Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 6. (5.2.1892)
- Date
- 1892-02-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches Jahrs. XII. Litteratur-Blatt. rar Baltarktaag •Her J«d«Dtbo*1 «ed Jade■ betreff «ad?» Jltt«r«r18rh?■ Er• •efc«U«Mgca •»f iraa tiafeUt« der Philo• lopkl• ttesehlehte, Itkaograpkl«, Ihr• legle OrirvtaJIe, Kxirii(, HoailatU, LltargU ■. Pide^ofli. Hor&asgegeben ▼OU Rabbiner Dr. Moritz Kahmer. din §. (Fz-ßtttat• 1892. Blekw Sw ׳*sekUtl(*!. Llllanur, «tick• W MHtin nnudi war*«., hl« la Uiaw Kl.tt« .(■!««1( BMprwka.x. M kl.M.d.ar aaa a w a 1 Baaiaalaa.• Bzahplaraa «rftl|t «!■«.Uff. kara. t ratia• laMTtlaa. Das ״Jüdische Lltterator-BlaU“ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buohhandlangen (in Leipzig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Bark. Abonnenten der ״Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei allen Postanstalten und Bnchhandlungeß 8 Bark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit 88 Pf. für die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 80 Bark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes za senden. Buchhändler u. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 yC Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Die Teafelsidee und das Jadenthum. Von Dr. M. S teck|01 m ach er-Mannheim. (Fortsetzung.) — Scherna’8 Responslun über di Opposition gegen die Geonim Von Dr. A Knjminka•Berlin — Zar Rathseikunde. Von L. Cohen-Rees a Uh Li tteratnrbericht. Recension: Pa^im ־ A lmanach. Heraasgegeben von A Goldstern. Litterarische Notizen.— Inserate. | als seine eigenen Werke gelten müssen, macht ihn zum selb st willi gen Urheber des Todes, and lässt alle diejenigen ihm za eigen 8 נ in, welche seines Theiles sind, d. h. welohe von Gott sioh abgewendet. Wir haben also thatsäohlioh den gottgegnerisohen Teufel vor ans, dem die sündige Erde, sowie das Reich des Todes unterworfen ist. Uaben wir es aber hier wirklioh mit einer unter den damaligen Jaden weitverbreiteten Ansioht au thuu? — Die Teufelsidee und das Judenthum. Von Dr. M Steckeim&che^-M&nnheim. (Fortsetzung.) : Bevor wir indess zur Gemara weiterschreiten, um zu erweisen, dass auch diese, wenngleich sohon dem Geisterglauben zugänglicher, doch von der Idee eines absolut bösen Princips, eines gottgegnerischen Geistesfürsten, weit entfernt sei, müssen wir eineu Angenblick bei den apokryphisohen Schriftstellen verweilen, auf welche man sich eigentlich allein beruft. Welches sind zuvörderst diese Stellen? Man nennt: Weisheit 2, 24,1 To bi 3, 8 und 6. Man erwäge den beträchtlichen UmfaDg der Apokrypben und artheile, ob sioh in| ihnen eine so tief das Gemütsleben und die religiöse Weltanschauung berührender Aberglaube in 80 winziger, kaum fassbarer Weise wiedergespiegelt hätte, weDn er in der That nnter den damaligen Jaden eiki herrschender gewesen wäre! Man denke dabei zugleich daran, wie das N. T. auf fast jedem Blatte vom Teufel sprioht! Doch sehen wir uns die Stellen genauer an. Im Bnche der Weisheit 2, 24: heisst es: ״Aber daroh den Neid des Teafels kam dsr Tod in die Welt; diejenigen erfahren es, welohe seines Theiles sind.“ Das Baoh der Weisheit stammt ntoh der verbreitetsten Ansioht (S. Grätz III Nots 3, 11 and Gatmann, die Apokryphen S. 10) ans der Zeit Ihilo’s. Ist nun die Stelle ächt, gehört sie dem jüdisoh-alexandrinisohen Autor an, so wäre sie in der That verfänglich. : Denn wir hätten hier zum ersten Mal nio 1t nur den Namen, sondern auoh die Idee des Teafels im per8i.׳j0hem und nentestamentlichen Sinne in voller deter Entwicklung vor uns. Nioht blosses vollstreokendes Werkzeng für die Uebel, welche Gott über die Welt ans kreisen Gründen kommen lässt, als weloh ss wir bisher den Satan kennen gelernt, nein, ein eigener, ihm innewohnender böser Drang, der Neid, treibt den Teufel su seinen bösen Werken an, die dadnreh zagleioh Wir haben gesehen, dass das ganze Alte Testament von derselben frei ist.*) Ebensowenig haben wir Aehnliohes in der Misohna wahrgenommen. Auoh die Gemara wird sich, wie wir bald zeigen wollen, von 8010h aasgeprägtem Dialismus vollständig unberührt erweisen. Erwägen wir endlich, dass uns in dem 19 starke Capital umfassenden Bnche der Weisheit ausser der fraglichen Stelle keine Spar einer ähnlichen Anschauung begegnet, müssen wir nioht unwillkürlich zu der Annahme gelangen, dass wir es hier mit einem späteren Einschiebsel aus ohriet- Hoher üand zu thun haben, ähnlioh dem, wie es Grätz (Gesoh. der Jaden 3. AafL Bd. UI S. 630) in dem darauf folgenden Cap. 4, 1 and Cap. 14, 7 naohgewiesen hat? Was ans in dieser Vermathuag nur bestärken muss, das ist die Betonung eines Erlösers aas der Unterwelt (V. 1) sodann die oftmalige Hervorhebung des Gottessohnes, der nachdem Aussprach dar Frevler mit Gott, als seinem Vater, prahlet, und in Bezug auf den die Bösewiohter 8prechen: ״Durah Gewaltthat und Marter lasst uns ihn prüfen, damit wir seine Sanftmuth erkennen. . Za einem schmachvollen Tode lasst ans ihn verdammen; es ist ja Einer, der aaf ihn siebt, wie er spricht. “ Doch wir wollen lieber, da aaf dem an gezogenen Vers die ganze Last der Behauptung ruht, dass die orasse Dämonologie des Neuen Testaments von dem naohexilisoben Jadenthum stamme, denselben in seinem ganzen Zusammenhang dem Leser vor Augen stellen. 1״. Denn sie die Gottlosen sprechen zu sioh selbst: . . . ״Kurz und mühvoll ist unser Leben, es giebt kein Heilmittel gegen den Tod des Menschen״ und der Erlöser von der Unterwelt ist nooh *) Die Bemerkung Kohat’• (Jftd. AngeL S. 10 Note 4), dass in Hieb 18, 18, 14 and 88, 82—84 dar Tod als persönliche Macht gesehildert sei, die selbatwilligTodeabotananAchiok^ ist durch nichts erwiesen. Es ist hier in Wahrbeit nur von Todesboten, die die göttliohe Strafe vermitteln, im Sinne dea spateren 1מלאך 110.1־ die Rede. I 1