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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-05-05 · N° 23. (5.5.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 23. (5.5.1890)
Date
1890-05-05
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Abonnenten der ,IsraeUtisobea Wochenschrift“, dis vierteljshrösh. bei all•(! «tri ran und Buch bandln jagen 9 Bark zahlen, erkalten das ״Jüdische Littei «tnr-Blxtt* gratis. — Inserate werden Bit Kk Pf. für die gespaltene Petitaeile, Beilagen mit 20 Bark, berechnet nnd sind an die Expedition dieses Blatte« za send«■ Buchhändler n. Lehrer, welche dlirect oder dnrch Robert Friese Inserate einsendea, erhalten 85 X Rabatt. . ׳ Inhalt: Wis senachaftliche Aufsätze: Die Varianten in den bibl. Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Fr an kl-Grün. —!Jeher den Parzival Wolframs von Eschenbach. VonDr S. Gelbhaus, Rabb. und Prediger in Prag. — Litteratnrbericht:Recenaionen: Spleg 1 er, Dr. Julius. Geschichte der Philosophie des Judenthums. Nach den neuesten Forschungen dargestellt. Litterarische Notizen. Litterarische Anzeigen. Oehsle|tsr Waeklraek aus diesem Blatte ist 11 iaht gestattet Die Varianten in den biblischen Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Frankl-Grün. III. Die Speise-, Ehe- und Opfergesetze. Der Inhalt des Dekalogs, welcher wesentlich zur Führung eines priesterlich-reinen, religiös-heiligen Lebens beiträgt, wird Lev. Cap. 19 — die kleine Bibel genannt — in veränderter Stellung und mit dem Hinweise auf die von Israel möglichst anzustrebende Heiligkeit Gottes wiederholt. Dieser Beweggrund wirdj gewohnlich bei Geboten gesetzt, welche Entsagung und Enthaltung von schwer zu besiegenden Leidenschaften, die Bekämpfung sinnlicher Gelüste fordern, zu denen der menschliche Trieb besonders hinneigt. Denn Erhebung über Sinnenlust, Absonderung, von jeder Verunreinigung und Unsittlichkeit gilt alis die Vorstufen zur Heiligkeit. — Daher werden aucli die Ehe- und Thierverbote mit der Ermahnung an den!heiligen priesterliehen Beruf Israels eingeleitet und zweimal wiederholt. (Lev. 11,44; 20,25 n. 26; Deut 14,2. u. 2|0.) Die in Lev. Cap. 11,3—20 aufgezählten, zum Genüsse erlaubten und verbotenen Thiere werden Deut Gap. 14,6—19 in abgekürzter leichtfasslicher Darstellung angeführt. Bei dem hohen, den Werth der Ceremoniialgesetze überragenden Bedeutung, welche die heilige Schrift der Erhaltung der Gesundheit, oder was dasselbe ist, der Reinheit des Körpers und der Seele beilegt, dürften die mit dieser in innigem Zusammenhänge stehenden Verordnungen in einem Buche nicht! fehlen, welches die Hauptmomente der Gesetzgebung1 enthält Denn unverkennbar umfasst der hebräische Ausdruck XCtS auch den Begriff Krankheit, in welchem Sinne er auch Lev. Cap. 13—15 angewendet wird,;und bezeichnet die schädlichen bösartigen Einflüsse,!welche der Genuss der wilden, blutgierigen Thiere auf die physische nnd geistige Beschaffenheit deB Menschen ansübt Von diesem diätetischen Gesichtspunkte am hat Moses die cur Regelung der Lebensweite zweckdienlichen Nahrangsmittel dem jungen Geschlechte!or seinem Einnoge ins hmlige Land namhafjt gemac 1t und auf die abschreckenden Folgen der Nichtbeachtung derselben bingewiesen. Durch die Vervielfältigung der Ansehenung (14,13) und die Mannigfaltigkeit der Darstallnng, wollte er zum Vergleichen und Nachdenken anrageb, und durch die Specialisirung mit den Namen und Erkennungszeicben besser vortrant machen. Dieses Motiv lässt sich auch iu den einzelnen Varianten erkennen. Bo zählt er in Cap. 14,4 ausdrücklich die zum Essen erlaubten Thiere auf. "TD'il — שוד; in V. 6 betout er als Erkennungszeichen rtfClB *שת Jdie Spaltung beider Klauen; im V. 7 zieht er die unreinen Thiere, welche Lev. 11,4—6 gesondert anfubrt, zusammen. In V. 7,13 fügt er neue, inzwischen ermittelte Gattungen und Arten hinzu (V. 7 TO Ctfn, V. 13 ־,־יד* הראה!), die ■nur in d*n Waldungen Palästinas und unbewohnten Ländern vorkommen. In V. 11 nnd 2TJ, wo צ6יד von 5ווי unterschieden werden muss, erlaubt er־ alle reinen Vögel zum Essen, also diejenigen, welche sich nicht unter den V. 12—19 Aufgezählten finden, während in Lev. von den reinen Vögeln gar nicht gesprochen wird. In V. 10 und 19 vermeidet er den in Lev. gebranchten Ausdruck שנדן und wählt dafür.das Wort XCC, weil dieser Abschnitt ausschliesslich vom Verbote des Essens and nicht von der Nutzniessnng der Thiere handelt und * dieses Wort, deren schädliche, das Blut uud die Seele verunreinigende Wirkung besser als עקז bezeichnet. D is Hauptziel dieser Wiederholung aber ist die nachdriickliche Warnung vor jedem Anschlüsse an die sittenverderbten Cananiten und vor jeder Nachahmung ihrer unzüchtigen Lebensweise. Die Speise ge setae' sollten die Grenzscheide bilden, durch welche Iwael von den entarteten Völkern abgesondert werde, um durch die Vermeidung der Abscheu erregenden Genüsse der Verthierung zu entgehen. Und dieser daroh die . nochmalige Anordnung der Thierverbote be&bsiehtigte Zweck, die Reinhaltung des Körpers nnd der 8*616,. die Verhütung jeder Annäherung an die sittenverderbten Völker nämlich, liegt auch der Wiederholung der Ehege setze zugrunde. Moses fasste dabei gerade die jnage Generation ins Auge, welche das Land Cn&aan in Be* sitz nehmen, and mit den früheren Bewohnern in Bertthrang kommen wird; er warnt nachdrücklich vor der Nachahmung ihrer sündigen Lebensweise, nnd stellte das Laster, jede geschlechtliche Ausschweifung als fluch- und verabscheuangswürdig, als. Verunreinigung hin. Er bezeichnet« mit dem schärfsten Tadel. die gräaelicheVermischung verschiedener Gattangen, die eheliehe Verbindung der Blutsverwandten, welche in die verwandschaftliche Liebe die geschlechtliche mengt «. (חסי־, תבל, זמר" חולבה ... Cap. 20,13,14 Deut 27,20 f.) and setzt auf die Cebertretnng jedes in Lei. Cup. 13, Uoa erwähnten Verbotes eine besondere Todeajrtuäie - ff

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