Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 23. (5.5.1890)
- Date
- 1890-05-05
- Page
- Seite 90 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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~Em ist erstaunlich, wie viel and vielerlei wir noch von dem Herrn Verfasser auf dem Gebiete der Gesohichte lernen können. Es bet bei seinen nach den neuesten{!! Forschungen dargestellten geschichtlichen Exoarsen noch wenig an bedeuten, wenn er uns Ariatobul als den iltesten der jfld.-gri ec fuschen Philosophen bin• stellt und mit keinem Worte der bekannten Streit• frage Erwähnung that; es will noch wenig sagen, wenn er statt von einer griechischen von einer he- 1 britischen Uebereetanng des Baches Ben Sira redet, die der Enkel des Verfassers angefertigt habe; wir er• fahren da noch ganz andere Dinge. Von Rase bi heisst es (Seite 266): Die Tradition des Talmud zu Grunde legend, erklärt er jeden Satz (der Bibel) in flüssiger Sprache and in leicht verständlicher Weise mit Hinblick auf die peripatetische Philosophie, die er nie gana ausser Acht lässt. “ Ja noch mehr. ״ Er (Basohi) war ein Zeitgenosse von Maimonides!**) lieber Abraham Jbn Daud erfahren wir: ״Sein Hauptbestreben ist darin (in seinem Werke אמונה רמה) da• hin gerichtet, die scheinbar sich widersprechenden merkwürdigsten Thesen der hervorragendsten Wissenschäften untereinander, sowie mit den Grundsätzen der jäd. Religion and den Anforderungen des denkenden Geistes in Einklang za bringen.“ Nun wissen wir es doch genau und bestimmt, über welche Materien Jkn Daad in seinem אמונה רמה handelt. Die jäd. Religionaphiloeopheu ־Gersonides, Crasoas, Albo werden mit wenigen Zeilen abgethan, dafür erfreuen sich die Kabbalisten der besonderen Gunst des Ver- I fassen. tJ* *ak Loria verzeichnete nicht selbst seine Theorie, da er za heilig daza war(!!). Diese entwickelte sein intimer Schäler Cchaim Vital in sainem Bach עץ דדים. Aach (t stand im Gerüche der Heiligheit und sein Name wird von frommen Israeliten, die in der jüdischen Literatur eingeweiht sind, ehrfaichtsvoll genannt.“ Um nur ein Beispiel von den zahllosen Widersprüchen in dem Werke des Herrn Verfassers hervorzuheben, weisen wir auf seine Bemerkungen über Spinoza hin. Auf Seite 6 heisst es: ,Die Nebel des Mittelalters zerstreuten sich vor der hell aufgehenden Sonne der Neuzeit und es brach mit der modernen Philosophie der Tag der reinen Gott-, •Welt- und Mensohenerkenntniss heran. Ihr gTÖsater Heros war unstreitig der Jade Barach Spinosa* und wenige Zeilen weiter heisst es: Sein (Spinosa’s) Pantheismus ist ein eisigkalter herzerstarrender Akoamismus.“ Auf Seite 55 belehrt uns der Herr Verfasser mit den nachdrücklichen Worten: ,Wir wiederholen den Satz: ,Spinoza ausgenommen, waren sämmtliche jüdische Philosophen Eklektiker und Philo der geschickteste unter ihnen, der auch auf eigenen Füssen zu stehen verstand“; auf Seite 6 heisst es aber bereits von Spinoza: ,Wo denn anders als aus den Quellen der Philosophie des Judenthams schöpfte ’ » *) Basch! lebte bekanntlich von 1039—1106, Maimonides wurde 1135 geb. and starb 1204. er die Elemsnte zum Baa seines!unsterblichen Lehrgebäades“ and auf Seite 330: ,Unzera Aufgabe ist es jetzt in einigen kräftigen Zögen naohzawmaen, dass Spinoza die Hauptelemente seiner Lehre der Kabbala entnommen hat.“ Dieser Naoh weise bindert den Verfasser aber keineswegs ans auf Seite 329 wieder mitzutheilen: . . . ,Aber auch bei den Philosophen fand er (Spinoza) keine Gnade, da sein System, originell in der Auffassung, eine Reformation in der Philosophie bedeutete.“ Aber all diese Widersprüche, in die siob der Herr Verfasser verstriokt, erklären sich in leicht begreiflicher Weise aas dem compilätorisohen Geiste desselben, der ohne jede tiefere Durchdringung des gedanklichen Stoffes die in verschiedenen Schriften älteren and jüngeren Ursprungs verzeiobneten historischen Notizen und Auffassungen eiligst za einem Gesammtbilde zu vereinigen strebt. Es wird dem Herrn Verfasser in den Augen derjenigen, die auch nur einige Kenntniss von den wirklichen Erscheinungen des philosophischen Geistes im Jadenthnme besitzen, nur wenig nützen, wenn er zum Zwecke einer oapt&t io benevolentiae auf die Lobeserhebungen hin weist, die sich in den Spalten politischer Zeitungen über sein Werk finden; auch das Votum der phil. Commission der ungarischen Akademie der Wissenschaften, die des Verfassers Schrift mit dem übrigens sehr allgemein gehaltenen Lobe ״entschieden lehrreioh“ bedacht haben soll, wie das Pester Journal berichtet, wird das objective Urtheil der engeren Fachkreise keineswegs za beeinflussen vermögen. Wir erinnern au des Herrn Verfassers eigene Worte:( ״Die Niohtrabbinen befassen sich wenig mit jüdischer Philosophie“ (3. 10) Das Werk des Herrn Spiegler gleicht in formeller wie ia iuhaltliohor Beziehung einem wüsten Steinhäufen und kann nicht im Entferntesten den Anspruc 11 erheben, auch nur die Grundmauern zum Gebäude eine r Geschichte derPhilophie des Jadenth. geliefert zu haben. Leobschatz. Dr. Krakauer. Litterarische Notiz zu voriger No. (S. 86, Ko. 38.) Nachträglich gelangte ich ia den Besitz dieses Baches, welches nach dem Titelblatt mit den Approbationen der von Roest erwähnten polnischen Rabbinen noch ein unpaginirtes Blatt mit folgendem Inhalt enthält: Approbation von R. Samuel Heilmann in Metz vom 3 Tischri 613; desgleichen von B. Jsaac in Hanau von Freitag, 28. Kislew 613. (Dieses Monatsdatum stimmt nicht zum Wochentage, denn es fiel auf Montag); desg'eichea von B. Mendel Jankau in Mannheim von Montag, 7. Kislew 613. (Auch dieses Monatsdatum stimmt nicht 7.tun Wochentage, denn es fiel anf Dienstag) Da diese Approbationen das Jahr uld haben and dieselbe Seite auch ein Druckfehlerverzeichniss enthält, das Bach aber schon 612 gedruckt war, so scheint das Blatt als Carton angehängtworden za sein, welcher im Bosenthal’schen Exemplar fehlt. Die zweite Seite des Blattes enthält noch Novellen zu Fol. 3, 6, 19, 20 and 24 des Tractat כרכות und hat am Schluss das Wort סליק (Ende). Der 2. Theil des אור חכמים, den Bosenthal Aicht gesehen hat, ist jedenfalls das von Benjakob erwähnte and in meinem Exemplar befindliche 0לב חכמי, welches Novellen zu 20 Ta.- mudtracten enthält and 10 Blätter umfasst. 14. Cohen. Litterarischer Anzeiger. Felgende Werke suche ich zu tssbs: 1. Dlwre ■isehpet von meinem koch«. UrgrossvaterBabbi Chaim Auerbach. 2. Issre Blneh von meinem hoch•. Onkel Babbi Milir Auerbuch. Dresd-m. Marachallstr. Al. edier Heben.) ä M Pf. (4 8t Ha llC^xn hs.be«! bei der Exp, d. B. Ben erschienen Naehtra za den Breslauer Synagogen• Besängen. Preis & Mk. Anhang zur Torbeterschnle. Preis 2 Mk. — Zu beziehen durch den Unterzeichneten Verfasser. [4283 Breslau im Mai 1190. Ca1t4r Ifeutseh. Von Kaäwer»* Jsmlit. Predigt-Magazin geben wir den Haften Jahr- (260 Seiten), der 21 Fest* predigten, Sabbathn. Cesnalreden entfällt, auf kann Zelt zum bedeutend ermlssigtea Preis von wwel Hark 60 Pt (st.6H.)ab. Deawlebeatew Jhrg. (16 Festpredigtea, 8 Ceeus l,r«dsc) f&r 1 C 50 Ft Beide Jahrgänge Ar 8 FL bsar. Dia ExM-Jw. Weche—ehria Leichten u. lohnenden Nebenarwerb erzielen jttd. Beamte mit dem Verkaufe meiner beliebten JahrzeltgedenkDlättor. Probebilder gratis u. franoo. [4272 8. ■—huuer, Zittau. 1 Berichtigung, ln vor. No. Seite coL II Zeile 21 v. n. statt;,vor“ za lesen .von“; Z. 26 v. u. zu lesen Thätigkeit. Seite 86 col. L Zeile 29 v. o. statt .der“ zu lesen ,des“; Zeile 41 v. o. statt 0דרכיי >a : Z 50 v.o'.«Btst.ÄUt. STljSSi Bedsctoar Dr. Bah ms», Magdeburg. Diuek tos! D. L.~W01 f f, Magdeburg. Verlagvon Robert Friese, Leipafg-