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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-01-29 · N° 5. (29.1.1892) · p. Seite 20

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 5. (29.1.1892)
Date
1892-01-29
Page
Seite 20 (sequence 4)
Language
German
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_ 20 — Litteraturbericht Recensionen, Kopfstein, M. Dr. Rabbiner, Geschichte der Synagogen-Gemeinde in Benthen O. S. Druok von V. Nothmann, Beathen. 1891. £8 ist einleuchtend, dass Monographien, die nns | die geschichtliche Entwiokelang der jüdischen Gej meinden vorführen, für die Geschichte der Jaden im ן Allgemeinen von grosser Bedentang sind, besonders! darch die Herbeiziebang von arohivalischen Urkunden, ׳ denen die meisten Forscher einen Plate, in einem | Anhang als Koten anweisen. Herr Dr. Kopfstein j befolgt diese Praxis nioht, sondern verwebt die Ur- I künden in den Text; unseres Erachtens trägt die , vorliegende ,Geschichte der Synagogen-Gemeinde in ׳ Beathen* mehr den Charakter eines Verwaltangs-1 Berichts als einer streng wissenschaftlichen Arbeit, i Wir können aach nioht annehmen, dass der Herr! ־Verfasser in dem Glauben lebt, 'über ein erschöpfen- ן des Material za einer Geschichte der jüdischen Ge- , meinde Benthen verfügt za haben, obwohl dann rieh-! tiger der Titel lauten musste: Zar Geschichte etc., : wie z. B. G. Wolfs ״Zur Geschichte der Jaden in ' Worin8“ mit 113 Seiten and Güdemann’s ״Zur; Geschichte der Jaden in Magdeburg“ a. 8. w. — Für das Alter der Synagogen-Gemeinde Beathen; als solche kann der Verf. keinen sicheren Beweis er- 1 bringen, da die beiden ältesten Grabsteine aas den i Jahren 1743 and 1750 anf dem alten Friedhofe keinen | genügenden Anhaltspunkt za der Feststellung bieten, I wie der Verf. wohl mit Recht meint. Die Schrift handelt dann zaerst von den jüdischen Ansiedelungen in Beathen von Seite 2-15, die fast nur Verfügungen I von der gräflichen Familie Henckel von Donnersmarok, | unter deren Regime die dortigen Juden bis in die | ersten Jahrzente unseres Jahrhunderts stehen, bringen,! Verfügungen, deren Werth ziemlich illusorisch ist. : Der Verf lässt hierauf den alten jüdischen Friedhof : als einen ,massgebenden Zeugen“ dafür auftreten, : führen weise, als dass das einzige nooh jetst zußeoht bestehende Statut aas dem Jahre 1854 stammt, and welohe Städte beziehungsweise Dörfer jetzt and früher zum Synagogenbezirko Beathen gehören. Aaf kaam 2 Seiten geschieht das! — Von Seite 26—28 werden aktenmässig ״die Namen and die Anzahl der hier wohnenden Jaden“ aus dem Jahre 1811 aufgezählt. Von aotaellem Interesse ist es, dass darunter ein M asioas, ein Sohlosser, ein Sohohmaoher, eia Posamentier, eia Weber, ein Seifensieder, ein Todtengräber und ein Glaser figuriren. Es folgt eine statistische Tabelle über die Seelenzahl der Gemeinde von 1811 (255 Seelen) bis aaf 1885 (2290 Seelen) and eine genaaere Darlegnng des Gemeiadeetats pro 1815. Von Seite 31— 42 finden wir eine Charakteristik der Rabbiner in Beathen, beginnend mit dem ersten (?) Rabbi Moses Israel Freund, der 1790 sein Amt antrat, weiter Rabbi Mendel Cohn, Rabbiner Israel Deuts oh, Rabbiner JakobJecheskel Le vy, Rabbiner Dr. Rosenthal, jetzt in Breslaa, dessen Naohfolger der ־Verfasser dieser Schrift ist. — Die erste Synagoge, von der dann gesproohen wird, ward 1810, die neae 1869 eingsweiht •r es wird hierauf über den neuen Friedhof referirt au d von Seite 46 ab die Thätigkeit der einzelnenVerei ne, Krankenpflegeand Beerdigangsverein, Talmud-Thoraverein, Frauenverein, Armen - Unterstützungsverein, Verein zur Beförderung der Handwerke, Gesellschaft der Jugendfreunde, Ohewras Ez ahajim, Israel. Jangfrauen-Verein und Verein gegen Wanderbettelei, (von dem Herrn Verfasssr ins Leben gerufen) gesohildert. Dürftig ist wiederum der vorletzte Abschnitt, S. 56 : die Schale, worin wir nioht einmal den äugen blickliehen Schülerbestand erfahren und gerate die Sohale ist ja der wiohtige Faktor einer Gemeinde, sie birgt die Zakanft der Gemeinle in sioh. So viel wir wissen ist das jüd. Schalwesen in Beathen in Blüthe, and hat sich besonders das ehemalige Vorstandsmitglied, der Dr. med. Arno Rabmer, am dasselbe, sowie am die Synagogenand Gebetordnung grosse Verdienste erworben. Den Sohlass bildet das Capitel*. ״Verdienstvolle Männer“ (S. 58—64\ deren 3 gedaolit werden: Commerzienrath Moritz Friedländer, Stadtrath Midass sich ,allmählich, wenn aach langsam, doch ein; kleineres jüdisches Gemeinwesen herausgebildet hat.“ ן Dieser Friedhof bildete Gegenstand eines mehrjährigen : Prozesses zwischen der Gemeiude and der Familie Boehm, die als alleinige Eigenthümerin sich gerirte, bi8 1789 obrigkeitlich znGauslen der Gemeinde entschieden wurde. Aas dem Friedhofstreit zieht der Herr Verfasser folgende Schlüsse: 1) dass im Jahre 1782 mindestens 23 jüdische Familien in Beathen gewesen sein müssen, and 2) dass in demselben Jahre eine Betschale im Boehm’schen Haase bestand and zwar, wie er glaabt, die erste. Als erster Beamt er wird der 1808 ▼erstorbene Mordechai Chasaa erwähnt, was ans jedoch nicht recht glaubwürdig erscheint, denn es entspricht nicht dem historischen Entwickelangsgang des jüdischen Gemeindewesens, da schon in nralten Zeiten wenige jüdische Familien eines Dorfes sich einen sogenannten Melammed hielten. Mit einigen allgemeinen Bemerkungen über die Besser- Stellung der Jaden im Anfänge dieses Jahrhunderts, and der Anfzäblang derjenigen Glaabensgenossen, die während der Freiheitskriege sieh hervorgethan and derjenigen, die ein städtisch-bürgerliches Ehrenamt bekleidet haben, schliesst das Capitel mit dem Jahre 1845 ab. Einen geradezu lakonischea Eindraok macht dann der auf Seite 24 beginnende Absahnitt mit der Ueber8chrift: Die jüdische Gemeinde, für deren Constilairang der Verf. die Zeit zwischen 1770 and 1780 annimmt, wobei der Herr Verf. nichts weiter anzaohael Gattmann und Rabbi Moses Gattmann. Hat. das Schriftchen aach keinen wisseasohaf tliohe a Werth—es ist nicht einmal daraas ersichtlich, ob der Verf. die im ״Orient“ (Jahrg. 1848, Litteraturbl.) enthaltenen Aufsätze ״über die Jaden in Beatheu“ benutzt hat — so ist es doch immerhin eine Aaregaag für fernere Arbeiten auf diesem Gebiete.*) Sp. Littterarlscho Notiz. Im Anschlüsse an meine Recension Uber Dr. Back’s ״Eliseha ben Abaja-Acher ‘ in vor. Nr. bemerke ich, dass Josef Karo, weleher in seinem Commeatar Kessel Mischnah zu Maimoides’ Jad hachasakah (Hilchoth Ackum 2,5) den Elischa b. Ab. als (אפיקורס ״ (מישראלeiner Epikaräer jüdischer Glaubensgemeinschaft“ anführt, meiner Ansicht über dun der religiösen Skepsis wegen verfolgten Geistesheldea einen festen Stützpunkt bietet Dr. N. *> Eine bessere Correctur, besonders des Hebräischen, wäre erwünscht gewesen; so fielen nns S. 6 t in der Grabschritt aaf den sei. R. Moses Gattmann in einer Zeile (6 v. u.) z wei Fehler aaf מעז יהוח statt כאן יהבך); der Plural voo ישיבה ist ״Jeschiboth“ nicht Jeschibas, wie der Verf, 3. 63 schreibt. » Gkiflüiel-Venasd- 3 3 Oueklft. i? *■ J.Coha 9roftft*iDK9t. 3 S empfiehlt als Zpertalitäf: E׳ יfeite, frijd) gefd)lad)tete Asf<$tt*@lnf« ,unb ®att«, 9 $rtma»{3aare-i1 $fb. *ä $fg. £ 43. in $oftcolltä franco Sadjnaljmc. S s Sei SefteQung bitte ftdj gefl. 3 jü auf biefeä Statt ju 6e$ie$en. r , Weldenslaufef riaillllOSFabrik: Berlin friedriek-Str. 17a. 10 -20'/״ Preis-Ermässigang. | lllastrirter Preis-Courant gratis. In vor. Nr. S. 16a. Z. 15 v. u. ist statt ״Verhaltung“ za lesen ״Vergeltung“, Z. 32 v. o. ״der“ st. ״des“ u. Seite 16b. Z. 9 v. o. ״heroische" st. ״historisch•“. Vwantwori. Redactear Dr. Rabmer, Magdeburg. Druck: 8 endix & Hahn (tr. D. L. iVolü) Msgdebirg. Verlag :S3b. Friese, Leipzig

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