Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 26. (26.6.1890)
- Date
- 1890-06-26
- Page
- Seite 100 (sequence 2)
- Language
- German
- Belongs to
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— 100 ganz bestimmt das phönizische Alphabet benutzten; dasa der grösste Theil der Hyksoa, wie man heute weis«, aus Cänaaniten und Arabern bestand, unter deren Botmässigkeit die Israeliten Zutritt zu dem Nildelta erhielten; dasa alle semitischen Stämme im zweiten Jahr- - hundert ante, welche zwischen Nil und Euphrat wohnten, fast dieselbe Stufe der Cinlisation und Cultur einnahmen und endlich, dass Nichts dazu berechtigt, 'die Hebräer als eine Ausnahme ron dieser Begel zu betrachten. - lieber den Parzhral Wolframs von Escheabach. Von Dr. S. Gelbhau*, Rabbiner und Prediger in Prag. (Fortsetzung) 6t. 394,23—21. Wan ein Gebur spraeche *An, mime herrn si diz get&n. Die Behauptung, dass die Sache des Dieners die Saehe des Herrn sei, erinnert an den talmudisohen Grundsatz: .כל פה שקנה עבד מי. רבו ,Alles was der Diener erwirbt, erwirbt sein Herr. * (VergL auch Megila 16.) 68. 297,9 —10. Partien« and valsche diet von den we.ilen er dir schiet. Ein in den Psalmen häufig vorkommender Ausdruck: .סעפים שנאתי ,Die Verruchten hasse ich.“ (Psalm 119, V. 113.) 64, 132,1—3. Der WAleis sprach <v& was ist got? wmer der gewaJdec söihen spot bet er nnspöden nibt gegeben. ,Wie weis« es* Gott und ist Eenntniss beim Höchsten vorhanden.* (Psalm 73,11.) VeTgL Genesia 18,25. ,Soll denn der Bichter der ganzen Welt kein Recht üben?* , 66. 340,7— 9. GAwin dähte swer verzagt so dsz er fiinhet 4 man jagt, des aime prise gar ze trio. Vergl. Leviticus 33,17. ,Und ihr werdet fliehen und Niemand wird euch verfolgen.* - 64. 845,10—11. Swenne <s der kemberbafts gert, dem bit in teilen sine habe. Vergl. Leviticus 25,35. ,Wenn dein Bruder verarmt und seine Hand sinken lässt, so sollst du ihn unterstützen.* ״Reiche dem Hungrigen dein Brod.“ (Jejajas 58,7.) 67. 357,20—25. Er bet och selbe hohen mnoat unö reit ein schoene kastelia, daz Meljacanz dort gewan, do*r Keyn sö höhe derhinder stach daz mann am aste hangen saeh. Earl Bartsch bemerkt hierzu in seiner Ausgabe desParzival: ,Eine Beziehung, die duroh Hartmann's Jwein ihre Erläuterung findet. Meljacanz hatte die Eönigin Ginover entführt, unter den Nachstellenden war Kein, diesen stach lleljacanz enbor üz dem satele hin daz im ein ast den heim gsnisne und bi der gurgeln hinc. [Jwein «5,72—74.] Dieses erinnert an 2. Samuel 18,9. ,Und Absa- Ion begegnete den Enechten Davids und ritt auf einem Mäulthier und da das Maalthier unter einer grossen dicken Eiche kam, so verfing sieh sein Haupt an der Eiche nnd ei schwebte zwischen Himmel und Erde und das Maulthier lief unter ihm fort.* 68.359,15—19. Do sprach aer herzoge Astar her, iwer neve was da vor, der kunec, and al sin hervon Liz; aolt iwer her an slAies vliz die wie sich hän gehöret? Dieses erinnert an die Anrede Moses an die Stämme Buben, Gad und Jaeb Manasse: ,Eure Brüder - ziehen in dep. Krieg und ihr wollet . hier bleiben?* (Numeri 32,6.) 5•. 8. Ich hän zwno tohtor die mir sind liep: wan aint mlinia laut. ,Wie ein Vater seine Kinder liebt.* (,Jesajas.) 40. 867,25—26. Swie ir verbeten *ö dez *wert 'Mk ir wer ist anders als wert. Bartsoh erklärt diese Stelle: ,Wenn sie der Vater aneh nioht wie der Sohn mit dem Schwert•, schützen kann, 80 hat dooh ihr Sphutsin anderer Weise eben soloheu Werth.* Aihnlich lautet ein t»l* mudiseher Auspraoh: .אשד. כלי(דינה עליה ,Eine Frau trägt ihr» Wehrwerkzenge an sich.* 41. 879,12—13. Als& der donner der iis pflao vil angestlicher vorhte. Vergl. Psalm 77,19. ,Die Stimme deines Donners am Himmelsrad, die Blitze erleuchteten die Welt, es bebte nnd zitterte die Erde.*!Mit Donner and Getöse and grossem Lärm.* (Jesajas 29,6.) 381,28. Gsloubsta, ob ir wellet. Eine biblische Redensart. ,Ob sie hören oder ob sie es anterlsssen.* (Ezeohißl 2,5.) 401,13. Ich enraoehe umb d’angtriuwen. Ein biblischer Ansdraok. , Ich hasse alle Uebel• thäter.* (Psalm.) 62. 4(7,7. Sö gelt ein 4öt den andern töt Vergl. 2. B. Moses 21,23. ״Leben am Leben.* In modifisirter Form drückt diesen Gedanken die Erzählung in Abot 2,6 aas: ,Er sah auoh einen Schädel 80hwimmen auf der Oberfläche des Wässers, da sprach er zu ihm: Weil da ertränkt hast, bat man dich ertränkt, nnd diejenigen, die dich ertränkt haben, werden am Ende ertränkt werden.“ ,(על דאטפת אטפוך וסוף טטיפיך יטופון:) (Fortsetzung folgt.) Lazarus Bendavid und seine Schrift: ״Etwas zur Characteri$tik der Juden“. Von Bez.-Rsbb. Dr. L.»ndsberg. (Schluss.*) Die in dem Früheren vorgeführten Täuschaugeu, die auf eine Unkenntniss oder Verkennung der ge- Schichthöhen Vorgänge and der religiösen Vorschriften zurückrafiihren sind, daroh die aber B. das Charakterbild der Jnden so sehr entstellt hat, werden genügen, um unsere Behauptung za rechtfertigen, dass die gana• Schrift den Gegenstand ״nioht nar nioht erschöpft, sondern auch nicht richtig erfasst hat.“ Längst sind die irrigen Ansichten B.’s über die treue AnhäagKohkeit der Jaden an das religiöse Gesetz, die er ihnen zum Vorwurf macht, über den Werth der Ceremoniallehre, die er als nnnüts nnd anzeitgemäss verwirft, über die vermeintlichen Schwächen and Fehler der Jaden, die er eam Theil übertreibt, zam Theil gsns falsch herleitet, bei billig Denkenden einer besseren Erkenntniss gewichen. Es verlohnt sioh darum nicht nochmals die Grundlosigkeit derselben des Weiteren ansznführen. £18 genügt hier aaf die Thateaohe hinzaweisen, dass eben wegen dieser gänzlich verfehlten und dnrebans nicht objectiv gehaltenen Schilderung der Charaktereigentb&mlichkeiUa des jüdisohen Volkes nnd des jüd. Gesetzes B.’s Schrift der Vergessenheit anheimgefallen ist, nnd zwar ohne Schaden für die Wissenschaft. Wir haben sie durch unsere kurze Besprechung nur namhaft gemacht, — Grätz XI, Note 4 ignorirt sie ganz — am za zeigen, wie ein Manu, der einer der treuesten Anhänger des Kantianismas gewesen, dennoch sich daroh die Voreingenommenheit gegen seine Religion nnd deren Bekenner diese in ein schiefes Licht za stellen nioht schente. Wir möchten darnm Grätz’ Bemerkung (XL S. 152): ״Aaf den Gang 'der Jüd. Geschichte in der Neuzeit hat Bendavid nnr udmerklich!eingewirkt* dahin erweitern, dass wir behaupten: B. hat duroh seine in obiger Schrift niedergelegten! Ansichten leioht das wenn aaoh nnr langsam sioh vorwärts bewegende Bad der Zeit zam Schaden für die Jaden, hemmen können. — j ף Cfr No. 12 a. 13. - .• . 4■ - - *יי־-