Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 43. (22.10.1890)
- Date
- 1890-10-22
- Page
- Seite 168 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- journal issue
- OCR quality
- 88% known words query
- IRI
…/6492408-6575064-8757869--2093-4857114- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
Mentioned entities
- Joab 1× ep/1005321
OCR text
— 1«8 fcönigiiohtn Oheim David begriffen,*'dem er einst mit gifihender Verehrung anhing, den er jedoch jetit als einen aller früheren Thatkran entledigten, von Weiberlitt and Intrigaenspiel amgarnten Herrscher ansieht. David wiederum ist, wie er dies aaoh dem Propheten Nathan gegenüber deatlioh kundgibt, von einem eradexa tüdtlichem Hasse gegen Joab erfüllt, weil ieser, von einem trotsigen Gefühl geistiger Ueberlegenheit erfüllt, so manchen Plan des Königs durchkreuzt and weil bereits im Volke der Glaabe verbreitet sei, die wirkliche Durchführung aller Maasnahmen des Königs hänge von Joabs Willen ab. Der König lässt nun, nachdem der Prophet Nathan von jeder Gewaltthat gegen Joab dringend abgerathen, weil eine solche, der Stimme der Vernunft und ״der . Sprache des Gesetzes“ widerstreite, demselben daroh den Geheimrath Benaja die Botschaft zukommen, dass er, Joab, den bisher innegehabten Oberbefehl mit zwei anderen Männern theilen solle. Obschon diese Massnahme zweifellos als Vorläuferin einer bald bevorstehenden gänzlichen Amtsentsetzung Joabs erscheint, eilt derselbe dennnoch mit seinen Getreuen zu den .Waffen, als er die Kunde von der Empörung Absaloms empfangt. In der Schlacht tödtet Joab den Ab'alom gegen des Königs ausdrücklichen Befehl, was den gewaltigen Zorn des Königs bis zum : tiefsten Absehen steigert. Als dann noch Joab in einer.mühsam gewährten Audienz beim Könige, da derselbe in seinem Schmerze nicht gewillt ist, die siegreichen Schaaren zu begrüssen, den Zusammenbrach von Davids Herrschaft beim Festhalten dieser Weigerung in sichere Anssicht stellt, gibt zwar der 1 König dem Andrängen Joabs nach, spricht aber in dessen Gegenwart seine Amtsentsetzung aas. Inzwischen ersteht ein neuer Empörer in der Person Seba Sohn Bichri’s; der gegen ihn entsandte Amasa , lässt keine sichere Haltung erkennen, weshalb der König wieder zu Joab seine Zuflucht nimmt, um Seba unschädlich zu machen Joab schwankt wohl einen Augenblick, ob er, der Verstossene, nur in der Noth Herbeigerufene, seinen Schutz dem König i wiederum angedeihen lassen solle, allein nach kurzem ן Besinnen beseelt ihn wiederum die Treue für David ׳ und er ruft die Kriegs gelahrten zum Kampfe. Nach- | dem durch den Tod Seba’s der Aufstand beendet ist, entlässt Joab die Kriegsschaaren mit den Worten ן rühmender Anerkennung und dem Kufe: ״Glück zu ׳ dem Könige und seinem Hause!“ (Schluss folgt.) j 8., PrzysloAi» zydowskie (Jüdische riprüchWörter). In der polnischen Zeitschrift ״Wisla“ Warschau 1890, Heft I, (Seite 166—188.). Der jüdische Jargon beginnt allmählich den ihm aafgelegtem Bann von sich abzuschütteln und hie und da finden wir in der einen oder andern Zeitung für jüdische Interessen Artikel über diese Volkssprache*;, deren sich ein grosser Theil des jüdischen Volkes noch bedient. In neuester Zeit wurden *) In der neuesten Zeit: 1. ״Der jüdisch-polnische Jargon“ Skizze von Dr. Ph. Mansch hin Lemberger ״Israelit“ von 1889 und’1890. — 2. tlJudendeutach“ von Dr. Hans S. Kraua8 sogar in nicht-jüdischen Blättern Aufsätze über diese Umgangsspräche der Juden abgedrackt, und za dieser letzten Kategorie gehört auch die Abhandlung des Herrn Adelberg über ,Jüdische SprüchwOrter“, welcäer wir in der besten polnischen ethnographiseben Zeitschrift ״Wisla“ begegnen. Der Autor erklärt am Eingänge der Abhandlang, dass der Jargon in der neuesten Zeit sich erst eine Litteratur erworben hat, weil die früher erschienenen Weike nichts weiter als Ueb»rsetzungen verschiedener, höchst schädlicher Romane und Räubergeschichten sind*;. In jüngster Zeit jedbeh finden wir eine grosse Anzahl junger Litterafen, die im Jargon schreiben, und die keiner europäischen Litteratar Schande machen würden. ״Der jüdische Jargon — fährt der Autor fort — ist für den Forscher der polnischen Sprache**;, des XVI. und XV1L Jahrhundert ein wichtiges Matprial“. Er macht hierauf auf Klemens Juno sz, einenhekanteu polnischen Schrittsteller, aufmerksam, der zuerst die Wichtigkeit des Jargons für die polnisohe Sprache erkannte und sogar einige Romane und Novellen aus dem Jargon meisterhaft ins Polnische übertrag***). Hierauf geht der Autor zur Beurtheiluug der Jargon-Sprüchwörter über und weist die Aehnlichkeit der Sprilchwörter der polnischen Sprache mit denen des Jargonnach. Zum Schluss führt der Autor gegen 600 SprüchwOrter in unverwandter polnischer Uebertragnng an, obwohl er zugiebt, dass Sprüchwörter eigentlich unübersetzbar sind. Die ganze Arbeit zeugt von grossem Fleisse, und ist die Aaswahl der Sprüchwörter eine recht gelungene. Der Autor würde die Jargontrennde sehr zu Dank verpflichten, wenn er seine Abhandlung als Separat-Abdrnc.K erscheinen liesse Dr. K.-Ltmberg. Litterarische Notizen. liombty. Herr Joseph Ezekiel, Director des D. Sasson'schen Wohlthätigkeits-Insütata hat seine Marathi- Uebersetzung des f0תעני CS סדר ח nebst zahlreichen Noten zur Erklärung schwieriger Wörter, Ausdrücke und Sätze in den הנדוח veröffentlicht. Es ist dies das 18. von ihm erschienene Werk. Augenblicklich ist er mit der Vorbereitung zur Uebersetzunj der Gebete für die drei grossen Feste beschättigt. Mit Vollendung dieses Werkes, dessen Herausgabe in an demnächst erwartet, wird Herr Ezekiel die Marathi-I’ebersetzungdergauzen jüdisch-portagiesisctienLitteraiurbeendethaben. B Hort. Herr Rabbiner Metzger hat eine französische Uebersetzung des Ibn Oannach’achen ספר הדרמה *us dem arabischen Texte veranstaltet. Das Werk ist vom Grandrabbiner Wogue evidirt worden. Anfrage. Zur Mischna (Beza pag. 33a) •אין מוציאין את האיר וכוי ם! המים giebt Rsschi eine physikalische Erklärung und schliesst mit den Worten: ICT כך •ממעה, בפיוט ייצר אחד מגאוני לומברדיאה. Weiss Jemand der gelehrten Leser dieses Bl. Näheres über dieses Pijut anzugeben? Zunz in seiner Biographie Rascbi’s (Zeitschrift t. d. Wissenscli d Judenth. 1823 S. 316; bemerkt hierzu nur: ״EinLombardischer Gaon aus unbestimmter Zeit, dessen Festgebet, worin von einer Art Brennglas die Rede ist, R&schi (a. a. 0.) nennt.“ B. in der ״Oesterreich. Wochenschrift“ No. 2ö (Wien 1890;. — 3. ״Kilka »low o zargonie i teatrze zydowskim“ von Jgu. Suesser in der ״Ojczyzna“ No. 12 u. fl. (Lemberg 1890;. *) Es stammen aber aas jener Zeit noch viele religiöse, moralische und historische Werke, welche viel zur Bildung des Volkes beigetragen haben. **; Dr. Man sch weist in seiner genannten Studie die Aehnlichkeit des Jargons mit der mittelhochdeutschen Sprache nach.׳ ***) Auch die deutsche Litteratur weist manche Uebersetzung aus dem Jargon auf. Aussei kleineren, in verschiedenen Zeitschritten abgedruckten Erzählungen, und Novellen verdient der Roman des unter dem Pseudonym,,Schulim alechem“ schreibenden Schriftstellers Rabbinowioz unter dem Titel ״Stempiuia“ genannt zu werden, welchen Dr. Ph. Mansch im Lemberger ״Israelit“ in’s Deutsche übertrug. — Die meisten Uebersetzungeu ans dem Jargon besitzt unseres Wissens die hehr. Sprache. Literarischer Anzeiger. Oie Cluuauka-W ander Festmiel in 3 Akten für RraeL Schalen a. Fanrille■. ,(Zur Aufführung geeignet.) Von Dr. X*. J\1sauf. Preis 75 Pfg. haar. (fir ikenwt i. VKtcaMhr. N ffg.) Zu besiehen durch die Exp. d. Bl. I-ilolrtetga h.1 בנס. Tom Chafloka-Leuchter. Liederkranz für Schule u. Haus. 20 Cbanuka-Gedichte; in buntem Umschlag steif, broschirt. Preis 35 Pfg. 5 ExempL für 1 Mi., 10 für 1 Mt 75, 20 für 3 Mk. Baar durch d. Exped. d. Bl Bei B. Löwlt in Wie» I. Rothenthurmstr.23 erschien soeben Bf ächstenl lebe. Ein Beitrag zur Erklärung des Matthäus-Evangeliums. Von [4607 Rabbiner Dr. M. Güdemsaa. Preis: 40 Kreuzer. Verlag von ♦»eorg Reimer in Berlin, zu bezieh, durch jede Buchhandh Zu Bibel u. Religionsphilosepbie. Vorträge und Abhandlungen von H. Steipthal, Dr. 4 Mk. 80 Pf. Verantwortlicher Rsdictear Dr. Rah mir, Magdeburg- Druck von D. L. Wolff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.: 1 ׳ ' 't