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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-08-14 · N° 33. (14.8.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 33. (14.8.1890)
Date
1890-08-14
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer. welche dipreot oder darch Bobert Friese Inaerate einamdea, erbalteo SS Babett. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Spinoza’■ Grab. Von M. Silberatein. — Bose and Lilie. Eine lexikologiache Tfntenachang Von Dr. K. Weitheijn, Beallehier in Nürnberg. — Jaden and Jadentham in ״Bembraadt als Erzieher“. — Zar Chronologie. Von XJ Cohen in Beee a. Rhein. — Litteratnrbericht nn d Becene ion e n: Hipchmnth, Abraham. EmUkexete. Kiadja nibiwy Barädja. —׳ Herzberg, J. Ez cbajim. Hebräische LeeefibÖl, nach den Gnmdsätz» der Laatirmethode ■taienmlaaig geordnet. Litterariaobe Notizen. — Littorariach« Anzeigen. UBhetsgtor fueMmali aaa Sieze■ Blatte In« elikt!eatzttet Spinoza’s Grab. Von M. Silberstein. (Schlnas.) Unser Weg fahrt ans jetzt nach dem Friedhof der Neuen Kirche anf dem ־Spui, ubd wir finden zn unserem grössten Bedauern, dass Spinosas Grab gar nicht mehr existirt. Noch vor fünfzig Jahren richtete Berthold Auerbaoh an die Freunde der Phi• losophie nnd der Gesohiohte im Haagj einen Aufruf: .dasselbe aas seiner Dunkelheit and- Vergessenheit hervonaaiehen*; ob damals darin etwas gethan worden ist, haben wir nicht erfahren könnety. Es ist sehr wahrscheinlich, dass — wie es •ja manchmal im Leben vorkommt — man in der ersten Zeit;nicht besonders darauf geachtet hat; wer sollte ee auch? Vielleicht seine Wirthsleate, mit denen er am vertraulichsten verkehrte? Diese, wie seine wenigaa Freunde, die nicht einmal alle im Haag lebten, sind anoh den Weg alles Fleisohes gegangen; seine Angehörigen mieden es, kein kl eh sch kümmerte sich driimj die Oeffentliahksit hatte kein Interesse daran, nnd so ist es nach und nach in sich ansammengeeankeb nnd gans in Vergessenheit gerathen.— Nachdem diese Zeilen b•־" reite niedergesohrieben waren, wird! mir daroh die Uhexmfidliohkeit des Herrn Professor Cbnrat in Amster• dem in den kens werthester Weise noohlals authentisch mitgetheilt, dass der Sekretär des sur Errichtung eines Spinoza-Denkmals zn*ammengetretenQn Komitees ihm darüber sohreibt: ,Das Komitee hat seiner Zeit aber SpinoBa's Grab nichts Näheres in Erfahrung bringen können, als was schon früher bekannt war. Seit dieser Zeit aber hat der Archivar des Haags, Serv tas V411 Rooigen, etwas gefunden, und in seiner Sehrif; ״Inventaire des livxes forment la bibliothäque de B< nediot Spinoza', Haag, 1889, veröffentlicht.*) Danach drei'andern zugleich, an denen sbäter noch drei andere Leichen kamen, in dem Hie grab (Huirgraft) *) Ana dem ״Graf boek der Nieawe Xi rk.11 ist Spinoma, mit N.162 begraben worden, welohea nun sich nicht mehr finden lässt, da die Grabsteine, der neuen Kirohe durch eine Holsbekleidang überdeokt sind. Wäre letstem aber auch nicht der Fall, so würden Spinöse’■ Ga» beine daselbst dooh nioht an ermitteln sein, da die Leichen in Miethgräbera dieser Art nach einigen Jahren andern Plate machen and die Gebeine nach dam Knoobenhaas überführt werden.“*) » Später ist ihm in der Kirohe sei bet ein Grabdenkmal errichtet worden, welohea sich an der Seite dee Denkmals seines Freundes nnd Gönners, des von der verblendeten Volkswnth gräulich ermordeten■ Grozspensionärs von Holland, Jean de Witt, befindet. Der Ihne wurde von seinen־ Gienbenagenos>«si wegen seiner Gedanken verstoseen, and von den meisten Menschen angefeindet und verachtet; der Andere wegen allsagroaser Vaterlandsliebe von sein«■ eigenen Landsleuten auf offener Strasse fast aarfleieehA Weiter reioht die Macht der Verfolger niehi, - dann am Grabe steht der Engel mit der umgakehrtan Faokel, die er im ,Sande erlöschen lässt. Hier wird die Glnt der menschlichen Leidenschaft gedämpft, wir gehen in ans, fühlen unsere eigeae Sohwftehe, eehea dass uns selbst viel Nachsicht noth th*t, and sind geneigt milder an urtheilen. Hier schweigt jeder Hader, hier erscheint ans der Hingeechjeden• in eetner verklärten Gestalt, gefeit gegen jeden Angriff denn seine Theten sprechen für ihn, nnd «aast nicht unsere- Seohe au fragen: Bist Du ein Jude, bis Da wohlaia Obrist, Bist Niederländer, bist ein Poilnaiuaa, Bist Da dem Kftnig, bist da» Volke nold, Wfllst Da, dose Einer oder Alle hsnsob»? Am Grabe schwindet jeder Unterschied, denn vor Gott sind ja alle Menschen gleioh, and es kommt nur darauf an, was einer in seinem Erdeawallen voll» bracht, and wie er ee vollbracht hat. Wann ioh aber dooh die obige!,rage aufgeworfen habe, so geschah es nar, um einen danhän Punkt im Leben Spinoaa’s aufauklären, and ieh hoSedass es mir geangen ist. *) Aebnlich verhielt es •ich, nach Palleake, aiit d» irdiach» Ueberreet» Schilfen: —Bein Saig waide aai Kiltsr• nacht auf dem Jakobuakirchhof in Weimar in eine feuchte Graft za zehn andern Sarg» an Seil» daa Gewülbe nach 81 Jahna aafgerüomt, i. h. dar er ■ein mochte hineuageeehaift and •ingeecharrt w< Sei» die Sarg• bei dar erat» Berohrung in Tr schüttelten ihre modernd» Habe durehMaeadar. Schädel Schäle» glanbte man. dareb MeMwagan heb». — Spater wurde aal Venniaaeuag-Güme'• von Anatomen, die übrig» Gebeine heran■gaayht, Saig gethan, am eat dam neu» Gottesaoker werden. AW

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