Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 45. (5.11.1890)
- Date
- 1890-11-05
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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AS 45. Jüdisches Jahrg. XXL br BelNehtu! lilar Jilwlh■■ •■4 JUm kitnffnlif IlttcrarfacfcM Cr• ur 46m titfcUU 4w Phile- «•»hl•« ««•chiehU, Etta«*r»pt1le, TM*©• 1 »fit, OrtaatelU, CxeftM, H*«»l«»lk. LJtuwtk a, Pilaggflk. Herausgegeben ton Rabbiner Dr. Moritz Ri huter. §fttayde6uzy, 5. S>tovemfei 1890, Da« ״JMIscks IJtterstajr-BIstt*' stzcheintwöchsstlich in i Bc Leipzig bei Robert Friese) pro. Jebrg allen Postenstelteo and Buchhandlungen 25 Pf. für die gespaltene Peätxeile, Bell BnohhAndlev n. Lehrer, welche 8 Hark. Abonnenten der 'k zahlen, erhalten das ״. mit 20 Mark, berechnet d'irect oder durch Bobert halben Bogen Preis bei allen Baohhsndlaagäa (io ,Israelitischen Wochenschrift“, die vierteljährlich bei J&c iaohe Littet atnr-Blatt* gratis. — Inserate werden mit atfl sind an dis Expedition dieses Blattes za aendea ese Inserate einsenden, erhalten 25 fi Rabatt. Msksr Ssr «Issealfitlfss'lilttSretB^wSCsk Sw ■Staat ss n,ssss4t ww*4a, »ssss la Uwa Blatts atssshsaSs Is!rl1ui«1 U ItsssaSss( na ,stl Saaseatser- Csaatalsrs« arieist'siajasHss ksrsa fl r stls* taacrtlss. I II 11 o. 11 r W iasenschaftliche Aufsätze: Sind Ablass und Probsbilismus im Judentbum begründet? Yon Rabbiner Dr. M. Güdemann in Wien. II. Artikel. (Schluss.) Li tteratu r berieht: Prof. Steinthal. Zur Bibel- und Religionspilosaphie. — ,Ernste Gedanken“ von M. v Egidy. Litterarische Notizen: London, Ein Corruptel inRtscni. Inserate. ' Litterariscber Anzeiger. Unbefugter Niskdrusk aus dfessm Blatte ist n i s h t gestattet. Sind Ablass und Probabilismus im Judenthum begründet? Von Rabbiner Dr. M. Güdemann in Wien. II. Mit gleicher Entschiedenheit und mit demselben Rechte, womit das Judenthum die Verantwortlichkeit für den Ablass ablehnt,׳ mass es auch die für den Probabilismus von sich weisen. Bier mass ich so wohl ־Weber, wie auch Siegfried aus dem Spielg lassen, welcher letztere, wie mir scheint, durch eineiv ganz ungehörigen Hinweis von Harnkok in die Sachev verflochten wird. Denn gesetzt, dass Siegfried in Betreff der Ablässe eine Einwirkung des Judenthams auf die Bettelorden-Theologen bewiesen hätte, so wäre doch noch fraglich, ob er eine.solch« hinsichtlich des Probabilismus zngäbe. Eine Saohe kann auf eine andere in diesem Punkte ein wirken and in jenem nicht. Der Hinweis sieht also blbss so aas, als ob er die aaigestellte Behauptung bekräftigen würde, thnt es aber in keiner Weise, 18t also naoh jeder Biohtang ungehörig. Die Behauptung selbst aber lautet bei Harnaok UI, 644 wörtlioh: ״Dieses monströse Feilschen um die sittliohen Principien erinnert frappant an die Methode der Talmudisten, und ist aaoh inhaltlich, wie noch henta die Moral Guryjs beweist, za denselben Sätzen gelangt. Wahrscheinlich ist das nicht zufällig, denn diese Methode hat im 13. Jahrh. ihren Anfang genommen d. h. in einer Zeit, in der nachweisbar das! Juden thnm aaf dis Bsttelorden - Theologen (■ ob. & 516: AbULdse) eingewirkt hat.“ Es ist wirklich kaum jemals eiije grosse, zudem nicht ungefährliche Unwahrheit in so wenigen Worten und mit 80 viel äioherhsii behauptet worden. Har* naok begnügt sich nicht, '*ohleohtweg za sagen, daas dieses monströse Feilschen um dis sittlichen Prindie Methode der ■Talmudizten erinnert*, [nie Erinnerang it die Meinung, erster Güte fcdenpruah gar r Harnaok nioht mir nur die be- I» eipisn an sondern er behauptet eine fraj und. erweckt daroh diese iSataoiac dassjhan es mit «nein Tahandkonc za thaa habe, dem gegenüber an niobit zu denken sei. loh mfcbhtea! in Verlegenheit' bringen, twfl «ri&ab( reohtigte Frage, was denn eigSai Üeh das ״mon* atröss Feilsoben am die sikMiohext Principiei“ mit der ״Methode* der Talmadisteh zu than h ibe. Ist denn das Feilschen am die sittlich mi Principien monströs wegen der Methode oder nicht vielmehr deshalb, weil diese Methode.auf die sittlichen Prinoipien angewendet wird? Die ״Methode der Talmudisten* ist die dialektische, aber Herr E arnack zeige uns, wo im Talmud diese Me«, thode ruf die sittliohen Prinoipien angewendet, w o im Ta mnd mit den sittlichen. Principien gefeilscht wird. Wenn er über das Verhältnis» der Methoc e der Talmndisten and der chriatliohenTheologie des Mi ttelalters aas dem im J. 188-4 erschiene neu 2. Bande meiner ״Qeechichte des Erziehung»Wesens und det Caltnr der abendländischen Jaden* sieh hätteunterrichten wollen, so würde er das. S. 95 folgende Stelle j efunden haben: ״D 1 die gesummte Wissenschaft dieser Zeit (18. Jh.) -religiösen Charakter trägt, 80 besteht in formaler Hinsicht kein Untersc! ied zwischen den gelehrten Bestrebungen von Jadsa undChrsten. Nur des Bekenntnis» ist verschieden, dis Geistesrichtang ist dieselbe. Die Snmmä Theologieä des Thomas v. Aqui 10 nnd dis talmaditche Theologie gleichen sich in formaler Hinsicht wie ein Ei dem andern. Hier wie dortüadet sich dies 31b8 Casuistik, dieselbe dialektische -Erörterung religiöser Fragen, dieselbe jnnstisohe Behandlung von Glanbenfeabhen. In der Theorie der Qewisgensläll* hat. dis scholastische Theologie den Talmudismns noch aber-, boten, licht zum Vortheil• des sittliohen UrthSüs, dassii durch haarspalten de Unterscheidungen oft mehr 1 erwirrt,'als geklärt nnd gehräitigt.naä<< So und nioht anders steht des Seoh verhält nisa, über di s ioh mich,, wie Jeder zageben wird,׳ glimpflich, vielleit bt zu glimpflioh, ausgelsseeu habe, aber ichkönnt! nioht voranssehen, dass sechs Jahre, nachdem ioh da! Vorstehende medergeschriebsn, ein Gelehrter von R if die Welt mit der Enthüllung bedenken würde, dass das ״monströse Feil.sohen um die sittliohen Prinoipien frappant ßa die Methode der Talmndisten erinnern nnd auch inhaltlich, wie noch heute d^e.Moral Gary’1 beweist, au dena eiben Sätsen gelangt sei*. Der Talmud ׳-» ioh spreohe in der angeführten Stelle woblverstenden vom Talmadiamns, nioht. vom 1 almud — dir Talmud also; tö««k ioh ihn kenne — and ioh darf in diesem Pnnkte-ViaBeieht. mit H tmabk konkarriren— hat sich wohl gehütet, die Ui verbrflchliohkeit de* Sittswgesetaes durohjprobabiii« asohe Dialektik za erschüttern. In dienern Fenktehat de r ohristtiohe Advokat Dr. Kopp־ ätjs dea^Gutaohten von Höldeke und Wünäone, die aaoh Juden sind, besser als Hamaofc Uber, den sich o ieafcirt. Er sagt (Har Jadeafraze aaoh 4*a Ahlen dee Proztsgss Rohfing-Bloch Ö. J41 1a de•״ Jaden• &*dli4hkAÜ and. Storni %t«r ivipe *n d ־) _ _ . . . Wahl in ihasu darph den Talmud mit, r Pflicht gemacht, dass dsrW»4 1er Theorie des gfcttliokaB &*b a •r .»# •.--!י'.*ג wSdv־: fif