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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-12-11 · N° 50. (11.12.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 50. (11.12.1890)
Date
1890-12-11
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder durch Robert .1 <n helben Bogen Preis bii eilen Baohhendlangen (in 1 r ,Israelitischen Woohensohriit“, die vierteljährlich bei Jüdische Litte« ntar-Blntt“ gratis. —!■•erat• werden mR ind sind en die Expedition diese« Blattes pa send•• I rieae Inserate einseadea, erbelten 25 1ן EUbett. Inhalt: W iaaenaohaftlicbe Aufsätze: Randglossen zu Maybaum's ,,Homiletik“. — Der Bruderkrieg der Hasmonäer. Von M. S Goldbaum. — Recensionen: Bacher, Prot., Dr. W. Die Agada der Tannaiten. — L itt er arische Notizen: London. London London. Inserate. Litterarischer Anzeiger. aluate «us diesem Blstte ist a i« h t!astattat Randglossen zu Maybaum’s ״Homiletik“. IV. Cicero, der dooh der Theorie der Beredsamkeit mehrere Bücher gewidmet hat, spriaht einmal über den Werth der Rhetorik zur Heranbildung guter Redner seine Ansicht wie folgt aus: Verum ego haue vim intelligo esse in praeoeptis Omnibus, non at ea secuti oratores eloquenti&e laudem sint adepti, sed, quae 8ua sponte homiues eloquentes facerent, ea quosdam observasse atque id egisse; sio esse eloquentiam non ex artificio sed artifioium ex eloquentia natum; quod tarnen, nt ante dixi non ejicio; est enim, etsi minus necessarium ad bene dioendnm, tarnen ad cognosoendum non illiberale. ״Ich bin der Ansicht, dass alle die Regeln nioht die Kraft haben um den• jenigen, die sie befolgen, den Ruhm der Beredsamkeit zu erwerben, sondern dass sie nur Beobachtungen dessen seien, was beredte Leute aus eigenem Antrieb thuen; die Bsredtsainkeit ist uioht aas der Theorie, sondern die Theorie aus der Beredtsamkeit entstanden; darum iBt sie aber nioht werthlos; sie ist nicht gerade nothwendig, um ein guter Redner zu werden; aber es »chickt sich für einen gebildeten Hann diese Theorie zu kennen.“ Was nun hier Cioero von der Redekunst sagt, das gilt auch im Speoiellen ▼on der Homiletik. Die systematische Darstellung ist für den Hann von Fach und wohl aaoh für jeden gebildeten Hann interessant, um sioh der Regeln bewusst za werden, die der gute Prediger ▼on selbst übt. Hauptsächlich von diesem Gesichtspunkt ist das Bach Haybaams anzuerkennen. £8 wäre eine unbegründete Ansicht, die der Autor selbst nioht theilt,: dass eitler aas diesen 187 Seiten die ganze Konst, gut ■a predigen, lernen könnte. Derselbe Cioero, der so geringschätzig von der Theorie der Beredsamkeit redet, preist den Redner mit den Worten: ,T־m einem Redner fordert man den Sehar£nnu einet Dialektiker», die :Weisheit eines Philoeophen, eine nahezu dkfcteidsohe Sprache, das Qadftohtniss »ine* Jurizten, das Organ tjine» Tragoeden and d|e giebt Redaek. Himik eines vollendeten Sohauspielera. Darum! nichts Selteneres als einen ausgezeichneten Ungefähr ähnliohe Forderungen werden wir an einen Prediger riohten, der auf der Höhe seines Be* rufes itijht. In der ״Homiletik* werden die Fordsrungen verzeichnet sein; wie man sie erfüllt, muss der Piediger aus־ tausend andern Büohern nnd aas der B< obachtang des Löbens lernen. Vi ir sehen, Cicero, der, wie das ja bei dem etwas eitlen Hanne nicht, anders zu erwartea ist, seinsn Beruf!ehr hoch stellt, hält es nioht unter der Würde des Re Inera ihm aaoh hervorragende schauspielerische Fähigkeiten za vindioiren; er nimmt überhaupt in seinen Schriften über Rhetorik ofr Bezug auf den damals viel gefeierten Sohauspieler Rooas. Aaoh Mayba im legt ausserordentlich viel Gewioht auf die ätisseie Aktion and erhöht dadurch weaentlioh di# Wirkuiig seiner Reden. Als jedooh jüngst über einen gewalti gen Prediger und Gottesmann mitgetheilt warde, er habe in seinen Lehrjahren sioh aa einem ausgezeichneten Charakterdarsteller gebildet, be* trachteleu dies die Naohkommen des Predigers fast wie ein 3 persönliche Beleidigung. Sel.r viele Prediger freilich, die diese äassern Talente nioht besitzen, müssen, 80 gut es gehr, sieh ohne 8e behelfen, während wieder andere ihren' eigenen Hangei nioht kennen and daroh sohleohte Gasten und falsohes Pathos die Wirkung ihrer Rede atfs Schwerste beehrt־ ״ohtigen. Mi; ׳bäum thäte gut, bei einer »weiten Auflage, da sioh das gut Prediget) j!nu_ einmal nioht lehren lässt, ei!!seine Qebgnsäohliohe Homente etwas mehr au beruoksi shtigen. Referent greift aufs *Gerathewohl einiges heraus. Ein Rabbiner )hat nur sehr wenig Gelegenheit andere Rabbiner predigen au hören; bat־ einiem bi sonders ernsten Anlass hörte Referent sogleich, mehrere Collegen. Eiper derselben m&ohte ▼on der Redeforri der praoteatiao..einen sehr ausgiebigen Gebrauch. Das klang eiemlioh sohalmässig wie wir vieles ni iht mehr goatiren, was Cioero schön fand, wie. um die langen Perioden nioht mehr behasen, 10 verstehen wir.es nioht recht, wann einer eimge M nuten mit scharfen Aooenten davon redat, Wovon ei nioht reden will; wovon einer nioht reden wiU, davon soll er eben schweigen. 4 * Ein sehr verstftndigsr und teinempftadsndsrj Kollege; ta&die Anrede: geehrte Tnmsrvi2M«1air| lang 0«! ««MBod and sagte, ־ dass «rin ״ Fälfwldii AnfaMbKandtohtige Traaervs aawenda.

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