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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-27 · N° 48. (27.11.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 48. (27.11.1890)
Date
1890-11-27
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Diese ן Ansicht findet henie die allgemeine Zustimmung in j den Hanptorganen der Laienand der medizinischen : Presse Englands und des Continents. So sagt z. B. die ״Temps “ in der Besprechung meines Artikels im ״Nineteenth Century“ vom September 1889: »Alle diese Thatsachen lenken offenbar die Aufmerksamkeit der Stndirenden der Diätetik auf die Vorschriften des Talmud, welche die Nahrungsmittel betreffeD. Wir sehen auoh nicht ein, weshalb diese Gesetze, welche schon Jahrhunderte durch die Erfahrung sanotionirt waren und jetzt anch das Verdict der neuesten Wissenschaft als bewährt erkannt wurden, nicht als Richtschnur im Interesse des allgemeinen Wohls gelten sollen.“ Ebenso behauptet das ״British Medical Journal“ vom 12. April 1890, das« auf dem Continent die meisten Verordnungen über die Besichtigung des Fleisohes der Schl&chtthiere auf den jüdisohen I Gesetzen basiren, obschon sie nicht so strenge wie diese gehandhabt werden . . . und es daher Pflicht unserer Gesetzgeber ist, diejenigen dieser Gesetze, welobe sich als bewährt gezeigt haben, in nnveränderter oder doch wenigsten in modificirter Form einzulühren. Von mehreren Seiten wurde die Frage an mich gerichtet, ob — wenn man diesen durch unsere Diätetsgesetze garantirten Schutz in Bezug auf das Klein- und Grossvieh anch vollkommen anerkennen muss — es irgend einen wissenschaftlichen Grund dafür giebt, dass wir sie in Bezog auf das Geflügel nicht za beachten haben, welches doch notorisöh der Tuberculose unterworfen ist und dessen innere Organ« dennooh *) Deutsch vonL. Cohen. (Ntchdruck pur mit Qjaelleiiuigabe gestattet) j keiner Untersuchung in Bezug auf ihren Gesundheit•- zustanl unterzogen werden. Dt aber das Stadium der Btcteriologie noch ganz 1eu ist und Professor Koch den Taberole- Bacillts erst vor wenigen Jahren eatdeokt hat, so bleibet noch manche Punkte, die der Erforschung harren vorläufig anerledigt. Es ist aber bereits di» Erken ltniss gewonnen, dass das Stadium dieser Wissenschaft den Weg zeigt, wie die ־'gefährlichen, durch Microbien verursachten Krankheiten verhüte and geheilt werden können, so dass heute die an get heilte Aufmerksamkeit der Pathologen sich der L< sang dieser Frage zu wendet. In den allerletzten Wochen hat non Prof. Koch, der berühmteste anter ien Bnoteriologen, eine Entdeckung gemacht, welche zugleich eine Antwort aaf die vorerwähnte Frage giebt. diese sohon Öhrs Ju Man muss bedenken, dass, so unbegreiflich..klein vegetativen Organismen sind, — ,es gehörfen viele Tausende dazu, den Raum eines Naddtfallen — sie nichts destoweniger.in ihrem ganzer! Wesen durchaus und ebenso verschieden von einander sind, wie die grössten ihrer Art, and die• ers dadurch, dass jedes Individuum seine g mit Bestimmtheit and Zuverlässigkeit fort- Es würde nämlich ebenso unmöglich •ein, n Tuberole-Baccillas einen Diphtherie-Baocillns erzeugte, als wie aus einem Rosenstook ein Kohlköpf < der aas einem Birnbaum eine Talpe entstehen Die Besaitete ihrer Entwicklung and Uebertragung auf lebende Wesen sind unveränderlich gleich, förmig and jede Variation in diesen Resaltäte! ist ein absoluter Beweis für die verschiedene Abstammung der Miorobiem Jede £ peoies ist daher so unverkennbar daroh di« örmigkeit in der Ausbildung and das Vernur eine bestimmte Krankheit za er. oharakterisirt, dass irgend eine , Verweohseilang mit einer andern Speoies absolut aasgeschlossen scheint. Dies voraasgesohickt, will ich jetzt Professor Erfahrungen anführen. In einem Vorträge, derselbe im Angast aaf dem Berliner• basonc! Gattai 1 pflanz 1, dass e Gleich: mögen zeugenl Kooh’s welobe a medioi lischen Gongress hielt, führte er an. bei sei!einen ersten Untersuchungen über die Taberole- Baooillm mit der grössten Sorgfalt sich nach.diesen dnrch die Erfahrung begründeten Regeln geriohtet and die Baoterien erst dann für völlig identisoh ge-. halten habe, wenn sie diesen Ergebnissen nicht^ Widers; »neben. Folgerichtig stellt«> er dann Erpenmente mit Tnberole-Baooil len an, welobe. er den TM«» . eehiejdensten Quellen entnahm, indem er ,ihr

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