Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 37. (11.9.1890)
- Date
- 1890-09-11
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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M 37. L Jüdisches i ■ Jahrg. XXI. a«r ■•!•aektaaf aU« JaAwthMi M im4m MnA«4• IlttinriMk•• Br• MMMtf« nf Um «*Ul• ••r PkUo• *fek, tueUdit•» UhiHfiyMf, Tfc#o* •ff«, OrUaUtU, l«all«tlk, Utwgtt a. PUifHtk. Heraasgegeben Msksr SsrslastMlslsSa Uttarstar.vdak Rabbiner ilr. loritz Rahmer. fflCayde&itu}, 11. Septerntet■ 1890. 1■ Omi IWti 1l«n>na ■1i|W1>«»l 14 Bunin! rm •«•I ■*Msäs••- Zz«wl*rta kW tim flrH» ImuUq. Daa gJMUebe lUtontir-SUtt• erscheint wöchsntlioh in einem halben Bogen Preis bei allen Baohhaadlaagea (in. Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Bark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“, die TierteljtUruoh btf allen Poetanstalten and Buchhandlungen ff Buk zahlen, erbalten das .Jüdische Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit C8 Pf. ihr die gespaltene Petitseile, Beilagen mit 80 ■Luk, berechnet and sind an dis Expedition dieses Blattes *a senden Buchhändler n. Lehrer, welche idireot oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 26 }t Babatt. Inhalt: Wi ssenschaftliche Auf sitte: Englische Nachkommen des Saul W&hL (Schluss.) — Ueber den Paraival Wolfram von Eschenbach. Von Dr. S. Gelbhaus, 'Rabbiner and Prediger in Prag. Litteraturbencht und Recensionen; Goitein, Dr. H. Der Optimismus und Pessimismus in der jüdischen Be- Ugionspliilosophie. Eine Studie über die Behandlung der Tneodicee in derselben bis aut Maimonide». Berlin, Maver und Hüller, 1890. 111 Seitee — Klein, I>. Hebräisches Sprachbacb für die Israel. Schuljugend beiderlei Geschlechts. I. Stufe. Praktischer Lehrgang. Pilsen 1890 bei Wendelin Steinhäuser. 3Ü S. 8• — Fnedmaunj, M. יספר המשנה Der Mischnalehrer. Literarische Notizen. — Litterarische Anzeigen. Unhsfu|tsr Nashdrstk aus Sietem Blatts ist aitht!ssfaffsL Englische Nachkommen des Saul Wahl. (Schluss.) Diese Sage ist nie wissenschaftlich oder anch nur ernstlich untersucht worden*) and beruht auf einer unsichern Tradition. In den hilstorisohen Nach* richten über Polen ist nichts enthalten, was sie zu stützen vermöchte und kein hebrdispher Zeitgenosse Sauls erwähut ihrer in seinen Sohriftjen. Die einzige Quelle für dieselben ist eiu hebräisches Mauuscript in der Bodleiana**), im Jahre 1734 von R. Pincbas aus Anspach, welcher die Erzählung von seinem Grossvater, einem Urenkel Sauls gehört'hätte, geschrieben. Ausserdem ist die Erzählung mündlijch durch andere Glieder der Familie auf uns gekommen. Ohne Zweifel entstand sie zur Zeit der schrecklichen Jadenverfolgung unter Chmielnioki, als die! ar.men und ge• quälten P 01akirn sich mit besonderer Vorliebe an die glücklicheren Zeiten ihrer Gesohiqhte in Lithauen znrüokerinnerten. Za den trostreichen Erzählungen, durch welche sie ihren Kummer zu lindern versuchten, benutzten sie auch die Biographie Saal Wahl’s mit einer frühem Sage, welche erzählt, (wie beim Tode des Königs Popiel der Reichsrath beschlossen hatte, dass die ertte Person, welche an ^iuem gewissen Morgen die Stadt Kruazwioa betreten würde zum zeitweiligen Könige erwählt werden j sollte and wie auf diese Weise die Wahl auf einen Jaden, Namens Abraham Proohownik fiel. Indessen enthält die Sage auch Vieles, was historisoh nachge wiesen werden kann. So z. B. führt der Fürst Radziwill — welcher •) Man scheint in England die kritischen Untersuchungen die Herr Babbiner Dr. Ph. Bloch in gründlichster Weise dieser Sage bat za theii werden lassen, nicht za kennen. Wir Werden das Wesentlichste seiner Untersuchjmgen in uns. BL mittheilen. (Red.) ן •ד Betitelt יש נוטדלים (Nach Bnj»X)b *יש סנחיליןder UehersJ unter ״!“ No. 444 kein anderer als der unter dem Namen .der schwane- Radziwill“ bekannte Nicolaus Radziwill gewesen sein, kann — in seiner ״Reise naoh Jerusalem“ (1582) an, dass er bei seiner Ankunft in Arcona aller Barschaft ledig and gezwungen war, von einem Jaden 200 Kronen borgen zn müssen. Die einstige Existenz Saul's, seines ReiohUnun» und seines Einflusses unterliegt aber darohaus nicht dem geringsten Zweifel. Er wird oft in den Lithauen- 6chen Urkunden erwähnt und zwar zaerst als Pächter des Salsmonopols unter Stephan Bathory und später als Pfiohter des Einfuhr• and Brückenzolls, sowie der - Mehl- und Spiritussteuer. König Sigismund Übertrug ihm eine höhe Stelle an seinem Hofe und übergabihm ein Decret, wodurch den jüdischen Gerichten volle Jurisdiction in allen unter ihrer Nation auftauchenden Civilprozessen eingeränmt wurde. Zahlreiche Stiftungen und Gedenktafeln, geben Zeugnis von der an seinen Glaubensgenossen geübten Grossmuth. Er starb 1622 im Alter von 80 Jahren. Za den Nachkommen Saul Wahl’s in EngU&d, zählen 2 Oberrabbiner: Hart Liop und' .Min Söhn Sälcmon Birschell; ein hervorragender Dajan:ßev. Ä. L. Barnelt;. ein Ex-Lcrd-Mayor: Sir Benjamin. Phillips; die ganze Familie De Vahl oder Samuel; alle gegenwärtigen Glieder der Familie De Worms; Sir Julian Goldsmid; Madame F. D. Mocattä; Madame Lionel Lnoas and ihre Schwestern; Angehörige der Familien Goben,'Wa^g and Merton^,,״ die Familien Benas and Barnett in Liverpool; ifte Gräfin von Rosebery; die Gräfin von ,Orkney; Lord H e r so hell und eine Anzahl mehr 04er weniger distingaitter Persönlichkeiten. Die meisten der hier Genannten stammen von Moses Samu.61, einem wohlbekannten, für das Gemeinwohl th&tigen Manne, welcher in der Mitte des vorigen Jahrhunderts sich in England niederliess and seiner Schwester Esther, welohe Phineas Phillipps, den Grossvater Sir Benjamin ’s *heirathete. Mo־sa Samasl stammt• als 11. Glied väterlicherseits von Maliaram von Padua ab and könnte demnach zeichnen ״Mosee b. Samuel, b. Joseph, b. Eliab, b. Zebi, b. Jacob, b, Sani, b. Moses, b. Misr, b. Saal, b. Samuel, b. Mier.“ Der verstorbene Oberrabiner Salomon Hirsohell und sein Vater waren Nachkommen der berühmtes Dita Wahl, der gelehrten Gattiu des R. Heschel, einer Enkelin Saal Wahle.*) *) Za obigem Artikel schreibt Herr N. I» D. Zimmer an die Redactioa das, jew. Ohroniole“; Ihr gelehrter Hitarbeit«!־! W. naterUaet in ueinem gaeobütztea Artikel an bestärket. fadUlie i Mitthsilang, der Ur^aesvmtar Saul Wahl’s mütterlicbeaweue I sei B. Jehude Menz gswssen, ihn am KL Oktober 1866 voadj IpJ