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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-01-14 · N° 3. (14.1.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 3. (14.1.1892)
Date
1892-01-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche Sirect oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 85 g Rabatt.) ' Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Frfi Jndenthum. Von Eduard Münz. ״Jwein“ Hartman’s von Aue Vo Rabbiner und Prediger za Prag. Litteraturbericht. ReceDsionen Koheleth im Lichte der Geschieh Setzung und Commentar. Littersrische Notiz. — Bericht edrich Hebbel und das (Schluss.) — Ueber der n Dr. S. Gjelbhaus, Loimdörfer, David te, nebst Text, Ueberigangen. — In serate. Uebelugtsr haehdruck aut diesaai Blatte ist sie hl gestattet. Friedrich Hebbel und daß Judenthum. Von Eduard Mainz. ((Schluss.) Während seines Pariser Aufenthaltes beschäftigten ihn auoh die Schriften der Bahel. Treffend sagt er über diese seltene Frau: ״Ein Glück für hie, dass dadurch War ihre Engländer, der die att“ auf die dioh• sie als Jüdin geboren war, denn Stellung sogleioh die scharf geso aderte, deren diese wundersam-fremde Natur so sehr bedurfte.“ Als Hebbel 1846 naoh Wien!kam, hatte er sich bereits einen geachteten Namen erworben, deanooh fühlte sioh der ,herbe Sohn der Harschen“, der sich nicht so leicht an Jemand ansclloss, in dem vormärxlichen ״Capua der Geister“ einsam und verlassen. Da war es ein enthusiastischer Verehrer seines Genius, der Kritiker Sigmund "Wiener in J. N. Vogl’s ״Morgenb terisohe Eigenart und hervorragende Begabung ihres nordischen Gastes aufmerksam machte. Selbstverstand lieh suobte der junge Kritikus, dem Dichter, ״an den er wie an einen Gott glaubte“, persönlich näher au treten; eine innige Herz« usfreundschaft entwinkelte sioh in der Folge zwisch m Beiden Hebbel selbst bezeichnet Engländer, der jüdisohen Familie entstammte, als und anregendsten Freund“. Wien sollte dem ״ Wanderin iden“ eine zweite Heimatb werden, er beirathete und liess sioh dauernd in der Kai Berstadt nieder. .01», Sein Haus wurde der Sammelp aber auserlesenen Kreises. Ausg Julius Glaser (der spätere Justiz dem berühmten Physiologen Brüc’ August Frankl, Leopold Kompert, der Dramatiker Zirndorf, der du an einer!Wiener israelitischen Gei hatte unjt gegenwärtig in Amerika •) Er |*t Lehrer am Rabbiner-College einer orthodoxen ״seinen treuesten unkt eines kleinen, 1er Otto Ludwig, joainisteri, Littrow, waren'Ludwig Gerson Wolf, sowie ein Sohulamt 41eindesohale inne >*) lebt, daselbst L ן Oinciansti. (Red.) gern gesehene Gäste. Frankl war er besonders sugethan; über dessen ״Helden- und Liederbuch“ that er den Ausspruch: ״Jeder Freund der Poesie, der sioh lieber mit Mäunern, als mit Baokfisohen su Tisohe setzt, muss diesem Werke seine vollste Anerkennung zollen!“ Vor Allem fühlte sioh Hebbel zu Emil Kuh, seinem nachmaligen Biographen, Ungezogen. Durch zehn volle Jahre war dieser sein vertrautester Freund und Schüler. Wie sehr der Dichter an seinem Freunde hing, wie unentbehrlich sioh dieser ihm gemacht, erhellt aus Hebbel’s Worten, als er Kuh verlor: ״Wenn er nur wieder da wäre, er war der Einzige, mit dem ich reden konnte, auf tausend Meilen hat er mioh verstanden!“ Lazarus’ ״Untersuchung über Geist und-Spraohe* zählt Hebbel ״zu dem Tiefsinnigsten, was über .diese geheimnisvollste aller Materien geschrieben worden“ un«l nennt sie ״einen geradezu klassieohen Beitrag zur Ergründung dieses Mysteriums.“ Kompert’s ״Christian und Lea“ ist ihm ״eine Perle deutscher Novellistdk“, dagegen lässt er Mosenthal’s ״Deborah“ nur theatralisch gelten. 1 Beim Begräbniss von Mosenthal’s Gattin, bei welchem Oberkantor Salzer die Leichenfeier ׳leitete, klangen zum ersten Male die Laute der Bibel in der Ursprache an sein Ohr; er wurde davon wunderbar ergriffen. ״Es muss eiu wunderbares Gefühl sein, in einer Jahrtausende alten Sprache za reden. Weil sie an ihrer Spraohe festhaltea, sind die Jaden ewig; kein Volk der Erde hat ein Dokument aafsaweisen, wie es ־־ das alte Testament ist. Die Jaden allein können noch sprechen, wie Mose sprach, mit denselben Worten, denselben Wendungen 1“ Es bereitet dem bibelkandigen Diohter Freude, sioh von seinen zahlreichen jüdisohen Freunden Legenden und Parabeln aas dem Midrasoh erzählen za lassen; ־ insbesondere interessirte ihn die talmaduahe Anschauung über Christas, dessen Leben er in einem Drama, das leider unvollendet blieb, an bearbeiten gedachte; ja er trag sioh sogar mit dem Plane, an diesem Zwecke an dem Vater Eduard Kulke’8, einem gelahrten Rabbiner, za rasen, am von ihm die dies• beaügliohen Aufschlüsse su erlangen. Hebbel’s rasch an Berühmtheit gelangtes Wort von den ״ Bedien teavölkara“ entfesselte •inen Sturm von' Entrüstung im 81a räch an Lager, doch auch ga• befangene Beurteiler öst&reij bischer Verhältnisse, wie Dr. Moris Rappaport, Spier der eifrigsten Paladine deateohsr Kultur and de&eohan Geistes im polncmfeea Osten, beeilten sioh energisch dagegen Va ’ '־"*־ ג.*•.'׳:

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