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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-05-29 · N° 22. (29.5.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 22. (29.5.1890)
Date
1890-05-29
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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M 22. Jüdisehes Jihrg. XIX. gar BaUarfcteag •Uv ud Ia4«a kMrtltito llttvarluk« Br• •ektlaaa««• aaf •«ktgta dar Phil«• ••»kl•» •«•efcjekt«» BtkMfnpkU, Tk«o* OrltaUlU, CxagM•» HamllatU. Mtwfffc a. rtdMfwik. Heraasgegeben von Rabbiner Dr. Moritz Kahmer. 29 STLai 1890. gft«fc«r M diK>H|la<■ UtiaifM^Mjrt•• 4« B«ta«t u» ay«ttadi war««•» tm««■ ta 41«••■ Blatte •I •1ak«a4« Baapraefc«•« •4 Btea«a4aa« tm «v«t t11v><w «luMlt!« Um ' Dm gII4lB6fc• Llttoratsr^BUtt«4 erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlanaea (Ja Leipsig bei Bobert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der JUraelitisohen Wochenschrift“, die vierteijfthrUoh hei |1l^n Poetanstalten ond Bnchhandlnngen I Mark erhalten das ״Jüdische Litteratnr-Blatt* gratis. — Iiüfitl werden vife tk Pf. tür die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 40 ■Jftrk, berechnet and sind an die Expedition diese« Blattes an •enden BnohltEndler n. Lehrer, welche direct oder durch Bobert Friese Inserate einseadea» erhalten 25 Rabatt. Inhalt: Wie aensohaltliche Aalsätze: Die Varianten in den bibL Parallelen, verglichen vonDr. Ad. Frank)-Grün.—Ueber den Parzival Wolframs von Eschenbach. VonDr S. Gelbhaas, Rabb. and Prediger in Prag. — Zur Chronologie. Ueber den Plan eines Index der Approbationen. Von L. Cohen in Rees a. Rh. — Litteraturbericht: Recensionen: Moses, Dr Adolt, Nadab und Abibu oder der Untergang der Sauliden und des grössten Theils des Stammes Benjamin. — Eaminka Armand. Studien zar Geschichte Galiläa’». -i- Littei arische Anzeigen. Uabsfsftsr Hse.drusli aut dietssi Blatt» jzlniztl f« tattat. Die Varianten in den biblischen Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Frankl-Grün. 3. ner Dek log. (Schloss.) Unseres Eraohtens lassen sioh die xvisohen beiden Dekalogen stattfindenden Varianten aal folgende Weise erklären; Im Exodus spricht nämlich der Gesetzgeber .als solcher in streng sachlicher, seinem Thema angemessener, bändigen Eürze zn nns, im Deuteronomium, einem Baohe mit vorherrschend historischem Inhalte, hingegen der belehrende Geschiohtssahreiber, welcher aelbst dem gesetzlichen Theile die historischen'Momente abgewinnt, oder historische Motive beimengt. Durch die veränderte Darstellung und Verschärfung eines Gebotes, worin sioh die im Laufe der Zeit neu zur Erscheinung gekommenen Laster und Gebrechen abspiegeln, zeigt er uns zuglei oh die geeohiohtliohe Entwicklung des Dekalogas, seitdem er in Gesetzeskraft' getreten ist, während des Zeitraumes von 40 Jahren. So deutet die Oonstruotion פסל -כל תמונה . V. 8 (vgL rs אשדה כר Deut. 17,21) auf die nöthig gewordene ׳Verschärfung des zweiten Gebotes, indem )«• aelbst auf die Abbildung eines Bildes, also auf Art das Göszeudienstes und der Abgötterei, welohe -die müssige Phantasie des Geschlechtes der Wüste ersonnen haben mag. ausgedehnt -wird. Der immergrOsser werdende gesellschaftliche und geeohifthohe Verkehr maohte auch eine strenge Einprägung dm-ßftkote• der 8abbathheüigang höthig, weshalb ,Koset statt £es "gelinden -tCt .das schärfere *Y)QV wühlte, zumal d«V folgende Vera ohnehin mit m3n -'iS 'Auch"dürfte er aas seiner vierzigjährigen die Ueberzeugung erlangt haben, das* der _־süfo am crfoUnMohafon uy wirksamsten be- 1,1 wenn der Tu halt der ,«nmÜnen Verordnungen mit'dan Ereignissen [aus dsrjflngatan dt, }Nat&ffi, Jnit! Aen Erinnerungen a!n aäineeigenen ErÄi’ ' "wirken. ,JEr erinnert ruhe, wslahea ffir jde Xaeeht gilt, an die'«gehe־ ,nla rar’ den i KnoohtachalVfh Aegypten, an den geschichtlichen Anfang des Volkes, weil diese Thatsaohe ihm näher liegt, nla der Anfaag der Welt, der Sabbath der Schöpfung, mit dam.'ar bloss die Einsetzung gera te des siebenten Tagen be> gründet und auf den er sich (V. 12,16) benot, um zu zeigen, dass an dieser Stelle nicht der eigentliche Platz des Gebotes, sondern des geschichtlichen Bückbliokes auf dasselbe ist. Durch seine. Beobachtung hat er sich die Einsioht verschafft, dass Oanantaa, Selbsterlebtee einen mehr veraittliohenden, den Willen and das Handeln mehr bestimmenden Kjafinaw übt, als fernliegende, übersinnliche Motive wie ExocL 20,11. ( Er fügt beim 5. Gebote zur Verheisaang eines langen Lebens als Lohn für die Elternliebe noch Woiuargehen hinzu (eine übrigens dem Deut, eigene^ Bode• Wendung vgl. Op. 12,18 13,19), um auch diejenigsa zur Erfüllung dieses Gebotes anaueifern, welche momentanes Wohlergehen einem langen, freudlosen Da* sein vorziehen. Und ee durften in der Wüste deren Viele gegeben haben, denen eine lange Lebensdauer nioht ״so werthvoll erschien. — Im 9. Gebot bekundet der im Vers 17 gewählte, dem V. 11 analoge Ausdruck ל9ןא das schon vielseitig _ ausgabildata Qeeohäftaleban mit den in demselben verkommenden lügenhaften und betrügerischen Zeugenaussagen. לשוא niohtig, grund- 108 in der Bedeutung ein Ps. 89,48, Jer^■ 2^0, H. Weaseli נן מזל Einl. & 7. Im' 10. Gebote V. 18 verbietet .דאי חתאוך «Du sollst Dich nicht gelüsten lassen*, aohon das Wünschen» die Erregung der Lust zu einer fremdeh Sache, wafajhe Verstärkung Moses nach seiner Wahrnehmung ,dar stets sioh steigernden Begehrlichkeit in Anbetracht des bevorstehenden Einstiges in Oaaaan umd'-dzeaas den neuen Verhältnissen und Umgebungen nik öffnenden Beziehung für nöthig erachtet hat.*) Es'wären demnach die zwischen beiden Dekalogs«» vorhandenen Differenten dureh dis Untarzefcstdaag swiaohen ihrer legislatorischen and historisch!• 8► dentnng erklärt. Aaf den geeohiehtliohs«! Gbarsktsr des deateronomisohen Dekalogea sind aaf menaba «tilistiepbe Varianten zurüoksuxÜhren. 'י So die S^ef»älia1>nng וחסזךך, ואסחך < J' jpn |V. 14 VTW V. 18, wüoha auf den damals bereits mfCA‘ nommenen Wohlstand hindeutet,נ ' ‘ der wichtigen Beiheulolg• das w ,Wichtigen ,«tm Qltindennohtigpu _ שדהו, אשת v. 16; —dünh der Waw oonjunctivam zur •ageren Verbind« י) VgL 4sn Uatazsakiad uad חסרה Lw b«* Hsourii risttt-Aer ala ״llU1& *S ead LWnzlurti Arg. 4 Ho. A

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