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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-10-22 · N° 43. (22.10.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 43. (22.10.1890)
Date
1890-10-22
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 43. Jüdisehes Litteratur-Blatt. JahrgiXXIL lar BilMehtu« aJI«r Jm49mUia u< /«4«1 liliarftrUekw «r• mMiuK■ amt 41■ GltltU 4■ PW•• mkh, fiGNkiebt«, HhB4vnfbl«> TI■• •ft•! Orlartalla, l4BlI«Uk, Lftuffk *. Herausgegeben ▼OC Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. fMxu}de(>uty, 22. Octofei 1890. ■M« a«r iNwnm— UUantar.weick *m U*Mfaw 11t war•—, Sa«•• i* «Ina■ Blatte «tectk«■•• ■ewnehee« N ZlaetaSa^t m a«al hM*■■ ■uaialaraa wM|t alaauUe• kan« Sr^tla-lantiHa. ' Daa j^MUokt Utteratnr-Blett* «racheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allin Baohhaadlaagen (in Leipzig bei Bebert Priese) pro Jahrgang 8 ■ark. Abonnenten der ^Israelitischen Wochensobritt“, die vierteljährlich bei allaa! Postanatalten nnd Buchhandlungen luk zahlen, erhalten das ״Jüdische Utteratar-Blatt“ gratis. — Inaeeate werden mix st PT. für die gespaltene Petitaeile, Beilage« mit 20 mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blatte• an sende» Buchhändler n. Lehrer, welche direct oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 26 1ן Babett. 1 Inhalt: ffi 88©n8chaftliche Aateätze: Di« Petition der Londoner Jaden an Crom^elK (Schloss.) —:Die Juden des Mittelalters. itteratnrbericht uDd Kecensionen: Joab. Trauerspiel von Friedrich Wilhelm Hildebr^ndt. (Fortsetznng.» — Adelherg S.,Prs׳y*l<wfazidowski$(JüdischeSprichwörter.) Litterariscbe Notizen. Bombay, pelfort. — Anträge. Inserate. Unbefugter Nachdruck aus diesem Blatte ist nicht gestattet Die Petition der Londonrr Juden an Cromwell. (Schluss.) Den weltlichen Namen des vierten Unterzeichners ״ Abraham Coen Qonsales“, — nicht ״Abraham ben Gonzales,“ wie Stern angibt*) — weiss ich nicht. ״ Gonsales“ ist ein Name, weltbem wir bei den Marannen nicht oft begegnen. In dem Londoner Adretsbnche für 1677 finden wir den Namen ״Ja. Gonealus“; vermntblich ist.aber hiermit eine andere Person gemeint. Es ist indess möglich, dass dieser ein Verwandter oder LandsmaDn Carvajals war, denn wir sehen, dass es in Spanien npeh eine unter dem Namen ״Gonzales Carvajal“ bekannte Familie gab nnd dass ״Ja. Gonsalns“, welchen ich für seinen Sohn halte, in Leadenhallstreet nahe bei Carvajal wohnte. Abraham Coen Gonsales muss ein reicher Mann gewesen sein, denn in der Finta (Steuerliste?) der sephardiseben Gemeinde für 1667 finde ich ihn als einen der Höchslbesteuerten angeführt. Nach diesem Jahre verschwindet sein Name aus den Synagogenbiiehern, und da er auch in dem Todtenregister nicht vorkommt, 80 vermuthe ich, dass er England verlassen bat. Der fünfte Name weist sich weder als ״Jakaub de Caere“ noch als ״Jakaub de t^aporta“ aus. Es ״J&bacob .de Caceres“ und bei Vergleichung' mit der folgenden Unterschrift (Facsimile für ״Simon de Caceres“), den Robles-Akten entnommen (Hesettlement p. 11), ist es unfehlbar der jüdische Name des ״Simon de Caüeres“. Diese Identität wurde auch schon von Herrn Israel Davis in seinem Bericht über die Angelegenheit des portugiesischen Begräbnis«• pl&tzes, welchen ״Caceres‘• und ״Carvajal“ 1654 gemeinsohafllich erworben, vermuthst. (Jew. Chron., Nov. 20, 1880). Durch die Vergleiohung der Unter- *) In vor. Ne. sind aut der eisten Seite drei Namen za berichtigen und also zu lesen: Abrabaneil, Abraham, CaUT«. sobriften ist diese Vermuthungi aber zur Gewissheit geworden. Die AehnJichkeit der Schrift bei den Zap&men ist auffallend und die Endschnörkel erweisen sioh in beiden Füllen als von ejnem Schreiber herrührend. Die sechste Unterschrift, welche Stern ,nioht ganz lesen konnte, ist ״Abraiam Israel de Brito.“ Hier haben wir den jüdischen Namen eines andern Coilegen Carvajals (Resettlement p. 6) ״Domingo Vaz. de Brito,“ wie sieb ans der \ e!•gleich ung mit dem] folgenden Facsimile seiner gewöhnlichen Unterschrift ergibt. ' י I ״ Da alle Petitionen des ״Domingo Vas de Brito“ im Urkundenarchiv auf der Rückseite diesen deutlich geschriebenen Namen tragen, so ist die Entzifferung ן zuverlässig, wahrend die Identität der beiden Autographe durch die eigenthümliöhp Form des ״de“ (dt) und die auffallende- Ähnlichkeit des unleserlichen Zunamens mit dem des letzten Alutögraphs festgestellt ist. Martin hatte in seiner ״History ot Lloyds“ Gelegenheit, ein Dooument abrfaschreibea, in welchem ״Brito’s“ Name vorkam nnd er las das ״da“ als ״dt“ wodurch die Firma ״Domingo Vass and de breto“ entstand. loh habe schon trüber raitgetheilt,, dass ״De Brito“ der erste auf dem von Carvajal üngekauften Friedhofe begrabene Jude war und die obige Unterschrift überzengt mioh, dass meine yermutbang richtig war. ' . Der Anfang des Registers der Bgvis Marks ״Is. Brito,“ 4. Elal 5417 wurde immer gelesea Jiuo , Brito“. Wir sehen aber jetzt^ dass es 'heissen muss ״Israel Brito“. Noch mehr. Während die 8taatrakten manchen Hinweis auf ״Domingo Vaz de Brito“ enthalten, hören dies* nach Juni 1658 gfcnslioh auf. Mit de Brito verhielt es sioh offenbar ,in Bezug auf seinen hebräischen Namen wie Carvajal und daher rührt die gebräuchliche Appellativform ״Abraham Israel.“ Der letzte Name ist mir unbekannt. ״Chillon“ ist sogar nooh seltener als ״Gonsales.“ Das Autograph ist sehr hübsch and da es der Handschrift in Carvajals zahlreichen. Petitionen und Briefen zehr ähnlich ist, halte ich dafür, dass ״Isaak Lopes Chillon“ ein Schreiber im Dienste dieees Hervorragenden spanischen Kaufmanns war. Dia Deutlichkeit des Namens mit dem masterhaften Schnörkel ▼erräth■ den berufsmässigen Schreiber. Das Dooument im Ganzen ist für die Geschichte der Wiederaufnahmer der Jaden in England von besonderer Wichtigkeit Es setzt uns niont nur in den Stand, die Identität von 3 dar hervor! sgendzten י Marannen des 17. Jahrhunderts in England über allen

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