Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 29. (17.7.1890)
- Date
- 1890-07-17
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Jüdisches ' JtbIg■x,x: Litleratur-Blatt. IV MiMhtui ftll«r JHwik■■ ui JiIm k«tnlV4« IlttarwfMh«■ Cr• nMiiii• uf!«UiMft• i«r Philo• •OfhH, ««eUohU, CthBorrophlc, Thoo• •fit, OrloaUU», tx«f«e, ■oaJIetlk, LitUftt m. PMogogfh• Herausgegeben 9 von Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. STta<j3ef> wt<j, 17. 3*Ui 1S90. Hek. iiiiikHiini t1m»1n,w1»k Mt Mul M im»u<I >«M. MM la «Mm« Blatt« dal*■!« lu|rllH1< M BiHMn! TM Ywal »ludui• trlklfl «!■■«Hg« Mtm ־' ertttt'lMcrtl••. Das nJfldiukc Lltteratar-BUttu erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Baohhendlanaen (in Leipzig bei Bobert Friese) pro Jahrgang 8 larh Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschrift“, die ▼ierteljihruah bei allen Pnu.Twrf.It.n und Bnchhandlnngen 8 8nrk «1*1«« erkalten das ״Jttdieche Litte!atnr-Blatttf gratis — IlNMtC werden ab 8b Pf. für die gespaltene PetitneUe^ Bella**• mit 20 ■ark( berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes sa senden Bachhbndler n. Lehrer, welche direot oder durch Bobert Friese Inserate einsended, erhalten 25 yi Babett. Inhalt: Wissenschai tliche Aaisätze: Die Varianten in den bib- Jischen Parallelen, verglichen von Dr. Ad Frankl- Grün. — Censoria. Litteratnrbericht und Becensionen: Wünsche, Aug, Dr. theoL et phil. Der babylonische Talmud in seinen baggadischen BestaDdtheilsn wortgetreu übersetzt und durch Noten erläutert. Zweiter Balbband, dritte Abtheilung. P Litterarisch e Notizen. — Littet arische Anzeigen. Leipzig, Otto Schulze 18b9. X. 470 S. (Forts, aus No 17.) rague.H. Annnaire d. Archiv, israel. pour 1 'andu monde 5651. Usksfsgtsr Nackdruok'au« dietsn Blatte ist ,sieht gestattet. Oie Varianten in den biblischen Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Frankl-Grün. VI. Die Belagerung Jerusalems. Unter allen Parallelstellen der heiligen Schrift ist keine von so grossem Umfange, als die Erzählung vom Kriegszuge Sanheribs gegen Jerusalem. (Kön. II. Cpp. 18, 19, 20 und Jesaias Cap. 36, 37, 38; 39). ( Es kann uns nicht wundern, das dieses wichtige Ereigniss in einem wissenschaftlich vorgeschrittenen Zeitalter, wie das des Hiskia war, viele Bearbeiter gefunden hat Zunächst dürfte es den König selbst, dessen schrift• stellerische Begabung aus mehreren Psalmen, dem Gebete während der Belagerung Jerusalems und aus dem Dankliede auf seine Genesung bekannt ist, zu einer geschichtlichen Darstellung veranlasst haben. Dann wäre der in diese Geschichte eingreifende Prophet Jesaias zur Schilderung derselben berufen.*) Auch die Männer aus der Umgebung Hiskia’s (,אנשי חוקיה חוקיה וסיעתו), welche zur Ehre des Königs die ihn betreffenden Angelegenheiten erforschten (Prov. 28,2), haben wahrscheinlich dieses Thema bearbeitet. Alle diese Werke jedoch sind verloren gegangen (bis auf zwei Kelationen, welche die Sammler der heiligen Schrift uns im Buche Jesaias und Könige aufbewahrten. Wie verhalten sich diese beiden zu einander? Eine vorgenommene Parallelisirung macht uns diB Zahl der Va* rianten und Analogien ersichtlich. Ganz gleich miteinander sind 9 Verse u. zw. IL Kön. Cap. 18, V. 24, 19,3. 5. 8. 10. 21. 30, 32. 36 mit Jesaias Cp. 36,9, Cp. 37,3, 5, 8, 10, 23, 31, 33, 37; •) Er dürfte das Bach ישעיהו pffl, auf welches in der Chronik II 32,02 als aaf eine aast ü hrli £ he Biographie Hiskia's verwiesen wird, verfasst haben. Dass aber die ־ans im Jes. Cp. 36 ff vorliegende Erzählamg gemeint sein konnte, ist schon deshalb nicht denkbar, weil dort . insführliche* Uber das Leben Hiskia’s Vorkommen soll, was ׳aber bei unserem Jesaias nicht der Fall äat. Ebensowenig kann ans diesem Grande daseilet 79 ספר (nach Septuagintaj ועל, vgl. Waisse, Einleitung zur Chronik B. 6). (Die Ij-tahlnn; Kön. Cp. 18 ffgomeint sein. Wahracheinhoh ist dieses Bach eines unbekannten Verfassers mit dem Kön. II 20,50 citirten Jahrbnche identisch. Kön. II Cp. 20 enthält keinen einzigen Yen, der einem ihm saohlich entsprechenden in Jet. Op. 38 und 39, durchgehend gleich wäre. Bios in der Schreib- und nicht in der Leseweise von einander verschieden, finden sich drei V. u. x. II Kön. 19,31. 37. 20,18 mit Jes. 37,32. 38. 39,7, wobei der jesajanische Text des כתיב immer in Kön. fehlt. Bezüglich der vollen and mangelhaften Schreib• weise variiren fünf Verse a. z. UT Kön. 18,19. 19,27. 28, 20,1. 15 mit Jes. 36,4. 28.29. 38,1. 39,4, von denen 2 plene in Kön. und drei in Jes. Vorkommen. Nur hinsichtlich der Versetzung macher Buchstaben und Wörter divergieren drei Verse u. z. IL Kön. 19,1.2 und 29 mit Jes. 37,1, 2; 37,30. .— Alle ttbrigen>Verse unterscheiden sich wesentlich tod einander, worauf wir bei der speciellen Erklärung der einzelnen Varianten aufmerksam machen werden. Die Gegenüberstellung und Untersuchung bei dem in manchen Partien auffallend, fast wörtlich übereinstimmenden Texte überzeugt uns zugleich, dass uns in diesen keine selbstständigen von einander anabhängigen Arbeiten zweier verschiedenen Verfasser vorliegen, gegen welche Annahme übrigens schon die Lückenhaftigkeit- und Unvollständigkeit bei Jes. 37,30. 36. 38,8. 22, und die Hinweisung auf ein ausführliches Bach bei Kön. (20,20) sprechen. Andererseits lassen die vielen, reellen, bei Abschriften unerklärlichen Abweichungen, welche beide Texte an mancher Stelle gegen einander bieten, an eine unmittelbare Entlehnung des einen ans dem andern nicht gut denken. Vielmehr dürfte *die Ansicht die begründete und richtige sein, dass beide den Urstoff, das Wesentliche ihres Berichtes ans einer gemeinschaftlichen Quelle, etwa aus den ■erhaltenen Jahresberichten, oder dem Buche der Zeitbegebenheiten geschöpft haben. Denn ohne Zweifel haben die frühzeitig schriftkundigen Juden denkwürdige Ereignisse aufgezeichnet, was aas Exodus 17,19, Numeri 21,14, Jesaias 10,13, II. Samuel 2,2, 11,21 erwiesen ist. Unmöglich konnten die daselbst erwähnten Thatsaehea durch blosse mündliche Ueberlieferungen nach- Jahr• hunderten sich so frisch und lebhaft im Gedächtnisse des Volkes erhalten haben (vgL J08.‘ 29,11, 12, 30,8, P8. 83,14, Ex. 13,9). Vielmehr wurden «die wichtigen, den König und das Völk betreffenden Vorfälle in ein Gedenkbuch eingetragen, dessen Führer den Titel מזכיר trug, weil er die Merkwürdigkeiten in. der Eriuqerang der Nachwelt bewahrte. Doch denkta wir!mg das Amt des מזכיר und des ihm gewöhnlich zur Seite stehenden TOS für ein würdigeres als das von Gr ätz (Gescb. der Juden, L Noted 6) ihnen zugewieeeme,' das eines Zahlmeisters and Listenfühpers nämlich. Die daselbst citirte Analogie mit Eichtet 5,4 deutet viel