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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-11-05 · N° 45. (5.11.1890) · p. Seite 176

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 45. (5.11.1890)
Date
1890-11-05
Page
Seite 176 (sequence 4)
Language
German
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-ד 176 — ״deutscher Revue“ veröffentlicht hat, das wäre aU ea einer Zeit, wo der Antisemitismus in Deutschland da■ Teilchen war, das im Verborgenen blähte. Sollte hier nicht ein Irrthum vorliegen und der Aufsatz um vier Jahre jänger sein, also zu der Zeit entstanden sein, wo der Judenhass am laote9ten tobte? Trotzdem Aber dieses Thema so viel in den letzten Jahren geschrieben worden, ist die Abhandlung Steinthals, der sein erregtes Herz zur Rahe zwingt and so kalt schreibt, wie es sich für eine wissenschaftliche Abhandlung > ziemt, noch heute lesenswerth. Die Sammlung ist so znsam mengestellt, das uns zuerst das Minäergute geboten wird, dass demnach der Antheil des Lesers sich steigert, je weiter er liest. B. R Ernste Gedanken von M. v. E g i d y. Leipzig, Verlag von Otto Wigand 1890. 53 S. Wir geben hier vorderhand die Besprechung dieser so grosses Aufsehen erregenden Broschüre au8 den ״Dresdner Nachrichten“, einem Blatte, dessen oonservative and positiv christliche Gesinnung wohl Niemand in Abrede stellen wird. Dieselbe lautet: Was sagen Sie za den ״Ernsten Gedanken?“ Gas ist die Frage, welcher man augenblicklich in den höheren Gesellschaftskreisen kaum aasweichen kann. ״Ernste Gedanken“ ist der Titel einer im Verlage von Otto Wigand in Leipzig (Preis 60 Pfg.) soeben erschienenen Broschüre von M. von Egidy, Oberstlieatnant and etatsmassiger Stabsoffizier im 1. Hasaren-Regiment Nr. IS. Das kleine Bach, welches das charakteristisch s Motto ״Ich hab’s gewagt! ‘ tragt, wird nie nt verfehlen, in allen Kreisen der Bevölkerung sensationelles Interesse za erregen, weniger wegen seines Intfcltes, dessen Gedanken sogar der Neuheit entbehren, als wegen der Lebens- Stellung dee Verfassers and des Widerspruchs, in welchem sich die Deduktionen dea Baches mit dem religiösen Getühle jedes .Bekenners des christlichen Glaubens befinden. Das Bach kann and wird nicht ohne Erwiderung bleiben, insbesondere aas berufenen Kreisen. Der Verlasser wirft die Frage aaf, ob die Kirche in ihrer heutigen 1Gestalt, ihren Berat, die Beth&tignng and Aasbreitang des Christenthums za befördern, ert&lle. Er beantwortet die Frage mit einem entschiedenen Nein. Der Hauptgrund dieser Unfähigkeit liege darin, dass sie־ ihre Anhänger zwinge, Dinge za glauben, die jedem vernünftigen Menschen za glauben unmöglich seien. Er verwirft nicht den Glauben schlechthin; er glaabe an einen Gott, an eia Fortlebeo der Seele nach dem Tode; er glaube aach, dass ein Mensch Jeans Christas gelebt, dass er das, was ihm in den Evangelien in den Mund gelegt werde, wirklich gesagt and dass er durch seinen Tod die Ueberzeagungskraft seine r Gesinnung bethätigt habe; nie and nimmer aber könne er glauben, dass dieser edle and fromme Mensch ein leibhattiger Mohn Gottes gewesen sei und dass er durch seinen Tod die Münde der ganzen Menschheit aaf sich genommen habe. Die Dreieinigkeit Gottes sei ein Unding and widerstrebe unserer V.xnunft ebenso, wie der Glaabe an die Offenbarung, an das Miiüerthum Christi, an die Wunder and an die Erbsünde. Diese Lehren za glauben, fordert die Kirche von dem Chrieten; wenigstens der Form nach: denn sie scheue sich nicht, mit Solchen, die aufrichtig ihre Zweifel za erkennen geben, Kornpromisse einzugehen. Sie thae dies, weil sie nicht wage, an alle Diejenigen, die den positiven Glauben nicht theilen. das Ansinnen za stellen, ollen aas der Kirche aaszutreten. Dazu sei sie nicht mehr stark genug Die Menge der Gleicbgiltigen und Ungläubigen wachse von Tag zu Tag; und deswegen, aamit nicht mit der Kirche zagleioh die Religion, verloren gehe, lässt der Verfasser seinen Raf erschallen. Er wendet sich an die Tausende und Abertausende, die anter diesem Scheinchristenthnm, za dem sie' gozwnugen sind, leiden; mit ihnen will er ein ־ bekeantnissloses Christentham zur Befestigung wahrhaft christlicher Gesinnung, Werktätiger Nächstenliebe und eineä göttlichen Lebenswan leis gründen. Ueber die Einzelheiten in der Gestaltung dieses ,.wiederhergestellten“ Christenthumes spricht er sich nicht naher aus; er sagt aber, dass er eine vollständig klare Vorstellung darüber habe, mit der er auch nicht zarückhalten werle, wenn seine Schrift, wie er hoffe und wünsche, die Anregung zum kräftigen Vorgehen gegeben habe. —b. 1 Wie die Zeitungen melden, hat der Verfasser wegen dieser seiner Broschüre den Abschied von der sächsischen Armee nehmen müssen. Er hat's gewagt — was er mit Tausenden ja Millionen denkt, frei herauszasagen und wird nun selbst zum Märtyrer der Wahrheit. Vielleicht werden gerade deshalb seine ״ernsten Gedanken׳‘ desto eitriger gelesen werden. Den jüdischen Leser wird das darin Gesagte mit besonderer Genagthuang erfüllen.) Litterarisohe Notizen. London. Rev. L. M. Simmons hat seinen im ״Jewish Quarterly Review‘• veröffentlichten ״Letter ot Uonsolati דn“ (Trostschreiben) des Maimon ben Joseph in Separatabdruck erscheinen lassen. Dieses begeisterte und trostreiche Schreiben an die unter dem Drucke der Verfolgung der Almohaden und Unitarier leidenden Brüder ist hierdurch zum ersten Male dem grössere Publicum zugänglich gemacht worden. Der Text ist bisher nur im Auszage bekannt gewesen and obschon Herr prof. Dr. Graetz von dem Gebotenen ausgedehnten Gebrauch gemacht hat, so wird doch der gegenwärtige vollständige Text mit seiner vortrefflichen Uebersetzuag un 1 Einleitung Sowohl den Gelehrten als allen Freunden der jüdischen Litteratur höchst willkommen sein. Maimon besass eine besondere Originalität und natürliche Glaubensinnigkeit, welche ihn gleichzeitig seinem berühmten Sohne ähnlich erscheinen lassen und von demselben unterscheiden. Maimon hat sehr Bemerkenswerthes zu sagen, aach ia Bezog auf das Gebet: ,,Der, welcher das Hebräische nicht versteht, mag in arabischer Sprache beten; hierdurch genügt er seiner Pflicht, weil das Beten in jeder Sprache erlaubt ist.“ Maimon macht einen scharfen Unterschied zwischen der Form und dem Inhalt der Gebete, er Inhalt ist wesentlich, die Form ist gleichgültig, er grösste Theil des ״Briefes׳‘ besteht aas einer Verherrlichang unseres Lehrers Mosche h uni einer homiletischen Erklärung des 90. Psalms. Einige Schilderungen der Leiden Israels and der ihm gereichten Tröstungen sind ergreifend eebön. Herr Simmons hat die ganze Uebersetznng sorgfältig mit Anmerkungen und" zweckmässigen Nachweisungen versehen Ela Cerruptel io Raschl, das ich bis jetzt in allen mir za Gesicht gekommenen Talmud-Aasgaben vorfänd, ist offenbar die Stelle zu den Worten in Moöd katan 28b וכרעי] הבולייא wozu Raschi bemerkt: בכית J?T[איסורי.!, was gar keinen Sinn giebt Es muss vielmehr heissen הן רבית [,!WM- (Das Targum za נ?3|ר ist nämlich ׳חכוליא) Wiener-Oppeln. Litterarischer Anzeiger. I Soeben erschien: , [4642 התפלה והאמונה Gebet und (Glaube. Ein Beitrag urErkUrug t L'UiUreigfes Sittis• Aalt« 1(4 4hm dtkrlick« von K. X Golditela. Rabbinat*verweeer in Fiume. Diese« Werk eignet sich sowohl für die Schule, als aach für das Haus. Die in den Gebetstücken enthaltenenReligionslehren sind hier in Fragen and Antworten suigestellt und die•• durch ein Inhaltsveoeichmas geordnet Ausserdem eethäli es die Haftarotb, mittelst deren Ns4rss ■adssoh. Vier T heile in e i n e m Bande für alle Functionen im cantoralen Leben. CM re, tMPs, Becltetfre etc״ mit and ahne Begleitung der Orgel nebst Hitaalvorschriften. Hebräische und deutsche Gebete, wie auch Sabbath- und Festbetrachtaugen für nar 10 Hk. Dieses Werk ist sowohl für den Cantor der Groesgemeiode, als auch lür den Ccliegen der kL Gemeinde mit Erfolg su verwenden. Gegen Einsendung des Betrages oder Nachnahme aa beziehen von H. Tiatet Cantor und Lehrer in Bsaztaa, Presse .,Schlesien. IMe €hu«b»*W nder Festest«} in 8 Akten für hneL Beiden n. Faailiea. (Zur Anitühnmg geeignet) Vom -Di*. I#. Jumant. Preis 9V Pfg. haar. die Exp, a.1 X^iplxtatralalexx ▼0■ Ckäatkä- Uuchter. Liederkrana für Schule a. Haue. 20 Chanuka-Gedicbte; in buntem Umschlag steif,' broechirt Preis *5 P‘r. 5 ExenauL: für 1 Ms., 10 für l.Mt 76,*l für JMk. Haar durch <L Exped. d. BL . Za verkaufen! Zanz, 4ie gettes4ienztllrhen Vtrtrlge 4er J14e1. (Sehr gut gehalten es Exemplar.) Offerten der Exped. d. Bl. einzusenden. In dem Artikel über die ״Ophiten“ in No. 41 und 42 sind folgende Druckfehler zu berichtigen: Z. 14: in statt le; 8, 159b. Z. 10: des st der; Z. 25; abzuaehen st.־־ abzustehen; S. 160 Z. 7 v. ob.: abstammt st abetammen;8.162b:: enthält es|Z. 6 v. ob.; Exoars st.Ceeurs; . slst deren Z. 10: verdanken st verdankt; flieeelbu im Zusammenhänge mit Z.44:Jon st 11 ans st. Jonathan: dem Wocbenabeohnitte stehen. Zu beziehen dank ckea Vedaaeer gunt Preise vonlfl.Hf kr. franko, Cf. n.t; un a tu KU■ Oh.uuiipsimn*. Z. 47: fand et taadjS. 160•! Z. 12. seien st. sein; Z. 19:. feigenden st folgsode.— . Beiisoteni Dt. Bakmer, Magdeburg. Dzaok voo D. L Wollt, Msgilsfiurj Verlag von Hobest Priese, Xeipsig״ ff■ L:■ -ti.iW’jä ־- ü

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