Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 29. (17.7.1890)
- Date
- 1890-07-17
- Page
- Seite 114 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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114 citirt, d. h. nioht in dem traditionellen allegorischen Sinne, sondern als ob es ein profanes Liebeslied wäre; oder wer einen ändern Bibelvera im 'Wirthshaas bei Trinkgelagen snr Unseit henagt; der bringt Unglück *in die ־Welt, weil dann n&mlicn die (beleidigte) Thora in Trauer sioh hüllt and vor Gott erscheint nnd'sa ihm spricht eto. Dann spricht er zu ihr etc. Also alle Zeitwörter in Praeeensform. —' No. 278. Statt | ״damit es die Scheohina sehen and erzürnen sollte* mnss es lauten: damit ihn (den Abgott) die Sch. sehe and zürne. — No. 280: Gross ist die Speise eto. In dieser bereite oben erwähnten Stelle ist!”לנים nicht Speise, j sondern das Speisen, die Bewirthang der Fremdlinge. : Wichtig, reich an Folgen and Wirkungen ist die j Gastfreundschaft and die Vernachlässigung dieser ן Tagend. Sie hat aach Deut. 23,4 bewirkt, dass zwei! Völker von Israel ferngeh<en wurden. Das. Z. 6 j muss es heissen: Sie entfernt die Nahen . . . and j ihr Irrtham wird für Unthwillen gerechnet, d. h. die ן unabsichtliche Verletzung der Pflioht der Gastfreand- ן schaft wird so schwer wie eine absichtliche bestraft. ’ Das. Z. 20 ebenso: Sie verbirgt die Augen vor den; Frevlern, d. h sie bewirkt, dass Gott sein Auge za• drückt, Langmuth und Nachsicht übt. No. 281: ״Er hatte sein Angesicht verdeckt*; כבש heisst: niederdrücken, senken. Daselbst: ״Er hatte mit einem gelöcherten Walkerdeckel seinen Kopf bedeckt.“ Wörtlich: Er hatte einen Walkertopf aufs Haupt gestülpt. — No. 282. B. Perida etc. Im Texte steht: der Gros8vater des B. Perida, d. L nach Baschi’s Erklärung Sjnh. 82a B. Chija b. Abba. — Das. Z. 13: ״Weil er ein K9nig war, ist es nioht üblich (ist es nicht Landessitte), ihn zn verachten.“ ולאו ארח ארלא, wie die Lesart im En-Jacob lautet, heisst: es ist unschicklieh. In den Talmudausgaben und Handschrift steht : dafür חרא איכשר und ולא אפשר. — Das. Z 17. ״Da heizte sie den Ofen.“ Im Texte steht 'שנרתא ל: sie warf ihn in den Ofen. Dass sie ihn heizte, setzt B&- 8chi erklärend hinzu. — No. 286. Der Ausspruch: ״Wer J. bedrängt wird nicht müde“, folgt aus Je8. 8,23. Darum sind die Worte ״wie es heisst“ Z. 29 (and שנאמר im Texte) fortzalaesen. — No. 288. Aus den Wörtern עליך and j KTE, welche in Paranthese der Uebersetznng beigefügt sind, wird hier nichts hergeleitet. Die Frage ist: warum steht in Klagel. Cap. 2 der Vers פצו Vor עשה? — No. 294: ״Dass es nicht üblich (Landesbrauch) ist.“ Es muss heissen: dass es unschickliob, unrecht ist, wie oben No. 283 דרך ארץ) ארח ארעא►, ist wohl ursprünglich: Landessitte, bedeutet aber in der.Begel: Anstandsgefühl and Sittlichkeit. — No. 295: ״Und Abraham machte sich morgens früh auf.“ Nioht hieraus, sondern aus dem folgenden Verstheile (und sattelte seinen Esel) ergiebt sich der aggadisohe Satz. _ (Ports, folgt) Pragae, H. Annuaire des Archives UnSlitea pour Van da munde 6661. Paria 1890. Chez l'antear, rae Lafayette 46. Der bekannte Pablicist and Randschauer der ,Archives Isratlites“ hat aach diesmal das jüdische Publikum mit einen schönen Kalender erfreut. Derselbe enthalt in schönem Drucke die üblichen kalendarischen Bestimmungen in französischer and hebräischer Aufzählung, eine Uebersicbt der politischen Verhältniase der Jaden aller Länder, die Gonsistorien Frankreichs, Belgiens, der Schweiz and Elsass-Lothringens, sowie der Unterrichtsand Wohlthätigkeitsanstalten der Pariser Gemeinde. An literarischen Beilagen enthält der Kalender: ein Commissär der Republik im Jahr 1446, aus der Feder Leon Kahn’s, Sentenzen des Talmuds und einige bekannte Erzählungen aus demselben, ferner eine interessante Erzählung ״ein französischer Jade des 14. Jahrhunderts Meneaster de Vezoa an L. Lvtard.* Der Held der Erzählung war Steuerein treiber unter Karl den V. und hatte dafür za sorgen, dass die immer durchlöcherten Kassen des Königs gefüllt worden. — Aas der dem Kalender beigegebenen Ehrentafel französischer Israeliten für das Jahr 1889—1890 erfahren wir za unserer grossen Freude, dass unsre Glaabensgenossen in Frankreich in allen Militär- und Civilcarrieren die hervorragendsten Stellungen einehmen, 8ö im Staatsrathe, in der Präfectur, im Ministerium, bei der Armfee und dem Magistrate; auch eine ganze Reihe mit der Ehrenlegion in den verkohledensten Graden decorirter Israeliten zählt die Ehrentafel auf, ein Ben ei-, dass die jetzige französische Regierung ungeachtet der Hetzereien der Herren Drumond und Mores sich nicht von dem Wege der Gerechtigkeit und Gleichheit abbringen lässt. Im Ganzen giebt die Arbeit des Herrn Prague einen schönen Einblick in die politische und religiöse Entwicklung der französischen Israeliten. Wir wiederholen ansre sthon früher gemachten Ausstellungen, dass der Kaleader auch Lebensbilder französischer Jaden ans der Jetzzeit enthalten möge, wie z. B. dasjenige Zadoc Kahü's u A. Dean ״grau ist alle Theorie und grün des Lebens goldener Baum.“ X. Litterarische Notizen. Bemerkungen zu der jüngst in d Bl. erfolgten Besprechung des Majan Gannim ed. Bub er. Den Beinamen des Verfassers möchte ich nicht Hasnuth lesen, sondern ממניח, d. i. aus Senös (Stadt in Aragonien, unfern von Toledo gelegen). — Der Abschreiber der Commentare zn Daniel;und Chronik (vg. S. VII. und VIII.) -mag das Wort als Messanius (aus Messina) aufgefasst haben; daher der Zusatz ■“'צלו (Siculus). Stehen gebliebene Druckfehler sind ferner ברבי שמואל (VIII 18), wofür es D’Dl ברבי heissen muss; 56) יסתך, Z. 8 v. u.) für יחתך u a. m. Blosse Schreibfehler oder irrige Lesung infolge Undeutlichkeit sind 5) כעפו־אM®) statt «־!L3Z, טולו (&**.< v. u.) statt טנדו U. a., welche keineswegs als abweichende Lesarten hingestellt werden dürfen. i Dr Ehrlich-Riga. Litter&rischer Anzeiger. das Judenthum• Biogra.piu.sci1.es Lexicon berühmter Männer und Frauen in Wort und Bild. Verfasst und Heraasgegeben von Alfred SchSnwald. Elegant ansgestattet mit Bildern auf feinstem EHenbeicpapier. _ 1• Lieferung k 60 kr. =־ I ■ark. VW* Enthält drei T&bleaux mit 27 Porträts. Zn beziehen durch den Herausgeber: Alfred Ichlnwalff Wie■ l!.9 Valerleetrmsee 2V 4344־] sowie durch jede Buchhandlung. Soeben erfdjienen: j.hrs. Dr.M.Poppelaner’s 8t. frrlitirr |10lfoJ!ülrnt1rr ffir |0r0flitfu f auf das Jahr 5691 (1891). Kit litcrarifdjtn 31 öligen, SJcjjtn Wätfleii u. einem ®ebenfblalt Der* ftfgn. 2*1 einjige in (einer «rt drei« 60 Sf., o^ne tu■ ärtte 30 $. ®anbfalenber für Spnagogeq, fett• unb ®cftböföjimmer auf Sßelin■ Rapier 60 %•. — Sela 11 nie, correcle unb fdlön au<geftattete üalenber. S. Poppelaaer’s ©ucf)f)anbtung, Bctlin-C., Seue fftiebiidiftr. 61. Vor Karzern erschien Die Rhetorik und jüdische Homiletik. In Brieten und Abhandlungen v. Dr. Ladwisr l'hilippson. Nach dem Tode d. Verf herausgegvon Dr. M. Kayserling-. Preis bipeh. 1 60 M. cart. 2 M. Leipzig.: Th. Grieben’» Verlag. Zu bez durch jede Buchhandl., sowie frjanko direkt v. Verleger. Leichten u. lohnenden Nebenerwerb erzielen jüd. Beamte mit dem Verkaufe meiner beliebten Jahrzeitkedenkblltter. Probebilder gratis u. franoo. (4273 ■aubauep^Zlttan. —■ 1 . ן ——^י ■ ■1 ןי" י " ■■"-ד-—י"— Verantwortlicher Bedaetear Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Woiff, Magdeburg. Verlag ▼on Robert Friese, Leipzig•