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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-13 · N° 46. (13.11.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 46. (13.11.1890)
Date
1890-11-13
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder durch Robert Fnesp Inserate einsenden, erhalten 25 X Rabatt. Inhalt: ־Wi BBen sch aftliche Aufs ätze: DieBedeutahgdes mosaischen Offenbarungsglaubens im Judentham. Voq Dr. Auerbach. Randglossen zu Maybaum’s Homiletik Illj. Litteraturbericht: ,,The Jewish Quartefly Review“. Litterarische Notizen: Die corrumpirte DA. in Haseln. Inserate. Litterarischer Anzeiger Unbefugter Nachdruck aut diessm Blatte ist nicht gestattet. Die Bedeutung des mosaischen Offenbarung«- glaubens im Judenthum. yortrag gehalten von Dr. Leopold Auerbach in Berlin. Geehrte Anwesende! Von dem Vorstande Ihres Vereins ersucht, Ihnen einen Vortrag über einen das Jadentham betreffenden Gegenstand z!1 halteD, bin ich dieser Einladung gefolgt uud habe als Gegen•׳ stand meines Vortrages die Erörterung der Frage gewählt: Welches ist das Band, das die Bekenner des Jndenthams verbindet? — mit anderen Worten: welches sind die religiösen Grundsä.tze im Judentham, die mit dem Begriffe iqa Jadentham innig verknüpft und deshalb unwandelbar sind, und die für jede jüdische Iieligionsvereinigang die feste, von einem Mehrheitsbeschlüsse unabhängige Grundläge bilden müssen — und wie verhalten sich *diese Grundsätze za den modern-liberalen Lebensan 80h an an gen, von welcher die überwiegende Mehrheit derjenigen, die sioh als die Bekenner des Jndenthams in Prenssen bezeichnen, durohdrangen sind. — Das Judenthum ist ein geschichtliches Religions- 6ystem, es bernht auf der Ueberlieferung einer Ollenbarnng Gottes am Sinai, beew. durch Moses, wie solche im Pentateaoh, in der Thora, beisohrieben ist; für den gläubigen Israeliten bildet die! Göbtliohkeit der mosaischen Lehre, wiie sie in der Thora anfgeseiohnet und durch die mündliche Ueberliefernng auf die spätere Zeit überkommen ist, das Fundament des Jndenthams. Es ißt flies in allen /denjenigen europäischen Staaten, in!welchen die jüdischen Religionsgemeinschaften eine einheitliche Organisation haben, auoh formell anerkannt. In Preassen bekanntlich besteht keine einheitliehe Organisation der jüdischen -Religionsgemeinsohaft. Jede jüdisohe Eins elgemeindjs bildet für!:sijsh gesondert •ine Relighfttsgemeinseh Freiheit in allen rein - religiösen An /Niemals ist von irgend einer autoritati •ine formelle Feststellung der r«Hgi des Judenthums in Preassen r idi• einschlägige staatliche Ü-" ■ ■■.. •':+* durchweg von der Feststellung des Begriffes; ״Jadenthum“ ferngehalten. Vom Religionsedikt aus dem Jahrei 1788 bis herab zum Judengesetz vorn. Jahre 1847 verstand der Gesetzgeber unter ,Juden1* diejenigen niohtchristliohen Staatsangehörigen, welche sich als Juden beseiobneten und an den gemeiusamen religiösen Einrichtungen der Juden thail• nahmen. Nach dem gegenwärtigen Stand der Preussisoheji Gesetzgebung, in Folge der Aufhebung des jüdischen Gemeindezwanges durch das Gesetz vom 28. Juli 1876, bedarf es nioht einmal mehr der Theilnabme an den gemeinsamen jüdisch-religiösen Einrichtungen, um gesetzlich als Jade za gelten. Diese UTngebundenheit des Jadenthums in Preussen hJt während der letzten seohzig Jahre eine - Entwickelung ן der religiösen Anschauungen zur Folge, gehabt, welohe sich an keine der daroh das Herkommen gezogenen Sohranken kehrte. Nicht nur der göttliche-1 Ursprung der jüdisohen Religionsgesetae wurde in Frage gestellt und im Wesentlichen negirt, sondern selbst der Of fen barungsg 1 aübe an sich wurdä angetastet.׳ ' Gegenwärtig sind viele Jaden in Preassen religiös indifferent, ihnen fehlt der Glaube an die jüdisohen Religions wanrheiten, und sie betrachten sioh nur äusserlich dis Bekenner des. Judeathums, d. h. derjenigen Religion, iu welcher sie geboren nnd auferzogen wunden sind, weil es hergebracht ist, einer bestehenden] öffentlich anerkannten Konfession arptagehören. Sie treten nioht zur herrschenden Religion, dem Christentham, über, weil dieser Uebertritt mit einem neuen Glaubensbekenntnis verknüpft ist, welches sie Bich nioht aneignen können. ' Diese, zsplreiohen nominellen Juden haben ztfeifellos kein Intiresse an einer einheitlichen Organisation J des Jadenthumsj sie sind prinoipielle Gegner der~Emheit anf Grand des jüdischen Glaubensbekenntnisses, da diese einheitliche Organisation eine Sohranke gegen die Fortbildung des Jadenthums zu dem sog.'reinen mit Voller it«n. n stelle auf Grundlage ugen | worden, nnd lg hebe sich M ono t hei Deismus, barungsglaul trachten Meinungen au, das Jac nalistischen aufzuiassen, als die ■eil _ dar Mehrheit tham soll bilden für dieser M»hfW .t den Zwang eines Glaub aufzuerlegeh. mus, d. h. dem philosophische n bilden würde. Denn nioht den Offen- , sondern ihre eigene Vernunft beals die Grundlage ihrer religiösen d Ueberzeagungen. Jhnea 8agt.es mehr thum als .eine geschichtliche, der raiio- Fortbildung aagängiiohe Erscheinung cäafae in jedem Zeitalter nichta Anderes, . rellgionsphilosophUahen Ansobatnu Bekenner reptrü*s»flirfc Das.' ihrer Meinaaa eikea KoBeottfl bestüpnt« Pwsonenmahrl^eit, * ■:[י« lK.yr\,z:-

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