diesem Vorschläge einem uns mehrseitig ausgesprochenen Wunsche Ausdruck, durch dessen Er- *) Graetz hat in der grossen Kote 12 za Band VII (Seite 487—60) das Material über die' Autorschaft des Sohar ertchöpfend zusaimnengeatellt nnd die Frage zum Abschluss gebracht. (Red) füllung das Curatorium sioh den Dank mancher emsiger Gelehrten in Rabbiner- und Lehrerkreisen erwerben würde. __ Red.) . Litte reurische Notizen. Zur Mtbselkurde. Aus Brüll’s Jahrbuch theile ich noch ein Räthsel nebst der Lösung Brüll’s (die aber in keinem Falle eine Lösung zu nennen ist) mit und bitte die geehrten Leser d Bl. ihren Scharfsinn aufzuwenden und die richtige Lösung zn finden. מלך בהיכל ראה בדלתו <־ל, צורו כצורתו ופניו «י לביא קרא ואמר לו פה אמך היתד., ענד. והשיבו לא היא אבל אבי. Hierzu bemerkt Brüll: ״Der Sinn dieses Räthsels ist ziemlich unklar Es scheint, dass der Name des vierten Bachstaben des hebräischen Alphabets, der, ganz ausgesprochen, deleth (Thüre) aber auch in der abgekürzten Form dal (arm) lautet, dessen Gegenstand ist. Es hätte demnach folgenden Inhalt: Ein König sah in seinem Palaste auf der Thüre (lür בדלתי ist בדלתו zu lesen) den Bnchstabe Deleth aufgeschrieben, dessen Form ihrer Gestalt ähnlich ist. Da riet' er ihm zu: ״Deine Mutter war hier“ (der Buchstabe hat, nämlich seinen Namen von דלת fern. Thürei: der Buchstaben antwortete: sie war es nicht, aber mein Vater.“ (דל, der andere Namen des Buchstabens ist maac.) Das Löwengesiebt ist diesem Buchstaben wohl mit Bezug auf den weit entfernten Abstand seiner Endspitzen beigelegt.“ L Cohen- Rees. Rom. In der hier erscheinenden ״Accademia dei Lincei“ veröffentlicht Dr. Neubauer, interessante, die Frauen betreffende, hebräisch-italienische Texte In diesen verfolgt er die Litteratur tür und gegen die Frauen seit der Zeit der Zeit des Judah bar Sabbatai Levi aus Barcelona, welcher zu Beginne des 13 Jahrhunderts eine Abhandlung gegen die Frauen schrieb. Im Jahre 12IO erschien eine Gegenschritt, aber nicht so wichtig als die des jugendlichen Jedaja aus Beziers vom Jahre 1300. Piese Litteratur fand ihren Weg nach Italien gegen Anfang des 15. Jahrhunderts. Dr Neubauer veröffentlich gegenwärtig 5 Gedichte, deren erstes gegen die Frauen gerichtet ist; das zweite führt den Titel ״Anweisung tür Frauen“; in dem dritten ist das Italienische unabhängig vom Hebräischen; das vierte scheint von den Leiden der Verheiratheten za handeln: das fünfte ist eine Sat vre auf die Frauen nebst Entgegnung In allen diesen machten die Verfasser nach Herrn Dr Neubauer’s Bemerkungen einen freien Gebrauch von der italienischen Sprache des 10. (?)Jahrhunderts.—Wie derselbe ferner bemerkt, tilgte Nathan ben Jechiel aus Rom gegen Ende des 11 Jahrhunderts seinem Atuch Glossen in italienischer Sprache hinzu. Es freut uns, zu vernehmen, dass diese Glossen veröffentlicht werden sollen. 2. Der Recensent der ״Geschichte der Gemeinde Beuthen“ von Dr. Kopfstein (in Nr. 5 des Lit Bl.) hielt es mit Recht für fraglich, ob M J. Freund (der Grossvater meiner Frau) der erste dort׳ge Rabbiner war. Aus den Responsen des ehemaligen hiesigen Rabbi Mendel Krochmal (צמח צדק Nr. 106) ist ersiehtlieh, das bereits im Jahre 1657 dort eiae geregelte Gemeinde bestand, und vor dem Rabbinat (בית דין) ein Zeugniss in Eiieangelegenheit abgelegt wurde. F.-G. iReue Auflage! &od)t>ud) Soeben erschienen und zu befüt idracl. ftrsuta ziehen durch den Herrausgeber uem Mcbftfa Höolf geb. Drlntmattn und die Kauffmann’sche Buch- Jctytlt, bunt) 100 9Ütje(1te wr1־handlung-Frankfarta M. und die mehrte unb otvbtffette auftage. lEhrenwerth'sche Buchhandlung- (Sieg, gebunbett. Preis X, 8.60. in Posen al« ooriügltd) aitfrtannt. 71 אברהם“CT “SET Sranffurt a. 9K. [5155 J J. Kanffmann, *erlag. V0R oberrabb. Abr. Bing לצ״ל ———————>——— in Würzbarg, mit Anmerkungen Soeben im Selbstverläge er-l von schienen u. durch deu Verlasser!Bab. Ir. Iinkergtr, Schwersenz. zu beziehen: Preis 1,50 Pfg. דבלי חכמים וחדותם Sprüche der Weisen nebst Erläuterungen von Harcna Weinrnnnn! in Wien II, Herrn in engaase 6. 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