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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-09-18 · N° 38. (18.9.1890) · p. Seite 150

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 38. (18.9.1890)
Date
1890-09-18
Page
Seite 150 (sequence 4)
Language
German
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All dieser abweichenden Anpassungen ungeachtet, haben wir die reichhaltige Schrift mit ßrouam Inte• jene gelererr nrd wtlhschen derselben eine weite Verbreitang. Leobsclidts.* > Dr. Krakauer. lAtterariache Notizen. BlMbeaatraag. Es ist bekannt, dass nicht nur die deutschsChreibenden Autoren des Mittelalters, sondern anch diejenigen, welche der lateinischen Sprache sich bedienten, die Bibel gnt benutzt haben. Heber die Schlacht von Fontanefcan 842 haben wir Ton "einem sonst unbekannten Mitkimpfer aas Hlothars Beer, mit Kamen Angelbert, ein Gedicht, welches ebenfalls davon Zemgnias ablegt• In diesen ״Versus de* bella, quae iuit acta Fontaneto“ ennnein besonders die beiden letzten Strophen an Hiob Cap. in, 8-7. .JCaledicta dies illa Nec in anni circali Nameretur, sed radatnr Ab omni memoria. Hier mit dem Unterschiede, dass es Hiob IH, 6 von der Kacht heisst: ״Selbige Nacht entführe das Dunkel, nicht freue sie sich unter den Tagen des Jahres, unter die Zahl der Monde werde sie nicht gerechnet“; hier bei Angelbett dagegen der Tag nicht in des Jahres Breis gerechnet werden soll. Er benutzt eben die Hiobstelle sehr frei und mit Veränderung der Reihenfolge. Labar solis illi desit Aurora crepuscalo,’ Nexqbe illa nox amara Koxque dura nimium. Diese Stehe steht freilich nicht wörtlich an der pp. Hiobstalle, aber ebenso wie hier in Angelbert’s Gedicht, so auch dort im Hiob wird gewiseermassen als Steigerung, im zweiten TI eile die Kacht verwünscht, nachdem im ersten Theile der Tag verdacht wurde. Es ist die kaltur- und daher auch jadenfreandliche Zeit der ersten Karolinger, in der ein Kriegsmann auf dem Schlachtfelde dieses Gedient verfasste, das anch ncch andere biblische Anklinge aufweist; es ist abgediuckt in den M. G. ed. Pertz. 1. September 1890. Benjuda. Laads■. Eine für englische Geschichtsfreunde höchst interessante Entdeckung ist bei den gegenwärtigen Arbeiten in '״Fetter Line“ gemacht worden. Bahn Niederlegen der Häuser Ko. 1 and 2, Beils Yard, haben die Arbeiter einen Theil eines alten Bauwerkes blossgelegt, welches man für die ursprüngliche ״BoJls Cbapel“ (Urkundenkapelle) hält, welche Heinrich 1H. zur Benutzung für bekehrte Jaden hatte erbauen lassen. Dies ist das berühmte ״Domas Gonversorum“ (Conveititenhaua), welches in der ältera Geschichte unserer Gemeinde eine so bedeutende Bolle spielte und als Verbindangsglied zwischen der Zeit vor der Austreibung und der der Wiederanaiedelnng im 17. Jahrhundert diente. Eine Skizze dieses Gebäudes iet in der Bandzeichnung eines Manuscripts von Matthew Paris, welches sich im Corpus-Christi-College zu Cambridge befindet, aut bewahrt worden; dieselbe ist von der eigenen Hand des Geschichtsschreibers entworfen und eine Copte dieser seltenen Skizze wurde auf der englisch-jüdischen historischen Ausstellung gezeigt. Es würde interessant sein dis Uebere instim mang derselben mit der oben gemachten Ent• deckung nachzuweisen. Das.Convertitenhaaa hatte Insassen während der ganzen mittlern Periode der englisch-jüdischen Geschichte und ver• sorgte die Universitäten za Oxford und Cambridge zn verschiedenen Malen mit Lehrern des Hebräischen and Rabbi- Tiinlum In diesen fand Shakespeare ohne Zweifel die Modells für seine Studien des jüdischen Charakters, welche er uns im ״Kaufmann von Venedig“ vorführt; denn obschon die Schöpfung des Shylok wahrscheinlich durch die angeführte Verschwörung des Boderigo Lopez eingegeben war. so war es nicht der Msranne, welchen Shakespeare auf die Bühne bringen wollte, sondern der hebräische Jade, der unveränderte Typus, wie er eben von der Türkei und Polen in England eingetührt und in seinen treffendsten Mustern im Convertitenhause erhalten wurde. Sprachliches. Herr Babb. Di׳. Krön er-Berlin verdient für seine Correctur (LitL-Bl. Ko. 87) ,־DlttS nUTO (statt כתיבה טובה! allaeitigen Dank. In Betreff des unrichtigen Ausdruckes בעל, תורע für הורע, auch בעל קורא far קורא and מל סנן für סנך, möge folgende Stelle aus dem לאשכול! Ed. Babb. B. H. Auerbach 1צ'ל (Th. I. VII. Kote lb) hier einen piats finden: המחברים הדורשים מכנים עצמם בשם בעל המחבר. אם יבעל נשש אחה תמצא שבעל המחבר?רננו המחבר כמו שבעל יזשור איננו דשור זבעל הבור איננו דבור. נם כותבק בעל תוקע בעל קורא, א־כ־ איננו התודע והקורא כ״א אדוניו. Zar Verhütung solcher Fehler müsste jeder Bedactear eines jüdischen Blattes die Setzer veranlassen, jedesmal, wenn das Manascript einen solchen Ausdruck enthält, das Wort כעל zu streichen; das Publikum würde sich dann bald an die richtige Ausdrucksweise gewöhnen. Dass es auch nur pD statt בעל םנן heissen muss, sehen wir schon in der Mischnah Joma 4,1; השק בימינו und הסגן אומר לו. Ich erinnere mich, einmal gehört zu haben, dass die Benennungen בעל תול,ע und בעל קורא darauf hinweisan sollen, dass diese Fanctionäre | Männer sein müssen and Frauen zur Verrichtung dieser : Functionen nicht befugt sind. Ob das der richtige Grand ist, { mögen die Gelehrten entscheiden. (Darchaus anstichhaltig. Rad.) Aehnliche Sprachsünden hat aber nicht die hebräische | Sprache allein, sondern auch die deutsche Sprache hat deren ’ jn Menge aufzuweisen. Statt vieler mache ich auf die folgende : aufmerksam. Ein in der angeführten Ko, des Litt-BL recen-! sirtes Bach von L. Klein führt den Titel שמת עבר, Hebrä-! isches Sprachbach für die israelitische Jagend beiderlei Ge- | schlechte. Kan ist aber ein Mensch beiderlei Geschlechts ein! אנדרוגינוס “Androgenos «־Mannweib. Sollte das Buch nur : tür solche nng'ückliche Wesen, deren es aber Gottlob nur höchst 1 selten gibt, bestimmt sein, so würde der Verleger mit demselben | gewiss kein glänzendes Geschäft machen. Es muss heissen: ״ יfür die Jugend beider Geschlechter, d i. für Knaben | und Mädchen. L. Cohen-Rees a. Rhein. | Ofden grruakem einer «*flaetetdjtifttn Gfgarre empfehle ich ♦w aut eigener, prafttfdjer Erfahrung alt beite Sejugtguette bat Ser־ janbtgefcbäft non ifj. 3iar<(r, 3ürftenwalbe bei Serlip. Tie ge־ nannte girma h°t ftd) burd) ipre Salibität einen gan} befonbert guten Suf erworben. 3h* ®efdgtftäprincip ift: »efte ääaare bei billig ft er Sreitftedung unb bur$aut reeller Sebienung. 3<b bin überjeugt, bafe ein jeber SSaucbernad) einmaligem Serfudj ein treuerShinbe ber girma wirb. Tie Sitma oerfenbet S reite ouraate gratitunb franco. A. E. in F - Litterarischer Anzeiger. Novitatrn aus dem Verlag von J. Kauf• aa■■ in Frankfurt a. M. Spanier, M. Qnellenbuch für den Unterricht in jüd. Geschichte Und LHteratur. Gebunden Mk. 1.30. —Dasselbe, V elinpadier, Prachtb. Mk. 2.- Cassel, D. Leitfaden tür den Unterricht in der jüd. Geschichte a. Litteratur. Nebst einer kurzen Darstellung der , hibL Geschichte and einer Uebermcht der Geogrsphie . Palästina'. 8. Auflage. Gebunden Mk. 1.30. Klotz, M. Der talmndische Tractat Ebel ׳ rabbathi, oder S’machoth nach Handschriften nnd Parallelstellen bearbeitet, übersetzt nnd mit erläuternden Anmerk. versehen. Heft I. Mk. 1.75. Bei Einführung v. Spanier, Qnellenbach, u C a s s e ^Leitfaden in die 8chule gewähre höchsten Babatt. Den HH. Schuldirektoren nnd Lehrern stehen Ansichteexemplare gern zn Diensten. Frankfurt a. U. [4461 J. Ktsfasin, Buchhandlung. «i0ar*e1t Soncutämanen u. fiiquibatiorrn, feineit bec Sorratt) tddjt, 3aSS mit amerif. 3*d|flt, 100 St. 9H., 2.00, Sumatra m. BrafU milb,100 St. ua. 2.50, Samatra m.fttlif.fräf lg, 100£t Wt3.00, S«M ig Criotasl »adsag fiSjtig. 10) St. 3.50,$oaa*ä« in Cri(isal־$*du■(, triftig, 100 St. 911. 3.50, Samatrs mit Äelljt u. UaBiMa, ftin, milk, 100 St. Wf. 4.00, »antlla־#, neu fte3afcrgäagr,trf{tig, 1006t. 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