Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 51. (18.12.1890)
- Date
- 1890-12-18
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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AS 51♦ Mmr BttMcht•■* ajl«r itdwth•■ ■ad J«4«a kitrcfnde■ IltttrarUek«■ Br• Mfctt■■»*«■ •af 4m G •kitte der Phile» MphJe, OiMklekU, ltk*«fnpkl«, Thee• Itfli, OrleatalU, b«fne, HoallitU, Llterflfc a. Ptd1g«fftk. Jüdisöhes Jahrg. DU» Littefatur-Blatt. Herauegegeben von Rabbiner Dr. Moritz Ra linier.?flLayd&{>u׳K}, 18. 3)cce1»^e־t 18go. ■Ickar «■rtlaMkUd••■ UlMnni.inMi l^ttr Du wJMlscke Lflt«rstB1-BI»tU< arscheint wöchentlich in einem 1 alben Bosen Preis bei allenBaohhandliuoaa (In Leipzig bei Bobert Friese) pro Jahrgang 8 Bark. Abonnenten der , eraelitischen Wochenschritt“, die ▼ierteljiliruoh M allen Postanstalten and Bachhandlangen I Mark zahlen, erhalten du ״Jttdiiche Litteratar-Blatt“ gratis. — läse rate werde« ■M ile, Beilagen mit 90 Bark, berechnet an< sind an die Expedition diesee Blattee *a sende■ ft Pf. tttr die gespaltene Petitaeile, Bnohhändier a. X*ehrer, welche direct oder durch Bobert Fr bi dlMMi Blatt# tifOkw« IfmkMf Btt tta—daay m ■V«l liMittf י Exm»!*•«■ •rfelft ttaMll«• kam er«tl1*lMcrtlM. > s e Inserate einaendea, erhalten 25 1ך Rabatt. Inhalt: Wisseuechaftliche Aufsätze: Geschichte der jüd. Gemeinde in Freiborg i. Br. <— Der Bruderkrieg der H&8monier. Von M. S. Goldbaum. — Zur Chronologie. Von L. Cohen in Rh668 &, Rh Beoensionen: Bacher, Prot., Dr. W. Die Aga da der T&nn&iten. (Fortsetzung.) — Tintuer, Hadras kodeech. L itterarische Notizen: Aale nnd Schlangen. — Fine Baschistelle. Inserate. Litterarischer Anzeiger. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet Geschichte der jüd. Gemeinde Freiburg il B. Da» erst« Vorkommen von Jaden in dem 1120 als Marktort des Breisgaues gegründeten Frei barg bat Dr. Lewin in seinem, in No. 47 des Litteraturblattes angezeigten, verdienstlichem Bache biB in das *wollte Jahrhundert zarüokgeführt. Anfänglich im Besitz grosser Handelsvortheile, verloren sie dieselben bald duroh die Concarrenz des Patricia ts. Urknndlieh sind sie seit dem dreizehnten Jahrhundert mit Steuern nnd Zöllen, die dem Orafen von Freibarg zu entrichten waren, aasserge wohnlich hoch belastet worden, ein Umstand, an den Dr. Joseph Bader die Bemerkung knüpfte, dass sich die Juden unliebsam vermehrt batten, und daraus der Druck als Glegenmassregel erwachsen sei. Dr. Lewin führt diese Vermutbang an der Hand des arkundlicben Materials auf ihren Ungrund zurück. Baders pharaonisohe Aensserung, sagt er, werde auoh nioht duroh ein Wort der Quellen begründet oder auoh nur hervorgerufen. Als 1282 Freiburg Reiohsstadt wurde, hatten die Oralen alleiniges Anrecht auf Steuern von den Juden. Während dieser Zeit waren ihre Hechts- Verhältnisse geregelte, auch die Befugniss, eine Synagoge zu halten, hatten sie schon. N&oh einer Urkünde vom Jahre 1300 sollten ihre verbrieften Rechte weder verbessert noch verschlimmert werden. Aber *ugleioh begann eine feindselige Abneigung nioht allein aas Religionsh&ss und aes Wnohers wegen, eondern auch wegen des Brodneides der Paitrioier. Indessen, nooh im Anfang des 14. Jahrhunderts hatten die Juden freien Verkehr mit Jedermann, and die Stadt nahm sioh ihrer 1314 sogar gegen Raubritter an. Seit 1323 trieben eie finanzielle Geschäfte in grösserem Massstabe. Fs wurden von ihiien für die Orafen mehrere hundert Mark Silber, zusammen im Betrage von ungefähr 20 000 M. heutigen 1 Jeidee, entliehen. Schon waren acht Familien Oläabii^r der Grafen, und diese acht bildeten mit ihrem l nhang 1826 die erste Freiburger jüdische Gemeind & den ersten קהל^ wie ee in dem Fmile! famvon 18 B aasdrüoklicl bemerkt ist. Statt einer persönlichen Steuer ' wurde d ihin gewirkt, die Gemeinde solidarisch mit { dem Gr* fen and der Stadt als Ganzes za betraol^en. 1 Dabin fi hrt den Verfasser die Vermathang, dass die; 1328gez! hlte Pauschalsumme von 400 Mark (** 16000 1L) j als Abfindung für alle Steuern nnd für Zusicherung 1 des Schirmes an Zusehen sei. Daroh Erweiterung ihres Privilegiums gewannen die Juden gleichzeitig . die Grai dlage zu einer Gemeindeverfassung and einer 1 regelrecl iten Stellung im Gemeinwesen. Im Ganzen war son it ein Fortschritt gemacht; denn nioht nur die beidsn derzeitigen Grafen, sondern auoh Bürger- ' meister und Rath verpflichteten sieh sum Sohats gegen gehässige Angriffe auf die Privilegierten. Dia Jnden!ahmen nunmehr theil an dem in Freibalg geltend* n kölnischen Recht. Ihre Verhältnisse waren geordne e. Ausser zehn Häusern besessen sie eine ,Schul" genannte Synagoge. Die Häuser, mit denjenigen von Christen gleich hoch besteuert, vertheilten sioh über mehrere Strassen, ein Ghetto gab es niob t. Die sittlichen Zustände werden uns als gesandt geschildert. Ueber die Theünahme von Jaden au einer Diebesbande im Jahre 1342 uad über Biders Uebertreibung der Thataache hat sioh Dr. Lei rin in einem besonderen Exours eingehender au8gela! sen. Bei deh bald darauf veränderten Zeitverhält! lissen, als zwisohen fürstlicher Macht and städtisoier Freiheit ein ■erbitterter .Kampf aaabraoh, wandte sioh die Freiburger Bürgerschaft! feindlich gegen ihre Herrschaft wie gegen die derselben augethan* n Jnden. De r Adel in Strass bürg, Colmar, Hagenau verband 8 oh 1338 zum Schutze der Juden gegen Auflaufe; tusser Basel, Breisaoh nnd Neuenbarg, trat auoh F ■eiburg 134& dieser sogenannten Landeerettung bei. £er Bund wurde auf fünf Jahre geschlossen. * Allein diese Bestrebungen unterbrach die Pest Von 1348 1 ind die Greuel, die sie im Gefolge hatte. Immer allgemeiner wurde der unheilvolle Ruf, die Juden hätten die Brunnen vergiftet. Ueber die Batetehuu{; dieses ungeheuerlichen Wahnglaubens ineeart zieh D־ Lewin folgeadermaeaan (8. 26): ,Nachdem der Fi aatismus duroh die Ereuazüge bis zur Raserei entfesselt worden ist, und man «ich daran gewöhnt hatte, lea Andersgläubigen das erdenkbar Schlimmste, ebenso ansuthua wie zazatraaan, da entstand die lange Reihe der düsteren Wahngebilde von der Brunn avaegiftang bis ■um Hexen tanze. Zum Theil!sind 1 in neu ersonnen, sum andern JOäage aas liOatar st hsidnisoher Vorzeit, dis längst vsrhaüL jnnotni Ittttt erwedkt wurden. Am eehMnlJj I kam■• r׳1; ־*״£־ traf dar die Juden fort.