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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-01-22 · N° 4. (22.1.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 4. (22.1.1892)
Date
1892-01-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsaaden, erhalten 25 % Rabatt. I nhalt: Wissenschaftliche Aatsätze: Die Teafelsidee and das Jndenthum. Von Dr. U Steckei in a eh o r-Mannheim.— Die Jaden and das Theater Von Israel Abrahams in LonJen. — Biblische Legenden. Nacn einem alten Mannaj cripte aas Yemen. Von Dr. Alexander Kohat, Rabbiner > in New-York Litteratarbericht. Recension: Bacli, Dr. Samael. Elischa ben Abaja-Acher. Litterarische Notiz.— Uakefufttr Naslmruck aus diesem Blatte ist nicht ״estsüeL Die Teufelsidee und das Judenthum. Von Dr. M. Steckei macher-Mannheün Vor dem Eindringen des Kritioismus aaoh in die theologische Wissenschaft herrschte die irrige Ansiobt, der in den ueatestameutilioben Schriften 80 riesig emporgewaobsene Baum d«r Teafelsidee habe seine Wurzeln in dem alten Kation der jüdischen Bibel. Ja, Kant selbst, der Vater 0e8 Kriticismus in der Philosophie, war noch in dieser Auflassung befangen. Er spricht*) von einem bösen Wes«u, ״welches daroh ■einen Abiail alles Eigenthums, d|as es im Himmel besessen haben mochte, verlustig geworden und sioh nun ein anderes auf Erden erwerben wi)L Da ihm nun als einem Wesen höherer Art, — als einem Geiste — irdische und körperliche Gegenstände keinen Genuss gewahren können, so sucht er eine Herrschaft über die Gemüther dadurch za erwerben, dass er die Btammeltern aller Menschen von ihrem Oberherrn abtrünnig and ihm anhängig machlt, da es ihm dann felingt, sich 80 ■um Obereigenthüiber aller Güter der Irde, d. i zum Fürsten dieserWelt autzuwerfen.* Dass Kant besonders mit deiq letztem Prädicate ein wesentliches Merkmal des Teijdelsbegrifls richtig angegeben hat, ist klär, and 8011; im Verfolg dieser Abhandlang noch deutlicher hervojrtreten. Aber über die kindliche Deutung, als ob dia Schlange der Geneeis den neatestamentliohen Teufel darstellen sollt«, ist die wissenschaftliche Forschung unserer Zeit längst hinaus. Dieselbe hat bei aller Anerkennung der Ver• wandtschaft, welche awisohen der biblischen Dar- Stellung and der ähnlichen im Zendavesta bestehe, die durchgreifende Verschiedenheit nicht übersehen, welche der himmelweite Abstaud der religiösen An- Behauungen zwisohen beiden bedingt. Rosk'off besonders in seinem trefflichen Wer te ״äasohiohte des Teufels“ hat dies lichtvoll dargelegt. ״Nach Zendavesta (I S. 191) springt der todes schwangere Angramainju in Schlangengestalt vom üimmel, in der er *) ״Religion innerhalb der Grenzen der blossen Vernunft“ 3, Abechn. S. 91 ff. ted. Kirchmann.) gewöhnlich oder dooh häufig za erscheinen pflegt.“ ״Die Stammeltern des Mensobengesohleohtes werden im Zend wie in der Genesis zur Glückseligkeit bestimmt, solange sie mit ihrem Schöpfer io Einheit sind, hier wie dort essen sie von einer Fracht. Naoh der Zoroastrisohen Speoulation ist die Finsterniss aas Neid über das Lacht eist böse geworden; Mesahia and Mesohiane, die von Aharamazdao reiu geschaffen waren, werden aas Neid and auf Angrimainja’s Seite gezogen.“ Wir sehen, wie das Kaat’sohe ״böse Wesen“ — oder der ״gefallene Engel“ Luthers (s. Bratsohneider, Dogmatik S. 489 ff.) — das früher, ein Bewohner des Himmels, denselben verlässt, am sioh auf Erden eins bequemere Herrschaft za gründen,j mit dem ebenfalls vom Himmel .springenden Angramainja — wahrscheinlich, weil dort nicht mehr seines Bleibens ist — wobl zusammen stimmt, nimmermehr aber mit der Sohlange in der Geaesis. ״Im psrsisohen Mythus — sagt Roskoff S. 192 — setzt sioh Aogramainja-dem Abaramazdao als selbständige Macht entgegen, and so kann sioh, naoh dem das Uebel and naoh weiterer Entwicklung das Böse wirklieh vorhanden ist, ein Kampf eatspinnen. Dar Meusoh, als Geschöpf Ahur&mazdao’s, wird selbst Gegenstand des Streites and hat die Pflioht dem Angramainja zu wehren. In der hebräischen Anschauang dagegen findet die Vorstellung von einem solohen Kampfe keinen Raum, and in dem ־Uebel, das über den Jahvediener hereinbrioht, erblickt dieser eine von der Gottheit über ihn verhängt« Straf«, oder, naoh der späteren im Bnohe Hiob entwickelten Vorstellung, eine Prüfung.“ ״Im hebräischen Sündenfalle ist das pauotam saliens der Sünde darein gesetzt, dass der Mensch seinem eigenen Willen folgt and dadnroh gegen den göttlichen handelt, indem er, die ihm gesetaten Schranken dnrohbreohend, höher strebt, als ihm ■!!gestanden wird. Naoh dar Genesis ist der Ursprung des Uebels in den Me nsohen selbst gelegt, der vom Baume der Erkenntniss nieht essen 8011, dessen Neigung darnach daroh die Schlange angeregt wird and der sioh daroh diese verführen lässt .... Naoh der Zendsage ist die Sohlange das böse Prinoip selbst and das Motiv■ zur Verführung des Mensohen der Neid. Davon weis* die Genesis noch niohts, erst im Bache der Weisheit (2, 23, 24) ist diese Theorie aatgenommeu, was aas der Bekanntschaft der Israeliten im Exil mit der Religion der Persei* erklärt wird. Das alexaadriuische Jadeniham, aus dem das Baoh der Weisheit hervorgegangen ist, hatte sioh das Theoretisiren der Griechen angeeignet and aaoh die persische Theorie -über den Ursprung der Sünde ausgenommen, und so wurde die *׳' .

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