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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-06-12 · N° 24. (12.6.1890) · p. Seite 94

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 24. (12.6.1890)
Date
1890-06-12
Page
Seite 94 (sequence 4)
Language
German
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Dluir, W. J. Zur Ehrenrettung unserer grossen Gesetzeslaknr. Kritische Bemerkungen gegen Dr. Plxto1» Schrift über 4r״|rf^hl«g naoh dam Schlachten. Frankfurt a. M. 47 S. 8. (Hebräiach.) Im Jahre 1887 hat Dr. Plato, dar Rabbiner der orthodoxen Sepaxatgemeinde in Köln, eine Schrift erscheinen lassen, in der er denNachweias an bringen versucht, dass die allgemeine Sitte, ein Thier naoh dem Schlachten durch einen Schlag anf den Kopf an tödten, nach jüdischem Geaatze verboten sei. llit einer bewnnderangawürdigen dialeatiaohen Scharfe und mit einer geradezu erstaunlichen und, aufrichtig gesagt, beneidenswerthan Gelehrsamkeit weist nun Dünner nach, wie fcl«11 alle Gründe für dieses Verbot seien. Er sagt dem frommen Manna gana an verblümt die für einen orthodoxen Babbiner sehr anangenehme Wahrheit, dass er die halaohi sehen Schriften ״«,Jit gründlich verstehe und nur gelegentlich durchstöbert habe, ferner dass er sich nach Belieben Autoritäten wühle, denen er keinen Glauben schenken will, während er sich anf andere wie anf unfehlbare Kirchenvater stützt. So sagt a. B. Dr. Plato, dass B. Baruch, der Verfasser des התרומות 'D, tt««'•*'' nicht verstanden habe. Und ebensowenig findet der scharfsinnige Josef ben Jleir aus Frankfurt a. O ,Verfasser des פרי מנדים, Gnade vor den Augen des göttlichen Plato, während anderseits ein jüdiseh-deutsches Schechitabüchlein wie eine göttliche Offenbarungsurknnde mit heiliger Scheu behandelt wird. Mit köstlichem Humor geht Dünner allen Schwächen seines Gegners sa Leibe und er weiss immer die Lacher anf seine Seite au bringen, besonders, da er nachweisst wie Plato, dar etwas im Schulchan Aruch Erlaubtes für verboten ausgiebt, _ auf der andern Seite das Zertrümmern des Rückgrates, welches "im Talmud geradezu verboten wird, ausdrücklich erlaubt. Das Bach verdient eine ausführlichere Besprechung, weil' es für die Würdigung unserer Orthodoxie von hohem Interesse ist. Der ganze Streit ist nämlich dadurch entftanden, weil Moses Jsserls im Joreh Deah § 23,3 etwas lür erlaubt hält, was er in § 67,3 als verboten hinstellt. Diesen Widerspruch haben die alten Gesetzeelehrer natilrlicü gewaltsam mit Hilfe dialectischer Kunstgriffe zu lösen versucht, statt afnfacb anzunehmen, dass selbst Moses Jsserls nur ein irrender Mensch war, oder, dass er in seiner übertriebenen Sorupulosität jeder Ansicht die er vorfand, Rechnung tragen wollte, besonders aber, wenn sie erschwerend war. Am meisten am Platze ist aber die Mahnnng Baachi's in einem Gutachten, das Dünner citirt! man solle aie rituellen Verbote nicht noch vermehren. Freilich hat es zu Baachi’s Zeit keine Orthodoxie gegeben, welche solche Vermehrungen nöthig gehabt hatte, um sich in ihrem Ansehen als Retterin der sündigen Seelen behaupten zu können. Brüx._Dr. I) eutsch. Liitterarische Notizen. . Zu Lev. 5 V. 24. “יחסשתיו יסףsagt Jbn Ezra: “ ״מיעוט רבים כנים וכר ודוד א פרשנו weaseiy m seinem Biur zur Stelle bemerkt zu den Worten J. E.: - " הלד בדרך הפשט ושכח וחמשיתו ובו• שבפרשת נשא“• Merkwürdig ist es, dass Wessely die Worte “אפרשנו TW״ in J. E. unberücksichtigt liess und deshalb seine Erklärung zu Nom. & V. 7 nicht in Erwägung zog. Jbn Esra sagt dort ausdrücklich tu וחמישיתו וכו "אם הוא מתודה מעצמו ואם ש עדים כליי יוסיף שני חסשיות .•“• Jbn Esra weicht hier in zu ei Punkten von der Tradition ab. 1. Nach der Tradition ist unter דחמשתיו Lev. 6,24 zu verstehen: entweder er hat auf ein schuldig gewordenes Fünftel selbst, wider rieh, durch ableugnenden Eid vergangen, oder dieselbe Schuld wiederholt abgeschworen. (Vergl. Baba Kama 103 und das. 65b.l 2. Bezüglich הודאת עדים; .wenn Zeugen einen des Meineidee überführen, ist, der Tradition nach, nur קרן (das abgeleugnete Kapital) za zahlen. Nur הודאת עצמו, das ,freie Selbstgeständniss, erfordert אשם וח1מ)ש• (Siehe Sehebuoth 49a und Baba Kama 108 a. u. b) Jbn Esra sucht nun das Abweichende der beiden Pentateachstellen in einfacher Weise aaszugleichen Lev. 6,24 וחמ(שתיו, Plural, י/, sind zu zahlen bei Ueberführang durch Zeugen. וחמשיתו in Nam. f> V. 7 wo von ■/, die Bede ist, spricht von freiem Geständnisse, wobei besonders 1TA”H in demselben Verse zu berücksichtigen ist. Die Bemerk, j. e. zu בראשו Num. 5,7 ״כאשר ודא, לא פחות ממנו־ ist schwierig. Abgesehen davon, dass dies selbstverständlich ist, so kann dies ja ans אשמו gefolgert werden. — Das בראשו will vielmehr besagen dass in erster Reihe das;ה!־, der Kapitalwerth, za entrichten sei. (Vergl. übrigens die Derascha der Chachamim in Baba Kama 66 b.) Au erbach - Dresden. Litterarischer Anzeiger. In meinem Verlag erschien soeben: מקראי קדש Festreden für Israeliten auf alle Feste des Jahres von Salem■ Plesner• Heraasgegeben van [4313 Dr. E. Pleaaner. Preist Mk. g.- Sabbath*, Festu. Gelegenheits-Reden von M. XJnna. Preis: Mk. 2. Frankfurt a. M. i. Ksslksass. Im Selbstverläge des Verfassers ist erschienen: עץ דדם Hebräische Leseiiebel, bearbeitet 4303] von J. Merzberg, Erstem Lehrer an der Gemeinde. Religionsschnle zu Bromberg. Preis: »0 Pf. ~ Felgenie*W erke suche*1c!rTu kaufen: 1. Diwre Misekpet von meinem hoebs. Urgrossvater Rabbi Chaim Auerbach. 2. Isre Blnek von meinem hochs. Onkel Rabbi Meir Auerbach. BL Assarbacli, Drred-a, Marschallstr. 41. 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I nähme fu Caator Deutsch. Briefkasten der Bedactiem. Dr. K. W. in N. — Ihre lexikalisehe Untersuchung wird Anffinden — Dr. J. K. Dessobald das ganze npt_ in uesern Händen. Tetanlw«wtlichnr Redaotear Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D. L. Wo 1 f f, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.

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