Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 49. (4.12.1890)
- Date
- 1890-12-04
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 49. Jüdisehes T Jahrg. £Xf. Litteratur-Blatt. S«r Bilnektug Ul er J14wtb1■ •ad Jiitt kotreffeadea lltiararlick«■ Sr* Mkafaa•*«• aif 4«a GakJet« dar Philo• «•pfelt, dvekJehti, Xtk»o*r«phJ•, Theo• 1 »fit, OrlMUlU, Exeg«ae, BoaiMetik. LltarfU 1. Pi<Ugo«1k. Herausgegeben von j Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. 4. 1S90. •■«her derolaeehlivffaa L(tt«ratar»vdl«h der Eedart •a *«««•aadt ward•■* Ahdf• ta *diaaeai BlatU •iafeheade laafftk»M kef Uaeeadaa« vn ml Ew—I—■ Baeaiptarea erfolgt elaaialiaa karaa (Irilii• laacrtioa. Dm ״JttUeta Litt«rÄtmr-BUtt.< erscheint wöchentlich in einem Leipxig bei Bobert Friese) pro J&hreeng 8 Kack• Abonnenten der. allen Foatanstalten nnd BüchhAndlnngen € Hark zahlen, erbalten das ״JödL SS JPf• für die gespaltene Petitxeile, Beilagen mit 20 K4rk9 berechnet nnd Buchhändler a. Lehrer, welche direct oder durch Bobert Fr*״ b .Iben Bogen Preis bei allen Baohhaadtangen I raelitiscDen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei ihe Litteiatar-BUtt“ gratis. — laserate werden mH sind an die Expedition dieses Blattes *a senden 16 Inserate einsendeu, erhalten 25 % Babatt. * Inhalt: Wi ssenschaftlicbe Aufsätze: Dr. M. Joels Wissenschaftliehe Thätigkeit Von Dr. J. Freudenthal. (Schluss.) Kecensionen: Zwei gekrönte Freidenker. Ein Bild aus der Vergangenheit als Spiegel für die Gegenwart. Von Prof. Dr. Ludwig Büchner. — Wird die Sozialdemokratie siegen? L itt er arische Notizen: Der Name ,Jerusalem“. Inserate. Litterarischer Anzeiger Uftfcefagter Naekdrtiek aus diettm Blatte ist nicht gestattet Or. M. Jogis wissenschaftliche Thätigkeit. Von Prot. Dr. J. Freadentbal. (Schluss.) Die grosse und werthvolle Thätigkeit der jüdischen Philosophen des Mittelalters war, als Joel zuerst mit seinen Veröffentlichungen hervortrat, wenig gekannt. Die Quellen, ans denen eie gesohöpft haben, waren verdeckt, der Zusammenhang ihrer Gedanken unbeachtet, der Einfluss, den sie ausgeübt, kaum geahnt. Jofils Schriften*) haben zusammen mit den ungefähr gleichzeitigenJ ausgezeichneten Arbeiten S. M u n k’ 8 besserer Erkenntniss die Bahn gebrochen. Die machtvolle Persönlichkeit eines der ältesten in der Reihe dieser Männer, des Gaon S a a d i a 8 , beleuchtete eia allerdings wenig ins Einzelne gehender Vortrag aus dem Jahre 1865. tfm so werthvoller aber sind die Abhandlungen über Salomon ibn Qabirol, den frommen Dichter and tiefsinnigen Denker. In ihnen werden!am ersten Male seine Beziehungen zum Neuplatonismus, der Sinn seiner Philosopheme, seine Bedeutung für die Geschichte der Philosophie dargethan, nooh bevor Munk im zweiten Bande seiner Mölanges seine tief eindringenden Forschungen über Gabirol veröffentlicht hatte. — In einer Programmsohrifb über Ma imonidet liefert Joel einige Jahre später ein kleines treu gezeichnetes Bild der Philosophie des Mannes, der ״ein Führer der Zweifelnden und Irrenden“ *) Die hierher gehörigen Schriften Joels sind: Saadias. Vortrag ans dem Jahre 106“», abgedrackt in den Beiträgen .Bd. II, Anh. S. 84 f, — Ibn Gabirota Bodenlang für ■ die ös- Schichte der Philosophie, in Frankels Monate sehr. 1857, 1868, 1869, abgedrackt in Beitr. Bd. I, Anh. 8. L f. — Die Religion*- philossopbie des Mose ben Maimon. Breslan 1859. — Leen ben Gereon!Gereonides) als Religionsphilosoph. Breslaa 1863. — Verhältnis• Albert des Grossen za Moses Maimonides. Breslaa 1373. — Don Chasdai Kreskae' religionsphilosophische lehren in ihrem geschichtlichen Einflasse dargestellt. Breslaa 1866. — Die vorstehenden Schriften siad gesammelt in; Beiträge zur Geschichte der Phüoeophie. 3 Bände. Breslaa 1876. — Ferner sind hier ca nennen; lieber den wissenschaftlichen Einilass des Jadenthams aaf die nicht}(Idische Weltj Vortrag aas dem Jahre 1861. Abgedreckt in Belte. Bd. II, 8 75 f״.-r- Uebsr den Siaüass der indischen Philosophie aaf die christliche Soholastik. Aas dem Jahre 1860. Abgedrucktda Beitr. Bd. I, 8. 69f. Jahrhunt erte hindurch gewesen ist, und in einer 2weiten Sshrift weist er auf den Einfluss hin, den dieser Ms an auf die christliche Scholastik aasgeübt hat. — £ ine Fortsetzung dieser Arbeit gab J0S1 in der fünf fahre später erschienenen bedeutenden Abhandlang über Lewi ben Gerson, den Theologen des vierzc hüten Jahrhunderts, der seinerseits das Werk Maimon'־ fortgesetzt hat nnd über die Vielschreiber, Sammler nnd Schöngeister seiner Zeit hervorragt, wie Maimoni les über die ihm voraufgehenden Danker de•־ jüdiscbei Mittelalters. Maimonides war der gelehrten Welt durch vielfache Uebersetzangen and manolie, wenn auc h ungenügende Bearbeitung ssiner Philosophie bekannt geworden. Lewi ben Garson, von dessen zahlreichen Schriften nur Weniges ins Lateinische übersetz: war, ist erst durch Joel nach Gebühr gewürdigt und der Wissenschaft zugänglich gemacht worden. Joel schildert seinen Labensgaag, seine Sohriftei 1, zeigt seine Bedeutung and Leistungen, den Biafloss, de!. er übte und — dieGrenzen,diedieser Geist nioht übersoh ׳eiten sollte: die künstliche Deatangsweise der Bibel, iie gezwungene Harmonistik zwischen Religioi und Philosophie, die seltsame Allegoristik,’ die in ] hilonisoher Manier im ״Hohenliede“ die theoretische Philosophie, im ״ Kohelet“ die ganae praktische Philosophie des Aristoteles wiederfladet. —_ Der- Gegner der Gersonideiechen Beligionsphilosophie, iat der scharfsinnige Chasdai Kreskas. Br war gänalioa versohollen. Sein Hauptwerk ist in grenaen^ ■ loser V irunataltung auf unsere Zeit gekomm9n; M5 Geschichtschreiber vor Joel nannte ■einen Jfa'msaן. dass S] inoza ihn gekannt and gesohäfcrt hat* war׳ vergoss in. Joel hat das ,nie Übers stutzt-in sohwsrfämgea, Hebräisch geschriebene phüo80pSisohe_ Werk <138 Oh isdai in die Gesohiohte der Philosophie J ei*» geführt in seiner Bedeutung für die Geschichte׳ mensot liehen Denkens erfasst nnd 'seinen Euflat* auf eilen der grösstenjDenker aller Zeiten, aaf Spinc za, naohgewiesen. . Di »sein selbst sind nioht blos gAegtfatlioh) Brörterar gen in den erwähnten Schriften, sondern zwei besondere Abhandlungen*) gewidmet, dis ■um B>- , deuten Uten gehören, was über den gewaltigen holläadisohen Philosophen in aaserer Zeit geschrieben ist. Spinoza war bis vor Kursem eine gereimte Würdigung nioht in Theil geworden. Er war gehasst oder ge• liebt, rerflaoht oder heilig gesprochen .worden« . Joöl will f pinoxa im spinosistischen Gleiste auffaseen; er will it n ״nioht hassen nnd nioht lieben"; er will ihn *1 80410*■׳• theologiuob-polRUclwr Tractat aaf seine QaalW* creprftft Breslaa 1870. —Zar GeiMsis der Lehr« Bpiaoza'fS — Breshu 187 L ־־/