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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1892-01-07 · N° 2. (7.1.1892) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
21 (1892)
Issue
N° 2. (7.1.1892)
Date
1892-01-07
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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I 11 h 11 1 t): Wissenschaftliche Aufsätze: Friedrich Hebbel und du Jndenthnm. Von Eduard Münz) — Der Aasdrack כשכבר bei den talmudischen Schriftstellern des Mittelalters. Von Dr. Samuel Back. — Ein Ediet des dentschen Kaisers Carls IV. vom Jahre 1349. Litteratarbericht. Recensionen: Lazarus, Dr. Felix. ,Die Häuptei der Vertriebenen“. Li 11 e r ar ische Notizen. — Inserate. UnkBfugter Naeharuck aus diesem Blatte Ist sieht cetuttsL Friedrich Hebbel und das Judenthum.*) Von Eduard Miünz. ,0 zerr’ es nur aus dunklem Tabernakel Hervor mein Bild. O stell’ es nar mit je Im Glanz der Sonne 1 Was war an Eahrer Mi Wenn man zerfetzt he •issen nnd entstellt, Sem seiner Make! .uf vor aller Weltl rt’rer Leib zn lesen, rvor sie stiess an’s Licht? Doch nar wie hart — die Folterbank gewesen 1 Für Sünden hielt man ihre Wunden nicht! Diese Worte legt Friedrich Hebel einem Juden in den Mund. Sie sind der qualerfitllte Aufsohrei eiqes gepeinigteu, verkannten, seiner Menuohenreohte beraubten Volkes. Wem anders als ״Jadja’s Söhnen“ werden die Wnnden, die ihnen ihre Gegner geschlagen, für ,Sünden“ angerechnet, wer anders muss ob solcher , Missethaten büssen, die man ihn selbst zu begehen swingt. Nar Wenige auf dem deutschen Parnass vorm ochten es die historische Mission lbrael’8 voll und gans zu erfassen und dessen tausendjährige an Ruhm und Kämpfen, an tiefem Elend und hohen Triumphen reiche Geschichte nach Gebühr zu würdigen, nar j Wenige verstanden es, sich, entgegen den Vorartheilen i ihrer Zeit, eiuen ungetrübten Bliok au bewahren für I die edlen Charakterand seltenen Geisteseigenschäften der Angehörigen des Gottes Volkes. Einer dieser Wenigen war Hebbel. ״Aoh wer doch nur eine■ Haaoh von der Gottbegeisterang der Psalmen in sioh aafnehmeu könnte! “ äu iserte er eines Tages ■u Ludwig August Frankl, dei sioh seiner persönliehen Freundschaft and lebhaften litterariaohen Theilnähme erfreute. .Ein Volk, dae aas sioh einbn Daria einer int uad die Prophet)! darf sioh mit stolzem He wusste! in wählt“ su •eia. Es rollt selbst *) Nachdruck verboten .Je. 'S■* »־..־־. Diohter wie König m hervorgehen sah, rühmen ״aaserden modernen in Jaden, trota starker Verdünnung, etwas wie vererbter Geistespurpur iu deu Adern!“ Der schlichte Maurerssohn aas Wesselbarea verlebte eine an Entbehrungen aller Art nar allzareiohe Jugend, selbst der Hunger pochte häaßg ad die Thür seines elterlichen Hauses. Der Uaterrioat, deu der Knabe in seinen ersten Jahren genoss, koaute demgemäss nar ein äusserst dürftiger seia Die Bibel war das einzige Buch, aut das er beschränkt war, sie blieb lange Zeit hinduroh das Alpha uad Omega seiner Bildung. Die Stelle, wo Jeremias verkündet, dass zur Zeit der grossen Noth Mütter ihre eigenen Kinder töicen und verzehren würden, flösste dem armen Bibea besonders Grausen ein, ״vielleicht, weil er nicht wusste, ob sioh diese fürchterliche Prophezeiung auf die Vergangeuheit oder Zukunft, auf Jerusalem oder saiae Vaterstadt, bezog." Allein ungebeugten Geistes, aaersohüttert im Glauben an seinen Diohtarberuf) ging der junge Poet aus diesen drückenden Verhältnissen hervor. Einige Gediohte von ihm im ״Hambarger Modeablatt" ▼ermittelten seine Bekanntsohaft mit der Herausgeberin, der Doktorin Sohoppe, die sioh seiner warm aunahm and ihn einlad nach Hamburg za kommen. Ihrer and anderer Gönner Fürarpaohe ver lenkte es Hebbel, dass er die Universität Heidelberg beziehen and sioh allda historischen und litterarisohea Stadien widmen konnte. Von hier führte ihn sein Weg naoh Münohen, wo die reichen Kunstsohätze der Isarstadt mänhtig auf ihn wirkten. Dort war es, wo ihm beim Anblicke der harrlieben ״Judith“ Gialio Romano’s der Gedenke kam, die ״Heroine aas Bethalien" zur Heldin eines Drama’s zu machen. Die äussere Veranlassung hierzu bot ■ioh ihm während seines zweiten Aufenthaltes in Hamburg. Im Gespräche mit Ludmilla Assiag, einer Schwägerin der Rahel, sprach er sioh ziemlioh wegwerfend über Gutzkow18 ״Saal“ aus. Daroh die Entgegnung •einer geistvollen Partnerin, welche das angegriffene Werk in Schutz, nahm, heraaagefordert, maohte sioh Hebbel daran, den längst gehegten Plan zur Ausführung za bringen. Am 2. Oktober 1839 machte er den ersten Federstrich.— vor ihm lagen Novalis1 Gediohte and eine aafgeechlegene Bibel, ln dem Bilde der jgngfrtaliohen Wittwe, der das Elend ihres Volkes an fjUrjM) aa erhalten, einen Mord begeht, beabsichtigt er, fadj!; die ״That eine• Weibes“ d arm stall an. T ~ 11 ui' 1 VillfcaffiaiTi ■ 1111 rffr'1« iflfaü fn-vl

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