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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-09-18 · N° 38. (18.9.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 38. (18.9.1890)
Date
1890-09-18
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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*J»! jJüdisehes Litteratur-Blatt. kir B*l«m*feMa« aU«r JMattkut u* Iwäm Htnft■«■ UttarwlMka■ Br• *•Mia■■(«■ aaf Mai 8«M«M te rau•־ ■Milli•, (■cthM, MmmiU•, Th••- Mi*, DiMMto, Bz«•». ■«alMUk, Utadk ■• PMamtt, Hersuagegeben Ton Babbiner Dr. Moritz iUhmer. 18. SeptcnfSez■ 1890. ■MM* Mr«iMkllti(M UUmlw.MM 4m MMkM 1■!■■» **ri—. Ml■ 1■ Mm ■tatM •te(«h*BM ■«•MM•( Ml ■mm(u« m 1**l ■111■!*«■1• t*»«Una ■Mi« •MuH«• km* «Mh iMirtl«■. D•■ -JMlsek• LItterstar-BUtt•• eraofceint wSehentlieh in •inam hslban Bogea Praia bei sllea Baohheadlaagea (in Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Back. Abonnenten der .InaeUtiaehaa Woeheneohrift“, die riertelj»UrUoh bei aUen Poatazutalten nnd Bnohhandlnngen f Bark ■ahlan, arbeiten das ״Jüdische latteratar-Blatt* grati*. — lasscate werden mit SS PC 10r die ««ז■««. Petiteeile/Beilare■ mit SO Bark, bereobnet and aind an die Expedition diems Blatte• an ■enden BnahbAndler n. Lehrer, welche dirieet oder darob Robert Frieae Inserate •maaadan, erbalten 35 ft Babatt. Inhalt: W iiaenacbaf tliche Aafaltze: Beitrag zqr Geschichte des Acosta’achen Glaabensatreitcs. Von Adolf Wfüdauer. — Eine uralte Synaroge in Hüdruaaland. bitteratnrbericht nnd Recensionen: Goitein, Dr. H. Der Optimismus and Pessimismus in der jüdischen Beligionsphilosopbie. Litterarische Notizen. Litte!ariaobe Anzeigen. Uabelbgter Naskärask Mt treten Blatte ist ■iakt!eatattet. Beilrag zur Geschichte des Acosta’schen Glaubensstreites. Von Adolf Walilauer. In der Geschickte des Verfassers, des vcn dem holländisch«n Theologen nnd Arm inianer Philipp von Limborcb 1687 heranegegebenen ״Exemplar vitae kn• manae“*) kat sich eine gewisse •traditionelle Gestalt ausgebildet, vcn der man nicht mit Bestimmtheit sagen kann, ob nnd inwieweit sie mit der rollen geschichtlichen ־Wahrheit äbereinstimnt. Die Quellen, aus denen wir za schöpfen vermögen, bei üben der Natur der Sache nach lediglich anf literarischen Denk• noälern, es sind Aufzeichnungen von Männern, die an: mittelbar oder auch nur mittelbar in| naher oder ent• fernter Beziehung za den Ereignissen stehen. Jene Quellen sind primär, insofern sie, I wie die leiden Schrillen Acosta’s nebst den Gegenschriften des Sa• muel de Silva nnd Daniel Levi de Bpnioe**) der dar¬ *) De vehtats Christian*« leb'gioni», |»mic» collaiio com eiudito Judaco. Sabhmgitar Laie libro tiactatos, cui titulna: Urielis Accsfae eximplam vitse lamanaa: addita eat hrevis reit tat io sTgamenloiom, quibue Accsta camcm rsligionem revelaUrn impagnat. Goods, Jaitus ab Hoejre, 1667, Das Werk erschien 1738.! *•) Die clMtoiogische Folge dieeerj Wetke ist: Stmael de Silva, ״Debet di• Uneteiblicbieit der Seel•‘, im Jahre, der Schöpfung (313 oder 1633 0. Cb. G. Acosta ,Examen dak tradifoena pbatiseaa conferidas con k L»Jy eserit• por tlriel Jaiista betieo, ccm regetta 4. bem Scmoe de SQva, seu i«Uto calcmniadcr‘, Amsteidamt sine aano. Ilies• Schritt gehört veuntithlich d'm Jibre 1634 an, vergl. Hattpisnn in Ersen and Giabei’s Enc. Art. Acoats. Acosta ,Exemjlam vitae human•«“ (oder ״Exemplar buKanae viUe־f), vielte eit 1647 jedenfalls kuiz vor dem Tode des Teriaiecis in di r ans vorliegenden Foim «ntwerten. Endlich Daniel Levi <e Burios ,Brief an Anten» Fniiqatz de Gerne■1‘ vcm 36. Rai 1641. Dieser Brief ' ist vor einigen Jahren vcn der!panischm Zeitung ״El Dia“ ׳ verOÜentlicht and ve n. W. K. anonym in der Jonnlegaleilige r* der ״Äoeeitcbcn Zeitung“ wiedergegeben ׳ eoeden. gestellten Zeit selbst noch angehöreo, sekundär, wenn sie, als von später Lebenden herrührend, anf andere, ursprüngliche Quellen snrüokgehen. Za den letateran gehört, wohl als erste oder eine der ersten, Limborcha erwähnte ״Widerlegung der Beweise, mit denen Acosta eile geoffenbarteBeligüm bekämpft". Von dem Schreiben des Daniel Levi de Barrios ist die Annahme vielleicht nioht von der Hand sn weisen, dass es beaüglioh der Daten aas Acosta'a Leben selbst erst anf eine Quelle erster Hand *urückgeht, wenn man nämlich derlegen kann, dass Acosta’a Biographie schon .ein Jahr nach dessen Tode in irgend einer Form bekannt gewesen ist. De Barrios war ■nr Zeit dar Abfassung des Briefes nur wenig über awanzig Jare alt• Er theilt viele« mit, was, wenn nicht anf eigener Beobachtung, doch anf mündlieher Ueberlieferang, etwa de■ Samuel de Silva, Jsaao Jesuran und anderer Chaohamim, anf die der Briefsohreiber sich bu berufen .stolz ist, rohen mag. Ist nun eben dieses letztere der Fall, so liegt die yermuthnng nahe, in der : Fassung, welche da Barrios der Acostageschiohta gegeben hat, den Nieder• schlag einer Auffassung sn erkennen, die sich in b*.' stimmten Kreisen, denjenigen seiner Gegner, konsdi* dirt bat. Wollte man nun aas diesen Bausteinen die Lebensgeschiohte Acosta’• könstrniren, so ist leicht zu erkennen, dass die Fngen nicht gehörig in eia* ander greifen, nm die irdische Laufbahn des Mannes bis ins Einzelne za ▼erfolgen. Keine der genannten Sohriften maoht Anspruch darauf •iae Biographie sn sein, jede von ihnen trägt den Stempel der pole* mischen oder Spologetisohen Tendenz an ■ich and dieses in solchem Masse, dass das Geschichtliche da* rüter vergessen wird, oder doch stark in den Hintergrnnd tritt So ist denn der Lebenslauf Acosta’a nur stückweise bekannt. Zwei kane Episoden, die eine ans den Jahren 1623 nnd 1624, die andern ans dam Jahre 1640, nnd das Ende des, wie angenommen wirdy 1647 gestorbenen Mannes sind objectiv einiganKtaaep fixirbar. Dagegen gewinnen wir über die diesen Jabre8gren*en voraufgehenden Lebensabschnitte nioht einmal ans Acosta’a eigenen •Werken eis ■naamsasa* hängendes Hanta Der in höheren Jahren schreibende Macn hat ans der Erinnerung aufgezeiohnet, was ihm für seinen Zweck, sich «a rechtfertigen und seine .Widersacher sa beschuldigen, nöthig erschien. Daher hat er sich in seinem ״Beispiel'eines menschlichen Lebens" theils der erzählenden, theilr, besonders im letzten Theile der Darstellung, der .polemianhen Form bedient. Was er 'berichtet, ist nur ein geringfq Antrag dessen, ,was wirklich geschah, nicht Moa i ristisch, sondern ■nch mit suhjectiver Firbuhgi PSdsf umihn, noch nm seine Gegner zakontrpÜ erao, 1

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