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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-27 · N° 48. (27.11.1890) · p. Seite 188

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 48. (27.11.1890)
Date
1890-11-27
Page
Seite 188 (sequence 6)
Language
German
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nioh t au streichen. — No. 81, Z. 22: Die Erzählung hat hier zwei Versionen. Nach der einen befolgte K. b. 80h. den Rath der Matrone, indem er einfach ein Messer nahm and die Operation aasf ährte; naoh der anderen beugte er rein Haupt nieder and machte sie mit den Zähnen. (Siehe BIl St.) Um diese nngebährlich weit ausgedehnte kritische Besprechung, oder richtiger Fehlerverbesserung, endlieh anm Abschluss zu bringen, greife ich aus dem noch verbliebenen Reste (S. 330—470) nur noch zwei Uebersetzungsproben heraus, welohe die ungenügende Befähigung des Verfassers zur Wiedergabe schwieriger Talmudstellen mehr halachischen als aggadischen Inhalts darthun werden. Die eine Stelle befindet sich in Schebuoth fol. 12b (bei Wünsche S. 400 No. 7) Hier lehrt die Mischna, dass der Versöhnungstag oder das Sühnopfer des Versöhnangstages allen Sündern, den Uebertretungen der Gebote und Verbote, Verseihungen bringt. Darauf fragt die Gemara: האי לשה תו Tn und Wünsche übersetzt folgen dermassen: Frage: ״Wie spricht dies (d. i. wie ist das Gebot gemeint)? Antwort: Hat er keine Basse gethan, so gilt Prov. 21,27: ,Das Opfer der Frevler ist ein Greuel.“ Hat er dagegen Basse gethan, so nützt ihm diese jeden Tag, denn es ist gelehrt worden: Hat er eia Gebot übertreten und Basse gethan, so weicht er nicht eher von der Stelle, als bis man ihm vergeben hat. R. Sera: Es handelt sich am einen, der in seiner Widerspenstigkeit beharrt, sowie Rabbi gelehrt hat u. s. w.“ Dieser Uebersetzung zufolge ist die Stelle ganz sinnlos und der Uebersetzer hat sie selbst nicht ver• standen, denn die Frage und Antwort passen nicht zu einander. Schon die ersten vier Worte, welche die Frage einleiten, sind falsch übersetzt. Dann gehört das, was hier als Antwort bezeichnet ist, noch zur Frage, und die Antwort beginnt erst mit 'א״ר זירא■ Die Frage der Gemara lautet so: In welchem Falle sühnt der Versöhuangstag die Uebertretang eines Gebotes? Etwa in dem Falle, wo der Sünder seine Sünde noch nicht bereut hat.’ Dann ist dooh das Sühnopfer des Versöhnungstages, soweit der Sünder daran betheiligt ist, nach Prov. 21,27 dein Ewigen ein Grenl. Oder in dem Falle, dass der Sünder seine Sünde bereits bereut und bekannt hat? Dann verlangt er doch Verzeihung nach angeführter Boraitha auch ohne den Versöhnungstag! Hierauf giebt R. Sera die Antwort: Die Mischna spreche von dem ersten Falle, und zwar sei die» die (alleinstehende)« Ansicht Rabbi’s, der die S&hnekraft des Versöhnangstages auch auf nioht bereute Sünden (mit Ausnahme von Dreien) sioh erstrecken lässt. Die zweite Stelle befindet sich unmittelbar darauf,, Schebuoth 13a, bei Wünsche S. 491, No. 8, und lautet nach dessen Uebersetzung: ,Wir haben die Ueber- Lieferung: Ich könnte glauben, dass der Versöhnangs• tag nur dann sühnt, wenn an ihm gefastet, heilige Festversammlung gerufen und nioht gearbeitet wird woher lässt sich aber beweisen, dass es auoh der Fall ist, wenn an ihm nioht gefastet, nicht heilige Festversammlang gerufen und gearbeitet wird? Weil es heisst Lev. 23,28: ״Denn ein Tag der Versöhnung ist er“ d. h. in jedem Falle. Abaji hat gesagt: Es ist keine Frage (der Versöhnungstag sühnt unter allen Umständen). Das eine ist Rabbi’s, das andere R. Jehuda’s Meinung “ Diese!Stelle ist wortgetreu übersetzt und nur Abaji’s Worte לא קעןיא sind nioht richtig erklärt. Dass sie unverständlich ist, ist nicht die Schuld des Uebersetzers, sondern desjenigen, der dieses unvollstäniige Stück dem En-Jaakob ein verleibt hat, des Leoi^ Modena Aas der Uebersetzung wird Niemand erkennen, dass hier Abaji die Antwort auf eine vorhergehende Frage ertheilt. Der Talmud stellt nämlieh a. a. O. zwei sich widersprechende anonyme Siphrasätze einander gegenüber. Die eine Boraitha im Siphra lehrt, dass, gleichwie Sünl- und Schaldopfer nur Verzeihung erwirken können, wenn sie von ernster Reue und Sündenbekenntniss begleitet sind, ebenso auoh der Versöhnangstag nur die Reamüthigea von ihren Sünden befreit. Eine andere Boraitha dagegeu — die im En-Jaakob gebrachte und von Wünsche übersetzte — gewährt sogar Verleihung den Sandern, die ohne Busse und Bekehrung den Versöhnungstag verleben. Hierauf antwortet Abaji: לא קעיא Es ist keine Schwierigkeit, d. h. der Widerspruch ist leicht aafzalösen; die letztere Boraitha giebt die Ansicht Rabbi’s wieder, die erstere die Ansicht R. Jehuda’s, welcher die übrigen Weisen beistimmen. (Siebe Maim. Hilch. Tesohubah 1,3: ופצכו על י״ה ככפר לשבים Qad Kessef Mischneh z. St.) — Wünsche besitzt gründliche Sprachkenntnisse; aber um eine gute Uebersetzung des Talmud za liefern, dazu gehört doch noch etwas mehr. Burgk undstadt. Dr. Jos. Cohn, Distriktsrabbiner. Literarischer Anzeiger. Soeben erschienen und durch a Ile Buchhandlungen zn beziehen: [4551 Juden ln meinem Verlag erschien: QhMdcIi für den ünterrictit in jüd. Geschichte und Literatur von X. Spanier. Preis geb. M. 1,60. Dasselbe aal -Velinpapier und Prachtbd. Mk. 2,—. Bei Einführung in die Schule gewähre höchsten Rabbatt. Den HH. Sclmldirectoren und Lehrern stehen Ansichtsexempl. gern zu Diensten. ■T Billig■ BOeharl ~WS Rabmerkekr.Tr»iiti*1(ii.li(r«1jn«s. (L Die Genesis.) 50 Pf. ״Das Erdbeben im Proph. Amos. Eine exegetische Studie.) 50 Pi. Justus’ Jaden spiegel, beleuchtet v.Dr. A. L e w i n. 50Pt. Dessauer, Dr. M. Die Hum am tat im Judenthum. 20 Pf. Ed v. 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