Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 24. (12.6.1890)
- Date
- 1890-06-12
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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.«*£24♦ M Jahrg. XIX. Jüdisches Litteratur-Blatt. Zmr Hiuktiii 4Uw Jiiaa» m ]14■ Mn(a<■ Ilttmiwik« Cr- MWmci■ nf Cm DAlita 4« FfcUo- MV kl«, e«a«klekU, ■Uk«cr«*k<<• Tk»• •dl, OilMtalls, Cx«f«M, ■•«JUtlk. utudk m. n44mk Heraaegegeben »OO Rabbiner l>r. Moritz Rehmer. fflLaydebuxy, 12 3uni 1890. Uika «•rtUKklitI•*• Utt«nt*r,1r«lak 44r ■44441 4• 11|44M4t ««•44■, fta.tm In 4I4M ■Islt. •!«cMmM ■MvrMfcM* ■«4 144444441 TM 4T4I I44I44I4M* bM4fl*r«« 4rf»l«t •Iwaallc• kam UraUclaMfUM. Das gJMlsehe Littcratzr-Blztt•* emcheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (in 14 eipeig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Hark. Abonnenten der ,Israelitischen Wochenschritt“, die ▼ierteljährfioh bei allen Postanstalten ond Buchhandlungen 8 Hark zahlen, erbalten das ״Jüdische Lätteiatar-Blatt* gratis. — laserate werdea aus Sk Ff• für die gespaltene Petitseile,'Rellagea mit 80 Hark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes za sende■ BnehhAwUer n. Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 yl Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Aas alten Acten. Mittheilangen von Dr. M. Silb erstein-Wiesbaden. — Die Varianten in den bibl. Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Frankl-Grün. — lieber den Parzivnl Wolframs von Eschenbach. Von Dr. S. Gelb haus, Rabb. and Prediger in Prag. — S. L Rapoport’s Schriften, bibliographisch verzeichnet von S. J. Halberstamm a. David Kaufmann. Litt erstürbe rieht und Recensionen: כלילת יופי, Geschichte der Rabbiner der Stadt Lemberg vom Anfänge bis auf die Gegenwart, sowie der berühmtesten Rabbiner u. Schriftsteller von Polen u. Litthaaen v. J. 1492—1602 etc. Dünner, W. J. Zar Ehrenrettung ans. gr. Gesetzeslehrer. Litterariache Notizen. Litturarische Anzeigen. Aus alten Acten. Mittheilungen von Dr. M. Silberstein-Wiesbaden.!Mit arcbivalisohen Studien behufs Sammlung von Materialien für eine Gesohiahte der Jaden im ehemaligen Hersogthum Nassau beschäftigt, kam mir unlängst ein Convolat Acten aas dem Anfang dieses Jahrhunderts in die Hand, in welchem sich ein Brief des karhessischen Hoffactors nnd fürstlich Isenburg’- sohen Hofand Hammeragenten WolfBreidenbaoh in Offenbach an den damaligen Naussau-Weilbarg’- sohen Minister, den bekannten Freiherrn von Gagern, befand, der es aas manohen Gründen verdient, ans dem Dunkel des Archivs an das Licht der Oeffentliohkeit gebraoht za werden. Znnäohst ist es die Person des Briefschreibers an sioh, die unser Interesse waebrnft. Denn neben Jsrael Jacobsohn war es insbesondere Breidenbach, der sich um seine deutschen Glaubensgenossen grosse ־Verdienste erworben hat. Verdankten sie doch seinen eifrigen Bemühungen zumeist die Aufhebung jenes entwürdigenden Zolles, der unter dem Namen des ״ JadenleibzollsB sie 80 tief erniedrigt^. Im Jahre 1804 war Breidenbaoh in Begensbarg, woselbst er die Mit- Wirkung des Kurfürsten,!Reichskanzlers, Carl von Dalberg, zür Abschaffung dieses demüthigenden Zolles erreichte. In einem vom 19. Jan. datirten Schreiben wird ihm ausdrücklich von Dalberg bezeugt, dass er durch die von ihm (Breidenbach) angebrachten vollwichtigen Gründe, sowie aaoh ״durch die von dem Vertreter seiner Nation selbst mit so vieler ernsthaften Thätigkeit, Wärme und Ueberzeugang betriebenen, ihm cum Rahme nnd zur Ehre gereichenden mensohenfreandliohen persönlichen Verwendungen“ bewogen ward, den Jadenleibzoll abzusohaffen. Bei der warmen Theilnahme, die Breidenbach Allem zuwandte, was auf eine Besserung der recht- Hohen uqd sooialen Stellung der Juden hinwies, ־ist es nicht za verwundern, dass er insbesondere die!Antworten, die die Versammlung de|r jüdisohen Notabeln auf die ihr vom Kaiser Napoleon L vorgelegten Fragen ertheilte, aufs Freudigste be grösste. Welche Begeisterung er den Antworten der Notabein- Versammlung entgegentrug and welche grosse Hoffnungen er hieran knüpfte, das bezeugt der Brief, den Breidenbach an den ihm, wie es soheint, befreundeten Minister 1־richtete and der wörtlich lautet: ״Hochwohlgeborener Freiherr, Gnädiger Herr Minister! Ew. Exoellenz habe die Guade (!', die Beantwortung der ersten 7 Fragen von der Mosaischen Deputation zu überreichen. Ich horte, hochdieselben werden darin die Reinheit der Moral and Sitten finden, welche jedem braven Staatsbürger geziemen, nnd damit zufrieden sein. Die übrigen 5 Antworten bis aut die 12. Frage werde ich nächstens die Gnade haben (siot), nachzäsenden. Dieses Alles wird Ew. Exoellenz, wie ich gl4M.be, um so mehr als Minister in einem Staate interessiran, wsil es gewiss and entschieden ist, dass nächstens auch Depatirte ans den Bundesstaaten ernannt werden nnd es bald dahin kommen wird, dass die jüdischen Einwohner in höohetdero Landen sich zu nützlichen Mitgliedern im Staate bilden köaa•■. Ich behalte mir unterthänig vor, bei einer baldigen mündlichen Unterredung etwas Näheres Über den wichtigen Gang der S4teh* vorzutragen. Mit schuldigster Devotion habe die Gnade (!) zu sein mmm Ew. Exoellenz Offenbach, unterthänigeter Diener 6. September 1806. Breidenbach.1‘ Oie Varianten in (len biblischen Parallelen, verglichen vod Dr. Ad. Frankl-Grün. IV. Allgemeine Erklärungen. Der didaktische Werth, den wir bei der ־Wiederholuug des Opfergesetse8 hervorgehoben, and welcher duroh die zum Vergleiche herausfordernden Varianten nooh erhöht wird, ist bei vielen Parallelen wahrzanehmen. Hauptsächlich aber erfolgt die nochmalige strenge Einschärfaug manoher Gebote wegen eines vorgekommenen Falles, oder eines besondem Zeitbedürfnisse8, and welche dann dem Inhalte tmd der Form nach, entsprechend dem damaligen Zustande, zum Theile von der ursprünglichen Gestalt abweiohen. Zuweilen findet diese naohdrüokliohe Einprägnng mit passendem Wechsel der Ausdrücke bei solchen Verordnangea statt, deren Befolgung Selbstüberwindung kostet, und daher in variirender, immer neues Interesse» erweckender Weise eindringliob ans Hers gelegt wird. Dieses ist z. B. beim Gebote der Fremdenliebe der Fall, welohes 16 mal mit den verschieleaartigatea BegründuDgcn, znmeist mit der Hinweisung auf die eigene, in Aegypten erfahrene barbarische 'Behänd-