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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-14 · N° 33. (14.8.1890) · p. Seite 130

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 33. (14.8.1890)
Date
1890-08-14
Page
Seite 130 (sequence 4)
Language
German
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— 130 — Iitteratnrbericht Recenslcmen. . Kwkaitt, itnk■■. EmlAkeeeta. Kiadja nAhawy Baridja. BadipMl) 1890 (AllieaMam). Unter dienern Titel iet ein tob Freunden des sei. Veeprimer ObmtUnwn Abraham Hochmmth herauagegebenes, atu VII Abtbeiluagan beet ebenda• Erinnerungsbuch in Budapest erschienen. Daeeelbe enthält einleitangsweise Auszüge ans dem Tagebacbe, welches einen Einblick in das Seelenleben des Verewigten ersahHesaet. Der Auszug dalirt ans Prag, 13. October 1844. ■Wir entnehmen diesen interessanten Mittheilnngen, dass der Entschlafene (gest. 10. Juni 1889) durch Zweifel *um (Hauben, die alte talmudische Schale rar Aufkiirang and vorgeschrittenen Erkenntnies, eich durchgerungen hatte. Im Mannesalter lernte er deutsch, im Greisen alter nngarisch. Er gedenkt mit grosser Verehrung des sei. Dr. Michael Reche, von dem er (S. 9) sagt: ,Er war mir das Ideal des personifixirten Judenthums, durchdrungen von klassischer und neuer Bildung “ Von Dr. Sachs lernte der Heimgegangene auf die Welt und die Bibel zu blicken, um predigen zu können. Doch nntertehätat wird (S. 71 meinem Dafürhalten nach, der grosse jüdische Homiletiker Schweb, welcher zwischen der Predigt der alten und neuen Zeit den kanzelexegetischen liebergang meisterhaft vermittelt hatte. Den sei. Pester Oberrabbiner ״agüdiach* zu nennen, ist ־Unrecht Je mehr wir die redliche Arbeit der Selbstveredlang and Wahrhaftigkeit an dem Verklarten würdigen, desto mehr hatte es die Pietät für diesen erheischt, solch abfällige Aeusserung aber Schweb nicht zu veröffentlichen. Ebenso hatte die Schilderung des Nachtlagers unter freiem Himmel unterbleiben mögen. Einmal ist die ,Ochseoheerde“ kein gl&cklich gewähltes Bild für die Heerde einer künftigen Gemeinde, ein ander Mal wiederum ist der 11 egenbogen nicht des Ergebnis des Mondreflexes, sondern der Strahlenbrechung der Sanne im Gewöjk. — Ungemein gross ist die Theünahme, die dar Tod dea tiefbetrauerten Seelenhirten hervor gw nie■ hat Seine unvergänglichen Verdienste auf dem Gebiete des öffentlichen Unterrichtes, dar Religions-Bildung an den Schulen seiner Gemeinde, seine segensreiche Einwirkung auf das Babbiner-Seminar in Budapest werden einmüthig anerkannt Dir Mittheilung der zahlreichen Theünahmsaasserangen für die Wittwe und die Gemeinde des Verewigten füllt einen grossen Tbeil des Buches. Athmsn diese Kundgebungen Liebe, Herzlichkeit und Vertränen, so ist die Veröffentlichung der Trauer- und Gedichtnieereden von homäetisob-literaruchem Werths. Ans der gediegenen und maaesvoUen ungarischen Trauerrede des Dr. Steinherz (Stuhlweiasanbarg) heben wir hervor, dass der Verewigte •in der Babbimerachttle ein Denkmal seinem Wirken gesetzt und wenn er auch keine Kinder zurückgelassen, so doch Kinder das Geistes der Welt überantwortet and dauernden Segen gestiftet hafte. Prot Dr. Baeher weiht in stylvoller Ansprache die Ifemnerung des heimgegangenen Hauptes des Pester B*bbiner-8eminars. Dr. Fischer (Raab) preist das liebevolle Walten das Verklärten in seinem Verhiltniese znr Jüngerschaft der Pester jüd. theolog. Lehranstalt, Lehrer L. Sz4p weise in ergreifenden Worten das Oberhaupt der Schale seiner Gemeinde za schildern nnd spricht vom Herzen zum Herzen. Gedanken- und bilderreich ist die Gedüchtnieerede des Dr. Perle (Keeskemft jetzt Fünfkirohen). Freilich ist (8.11) das Bild von den kleinen Sternen, die sich ■eigen, wenn die groeee Sonne unteigegangen iet, auf der einen 8e1te zu bescheuen und aaf der andern zu koch gegriffen. Doch entschuldigt dies die Stimmung des ergreifenden Augenblicks. Hingegen ist der Gedanke, dass an der Grenze des «Viesens der Glaube beginnt (S. 41) nicht religionsphilosophisch. Wahres Wissen tttnrt vielmehr zum echten Glauben. Das pietUsvolle Buch scbliesst mit dem hebr. Epitaph Simon Bicher'» und dem ungarischen Biuöczi's. Beide sind würdig und angemessen gehalten and gut stilisirt. Dr. N. Herzberg, J. Ei chajim. Hebräische Lesefibel, nach den Grundsätzen der Lautirmethode atufenmässig geordnet. Jnowrazlaw 1890. Preis 50 Pf. Wir besitzen eine reiche Fibelliteratar und doch ist jede neue Fibel mit Freuden zu begrüssen, die durch die Anordnung dee Stoffes dazu angethan ist, so schnell als möglich zum fertigen Lesen zu verhelfen. Die vorliegende Fibel, die aas ' der Praxis und aas pädagogischen Erwägungen hervorgegan^en ist, reiht sich den bessern hebr. Lesefibeln würdig an. lieberall bemerken wir in derselben •in lückenloses Fortsch reiten nnd die stetige Rüchsichtnahme aaf die Fassungskraft des Kindes. Das Ganze ist in 3 Stufen methodisch geordnet nnd dis didactiache Regel vom Leichten zum Schweren streng innegehalten. Besonderes Gewicht legt der Verf. mit Recht auf eine anschaulich entwickelnde Behandlung des Schwa. Dass in den ersten Uebangen, wie in der Krimke'schen Fibel, deutsche Wörter mit hebr. Schriftzeichen anftreten, sei noch hervorgehoben. Aulgefallen ist uns nur, dass bei den Schlussbuchstaben, Seite 10, .viel zu wenig Uebnngstoff vorhanden ist. _ M. Sp. Litterarische Notizen. Ans dem hochinteressanten Aufsätze ״Spiaoza’s Grab“ scheint hervorzugehen, dass die Stellung des grossen niederländischen Weisen zum Judenthuine noch immer nicht genügend gekannt nnd erkannt sei Ich füge zur Klärung dieser Frage hinzu: Spinoza ist nicht nur nicht vom Jadenthume abgefallen, aas dessen Gemeinschaft Verbannung and Verfolgung ihn äuseerlieh heraasgedrängt hatten, sondern er warnte sogar in einem seiner veröffentlichten Briefe einen jungen Freund, nicht von der jüdischen Glaubensgemeinschaft sich loszusagen und von ihm, dem so schwer Gekränkten and Verkannten, za lernen, der Fahne des Glaubens treu zu bleiben. Dr. N. Celmar. Herr Oberrabbiner Weil hat ein Buch unter dem Titel ,Le Characterietique d’Jarael“ heraasgegeben. Dasselbe behandelt die Haupözüge des heutigen Charakters des jüdischen Volkes und sacht die unfreiwilligen Irrthümer, so wie die sbsichtlichen Entstellungen, welche heute über dea Charakter des jüdischen Volkes in Umlauf Sind, gründlich zu widerlegen. Amsterdam. Am 26 August findet hierselbst die öflentliehe Versteigerung der nachgelassenen Bibliothek des veretorbsnen Oberrabbiners der portugiesischen Gemeinde, Dr, L. Cardozo, satt Die Sammlung en'hält auch eine Anzahl spanischer und portugiesischer Manascripte. Litterarischer Anzeiger. JMkeher Volks-1. Haas&Mer (früher: Iiebermann) r=fir da• Jahr 1191b mit einem Jahrbuch zur Bo■ iehrnog und Unterhaltung, 14 Bogen stark, herausgegeben von Dr. ü. Braaa, Rabbiner in PI es s ist erschienen. Der Inhalt ist sehr lehrreich und unterhaltend. Zn bezieh, durch Unterzeichneten und für den Buchhandel durch Wllk. Jaceheehm k Ce, Breslaz, 4404] Kapterschmiedeetr. Gleichfalls erschienen: Sdikek’1 j!4. Ial««4er <לוח) pro 5651. •V XeatJmhraMstri«■ sind auch durch Unterzeichneten zu beziehen. - Th. Sehatzky, Buchdruckerai u. Verlagshandl. Breslau, Wallstr. 14. Sevitltea aas dem Verlag von JJimm ffaeamn in Pmkfhrt 11: Hirsch, Dr. med. M., Betteln nnd Hausin■ iet hier verboten. Eine Studie zur socialen Frage. M. —,60. [4403 Karret■, Dr. A., Die sociale Frage im Jadenthume. M.—,80. Felleheafeld, Dr. W., Die jüdisehen Gegner der Heimkehr und dee Tempelbaues unter Cvrns. M 1,10. Pale, R. Ahron, 3ית אהרן enthaltend Bespon een und Glossen xn den meisten Traktaten des babyl Talmud, zumArnch, Tischbi u. Methargeman, nebst einer ausführlichen von Babb. Dr. M Horovitz geschriebene Charakteristik des Verfassers, herausgegeben von dessen Söhnen. M. 6,—. Pnatfvt «. I. J. kulleui. Soeben erschienen: (זכרונות) מי לא .נפקד tür vier Männerstimmen. Preis 1 Merk. אשרי כל ירא ה׳ (Psalm 123j für vierstimmigen Männerchor. (Part. B Mk. Stimmen ä HO Pfg.) Za beziehen durch alle Bachhandlangen oder direct vom Verfasser. (4419 El Slxrx'bakVLZxz, Königsberg (Pr.) lir ■stk wnlgs Exsaplan! Zu den hohen Feiertagenbestens empfohlen: Rahmer’s Jsrael. Pre4igt-Magazi1r Jahrg. V. 36 Predigten (darunter ־ 9 zu דיה דויכ) f&r m. 2,60. Jahrg. VIL (u. a. 10 Predigten. ZU דיה רריכ enthaltend) 2 M. zusammen für 4 Mark baar franco - durch die ״Expedition der dar. Wochenschrift“ za beziehen. Der neue Jahrg. VHI.. (nur Festpredigten) gelangt nächste Woche cur Versendüng u. z. nur gegen Einsen--' dang von 3 Mk. beer. . ', Tsulwiitliilui Redarteur Dr. Rahme»; Magdeburg. Draak von D. L. Wo 1 ff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Lsiprig׳-

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