Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 30. (24.7.1890)
- Date
- 1890-07-24
- Page
- Seite 118 (sequence 6)
- Language
- German
- Belongs to
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ז* —1118 — 4m Knaben mit den idealen Güten der Wiaaenäehaft, die Verbeimtiuing der Tochter mit einem gnten Manne der jüdischen Elften gröeete Sorge b3det, und wie eie die grOaatea Entbehrungen mit Freuden tragen, wenn, ea ihnen gefangen, diene Sorge gjflokiieh za überirindenf Und wenn nxn die ״Beeaam Tawe“ — ao betitelt eich die ernte Erzählung — eintrifit, welche mit einem Schlage den Bann den Kommen ▼on der zärtlichen Yaterbrnat wälzt — waa ist der erste Gedanke der sich aaf den Freadeaachrecken geltend macht? Der Gedanke am Maatser. Und so spendet der Ueberglückliehe den sehnten Theü des Gewinnes seinem armen Mitinhaber derselben Stabe, welche nnr durch einen Kreidestrich abgetheilt, oft genag zn unliebsamen GTenzstreitigkeiten Anlass gab. Dem Danke fBr diese Diehtergabe gesellt sich die Bewandernag. Wir bewundern den Dichter ob seiner genasen Kenntnis« and hingebenden Darstellung des jfidischen Seelenlebens, der jüdischen Bräuche and Sitten, des Kampfes nach, den der Jade, der seiner Vergangenheit charaktervoll anhängliche, mit dem Lichtstrahl einer nea anbrechenden Zeit zu kämpfen hat, der ihm manche Opfer zamathet, die er schliesslich versöhnt durch Liebe and bessere Einsicht, aach bringt, ohne jedoch die Treue gegen den Väterglaaben aach nur einen Augenblick za verlassen. Der Letztere kommt besonders in den zwei Erzählungen: ״Rabbi Abdon“ and ״Lowana“ za ergreifender Darstellung. Dieselben sind gewaltige Predigten, die aaf der einen Seite den in die Kabbala versenkten rassischen Jaden aas seiner Mystik zn thätigem Eingreifen in / die erschlossene Weh, zam Ackerbau, Handwerk, wirklichem Wissen erwecken, aaf der anderen Seite aber auch zeigen, wie man der erhabenen Religion, in der man geboren wurde, unbeschadet des völligen Aufgehens in das amgebende Bürgerthum unerschüttert treu bleiben darf and soll. Ob der Dichter die Absicht solcher Mahnungen gehabt oder nicht — es ist gleichviel. Die Thatsachen, die er gezeichnet hat, sie reden von selbst in dem angegebenen Sinne. Ja, dass sie dies thun, trotzdem der Dichter kein Jade ist, es ist das sicherste Merkmal seiner grossartigen, wahrhaft künstlerischen Objectivität. Ueber dem Ganzen aber ist eine wunderbare, packende Poesie gebreitet, die Poesie der Liebe, der Religion, des biblischen Patriarchentham8. Die Liebe der 8nlamith, die ■ich schlagen, verwanden lässt, dar kernhafte Sinn des ackerbeätellenden Boas, der in milder Versöhntheit seine Kinder and Enkel segnende Jakob — Anklänge dieser Art!erheben das Werk za einer ethisch erquickenden Sphäre, in der man die moderne Litteratnr nicht oft ajärift Diesem Geiste entspricht aach die einfach schöne[ fast biblische Sprache. Doch das Werk, als ein Kunstwerk, will vor allem selber genossen sein. Die prächtigen Illastrationen von anerkannten Künstlern ansgefübrt, wie überhaupt die ausserordentlich prächtige Ausstattung, um die sich die Verlagshandlang verdient gemacht, werden diesen Genuss erhöhen. Und so sei denn das Werk Jedermann wärmstens empfohlen. Steckelmacher. Feldzummz, W. Stoeanek Adams Mickiewicza do zydöw. Szkic. Krakow 1890. (Das Verhältnis A. Mizkiewicz’s za den Jaden. Skizze von W. Feld mann• Krakau 1890.) Unter den vielen Büchern, die aas Anlass der Beisetzung des grössten polnischen Dichters, Adam Mizkiewicz’s in die Königsgruft daf dem Wawel in Krakaa erschienen sind, lenkt vorzüglich obengenannte Brochare unsere Aufmerksamkeit aaf sich. I)er Autor*) derselben, der sich durch seine novellistische Arbeiten einen bedeutenden Namen in der polnischen Litteratnr erworben hat, hat sich bei Herausgabe dieser Skizze die Aufgäbe gestellt, den Jaden die Grösse and Toleranz Mizkiewicz’s za schildern and den Nichtjaden dsfe Programm vorzuführen, nach wslchem Mizkiewicz die Juden frage behandelt hat. Um sich dieser Aufgabe za entledigen, führt der Autor sofort am Eingänge des Werkchena den Beweis durch, dass jener Typus, den 1ms Miskiewicz als Jankiel in seinem Meisterwerke ״Herr ThaddAas* vorführt, kein Phantasiegebilde des Dichters ist, sondern anf Wirklichkeit beruht ln zweiter Reihe wird Mizkiewicz'a Gesinnung für die Jaden behandelt •and mit Ci taten aas Mizkiewicz’s Vorträgen über slavische Litteratnr seinen und anderen Werken belegt. Hierauf bespricht der Autor das Project zur Begründung eines jüdischen Regimentes, welches Mizkiewicz im vereine mit seinem treaen Freunde, dem Jaden Armand Loevy, der türkischen Regierang vorznlegen beschlossen hat. — Das ganze Büchlein ist in schönsm Stile geschrieben and können wir dasselbe dem polnisch lesenden Publikum aufs beste empfehlen. Lemberg, Ende Juli 1890. Dr. K. *) Den Lesern unseres Blattes ist Herr Feldmann durch seine sozial-psychologische Erzählung ״Die schöne Jüdin“, welche in deutscher Uebersetzung im ״Familienblatte“ erschien, bekannt. Litterarischer Anzeiger. — Ich habe abzsgeben: GrAtz, Geschichte Bd. 3, Jt 6—10 1. Anfl. ...kl- Fürst, Kanter 3 Bde. . . 3.— Neubauer, KarAer . '. — 50 Jost, Sactea, ohne ZasAtze 4.— ״ ״ mit ZasAtze 4.60 Philippsohn, Religionslehre. ..3.— Jahrb. t. d. G d. J4״B. 2.80 D. Jaden in Portagal . 1.— Nach Jerusalem I. . . —.50 Juden und Kreuzfahrer 1.60 Sepphoria und Rom . . 1.— K ohn, Bibelschatz, (7) 2 BAnae br. neu .... 3.50 Hamberger, Historisch. Wörterb. br..6.— Fassei, BG1P&1 צדק br. 1.60 FürstjEmunothw’deothbr. L60 Dentsch,אסונהpW1'2)br. 2.- Luzzatto, Proiegomini . 1.60 Cuzari, Cassel 1869 nea 5.— Burtorf 1660 and Ezercitationes 1669 Pgtb. . 5.— More nebachim, Fürsten- , .־- thal ohne deutsche ־Van. 4.— Stern br. ..... . 2.— Bohlen, Genesis . . . 1.— Gesenius, LehrgebAnde . 2.50 Salem ith, L—VilL Bd. 20.— Lasch, 2 ... •פקודי זד.- Plessner, Beugionsl. 1838 1.50 Hirsch, Jeschuran 1868 8.— Bikknre ha-Ittim 1—6 . 8.— Bodenheimer —■1 . האזינו 60.-. . .< וזאת הברכה, Das Testament 1—6 . . 3.— Geiger, Zeitschrift I H . 6.— Beer, Secten 2 Bde. . . 8.— ״Moses b. Maimun . . . 2.— Falb, Land d. Jnoa . . 3.— Pinner, Compendiam. . 3.— Schwarz, cLneil. Land . 3.— Wolfsohn,Jeecbaranl804 1.60 Bondi, Or Esther . . . 1.60 Edelmann הניח לב br. 1.50 Bialloblotzky, Chroniclee4.— Bodek, 11A. Antoninasbr. 1.— Sachs, BeitrAge I br. . . 1.— Gampaeh,Altjüd. Kalend. 2.— Allgem. Zeit. d. Jndenth. Jhrg. 1, 4, 5, 7, 8, 9 geb. ä 3.— 17, 28, 37, 39 geb. . 2 ״JbO 29 in losen Nummern 60 1 ״ L Crtei, Lekrer, Reesä. Rk. ViwnatWPsHiehnr Redactear Dr. Rahmer, Magdeburg. Drnok von iss Jurienthums. DBiograpL1J.sci1.es Leadoon berühmter Männer UüJ־?r»tte11 in Wort und BiKT ־ T Verfasst und Heransgegeben von Alfred SchSnwald. Hiegant ausgestattet mit Bildern auf feinstem Elfenbeinpapier.' I. Lieferung h 60 kr• I Mark. |W* Enthält drei Tableauz mit 27 Porträts. Zu beziehen durch den Herausgeber :J Alfred SebCawald! Wen II., Valerleetreeee 2, 4344] sowie durch jede Baehhandlung. V ״Sichronoth” .,Memoiren eine» Stadentea d. Jfid. Theologie.u Dieselben sind m hebr. Makamem-Form abgefasst una mit einer englischen Einleitung versehen, die eine Uebersioht. der Entwicklung der nachbL hebr. Poesie enthält, v. Dr. Okotaaor. am Harrow-Cctlege- Preis 1 M. SO Pf. bei der Erped. d. BI. D.L. Wo 1 ff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig .