Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 21 (1892)
- Issue
- N° 5. (29.1.1892)
- Date
- 1892-01-29
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 5. Jüdisches Jato*. HL Litteratur-Blatt. lar Mnektu! aU« JilMth» «■4 Jiifi feitnltal«■ IlttmrlMkia Vr- •ckcfiMfW Mf 4rn 6 «felgt« 4m Fbllo* M»kJ« ««Mkkkt«, ItkMgn^kti, Tk«o• l«fl• OrlMtalia! lugrn, BialUtlL, LJtanft m. PU1|«flk. Hennsgegeben 1 ׳ ▼on ■ Rabbiner Dr. Morl(x Rahmer. 9T£a<j9ä6wKj, 20. «Jatu»a« 1802. >U> *m •wUSsts». llUMir, «•Ich• 4m MmIim!■!«ait v«Nn, 114« ls 41«— Blatt« •I«ff«fc4a4• B«»r—M>< lat Bmaii•! tm sv41 KaaaiaiMi* tK4a1|Ur« «rffeict a(1«all« kiraa « rfttla-Uscrtt«■• Das ״Jüdische Litteratar-BUt (in Leipzig bei Robert Friese) pro; allen Postanstalten nnd Buchh&ndlangei M Pf. für die gespaltene Petitzeile, Be BaohbSndler u. Lehrer, welcl “ erscheint wöchentlich in einem halben Bogen. Preis bei allen Buchhandlungen ährgan j 8 Bark. Abonnenten der .Israelitiseaen Wochenschrift“, die Vierteljahr)ich bei S Bark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteratur-Blatt“ gratis. — laserate werden ait lagen mit 20 Bark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes 1a senden. 8 direct oder dnrch Robert Friese Inserate einaeuden, erhalten 25 % Rabatt Inhalt: Wissenschaftliche Autoätze: Die Jadenthum. Von Dr. M. Stecke (Fortsetzang.) — Ueber den Jwein Voq Dr. S. Gelb ha as, Rabbiner (Fortsetzung) — Biblische Legenden Manascripte aus Yemen. Von Dr. Rabbiner in New-York. Li tteraturberioht. Recension: Ki Rabbiner der Synagogen-Gemeinde i Litterariscbe Notiz.— Inserate. Teafelsidee und das lmache r-Mannheim. Hartman’s von Ane. ind Prediger iu Prag. TI. Nach einem alten Alexander Ko hat, lofstein. M Dr. 1 Beuthan O. S. Ist demnach der wahre Inhalt des jüdischen Canon weit von einer eigentlichen Teafelsidee entfernt, so entsprioht die Auffassung mancher Stelle im Sinne jener Idee gar wohl dem Gedankenkreise, in weloliem das N. T. sioh bewegt. Denn hier finden wir den Begriff des Teufels, in moralischem Sinne vollkommen entsprechend dem persisohen Ahriman, aasgebildet. Er heisst nioht nur im Ansohlass an den alttestamentarisohen Satan, Versucher der Frommen, oder Ankläger der Menschen (Luoas 22, Die Teufeisidee und das Judenthum. Von Dr. M Steckelma chen-Mannheim. (Fortsetzung) Treffend endlioh ist auch R^> Zusammenstellung der Ansichten der in Zaoharia schon als A Man habe im Satan bei Zaohar Ahriman oder dooh eine Naohbilc blickt, und letztere wird kaum obschon zugleioh die Wirkung Princip8 in die Augen springen m überwältigenden Kraft dieses es der Zaoharia’sche Satan zu keine! satz zu Jahve, dessen Maoht all! ist, sondern er tritt nur als Ankli volks auf, dem sich Jahve's gerade weloher Satan hindernd in den ־־ Es handelt sioh aber hier um zwischen Ormuzd und Ahriman und Satan ist auch bei Zaoharia des Outen an sioh, es ist ihm vieln|1< zu thun, . . . und nur insoweit 8 mit dem Uebel, als dessen Verwirk Li Wesen gehört. Er ist also wesentli! Vollstrecker des göttlichen Zorns, getretener Gnade weiohen und dies?: ohnmäohtig erscheinen muss. Er von Jahve abhängiges, ihm unterg! seine Wirksamkeit durch die göttlij>l dingt.‘ Wir fügen an diese alt. bibL Satan von Seiten des ohrik nur nooh bestätigend die Erinnerun ן, bei Hiob’8 eingetretenem Unglüok lisohes Gelächter des Satan, der anlasst hatte, vernahmen, nooh Wiederherstellung Satans Betrübnis ist also an sioh nioht böse, 'keil sondern nur göttliohes Werkzeug, fördern.*) *> Vgl. auch was Kohat in seiner bibl. Zeit“ Überzeugend naehweist (S. 1 l«1n We, skoffs (S. 193 f.) über den Satan, nkläger auftrilt. den persischen ung desselben eru verkennen sein, des jahvistisoheu ss. Infolge der Prinoips bringt m directen Gegeneine wirkliche äger des Bandeszugewendet hat, 1g treten möohte. keinen Kampf wie m den Menschen, nooh kein Feind ehr um die Strafe t er in Beziehung ohung zu seinem oh Strafengel, der aber bei einr gegenüber ganz ist ein durohaus Ebenes Wesen und he Zalassung be- Auffassung deB tliohen Gelehrten ■, dass wir weder eia mephistophe- 400h dasselbe verauch bei Hiob’s s gewahren. Er böses Prinoip, die Tagend zu Aigalolagi• ־■־It) ,Usbsr die Weisheit 2, 24 Urheber des Todes (ELebr. 2, 14), sondern vor Allem Beherrsoher der Welt (5 105 xoa|to׳j £pxQ>v> dpxov ■coö xoajiotj xoöxou) aaoh; ״Herr der Dämonen“ (dpxwv xö*v Saipovuov) ״Die alte Sohlange“ (4 89t4 4 bgyaio?) welohe ist der ״Teufel und der Satan“ (Job. 12, 31; 14, 30; 16, 11. Matth. 9, 34; 12, 24. Offenb. 12, 9; 20, 2). ״Er wird der speoiell erbitterte Feind Ohristi und besonderer Widersacher und Verderber der Christusgläubigen, die er zum Abfall zu verleiten sucht, auf deren Untergang er sinnt. Sonach zerfällt die Welt in ein doppeltes Reich: das Reich Gottes, daroh Christus gestiftet, und das Reich des Teufels. Dem Reiohe Christi, das als Reioh Gottes eine Maoht und Herrsohaft des Liohts ist, steht das Reioh des Teufels als eine Maoht und Herrsohaft der Finsterniss feindlioh gegenüber.“ Wir haben es also hier förmlioh mit einem Gott und einem Gegengott za thun — Ormuzd and Ahriman in erneuerter Gestalt und Gewandung. Wie ist dies za erklären? Wie kam dieser Zwiespalt, dieser altheidnisohe Riss daroh die physische und moralische Ersoheinangswelt, gegen den sioh das Judentham — sagen wir vorläufig nur —־ des an erkannten biblischen Canon vor- und naohexilisaher Zeit trots langjähriger unmittelbarster Berühr ung mit dem Persismua so siegreich gewehrt hatte, wie kam der leibhaftige Teufel in das Neue Testament? Da erhalten wir eine Antwort von einem (bei Roskoff II S. 514 angeführten) Anonymus aas depa 18. Jahrhundert dahialautead, ״dass der jüdische Lehr begriff vom Teufel und seiner Macht, den die Christen sar Verdunkelung, des Evangeliums za ihrer S" ’ L 1 ■ - J - - V _•! werden also belehrt, dass die Jaden, die sar Zeit der Abfassung des Evangeliumsgelebt haben, einen, Lehrbegriff vom Teufel besessen hätten. Eine ähnliohe Auskunft giebt Bretschneider (Dogmatik S. 492) im Namen mehrerer hervorragenjder Theologen wie Dr. Wette und Sohleier mach'er