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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-05-08 · N° 19. (8.5.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 19. (8.5.1890)
Date
1890-05-08
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Ihr die gespaltene Petitzeile, Beilagen mit 80 Bark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes za senden Buchhändler u Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25־ % Rabatt. ' “V. 31־־'■■*:׳ ־<] 1' ' ־•־ . .; " •■יי:1 Inhalt: Wissenschaftliche AufsAtze: Ueber den Parzival Wolframs von Eschenbach. Von Dr. S. Gelbhaus, Rabbiner und Prediger in Prag. — Die Judenbriefträger in Frankfort a. M. Von A. Kraca uer, Frankfurt '— Die Varianten in den bibl. Parallelen, verglichen von Dr. Ad. Frankl- Grün. — Zur Chronologie. — Von L. Cohen in Rees a. Rhein. (Fortsetzung.) Litteratnrbericht: Recensionen: Günzig, Israel, Fabius Mieses. ■ Fine biographische Skizze. Litterarische Anzeigen. *' U*k«f*ftcr Nachdruck auc dictem Blatt« ist nicht gestattet. Ueber den Parzival Wolframs von Eschenbach. Von Dr. S. Gelbhaus, Rabbiner und Prediger in Prag. Der ״Parzival“ Wolframs von Eschenbach, der 1203 bis 1215 gedichtet warde, ist das hervorragendste Werk der höfisch-epischen Literatur des deutschen Mittelalters. Seine Gedankentiefe, sein Bilderreichtham und seine Sprache weisen ihm den ersten Platz unter den mittelhochdeutschen Epopöen an. Den Inhalt desselben bildet ein Ritterroman mit vielen : Abenteuern, in dessen Mittelpunkt Parzival, der 1 Sohn Gahmnrets und der Herzelide steht. Den Roman selbst hat Wolfram nicht erfanden. Schon Cretien de Troyes, der grösste höfische Epiker Frankreichs, hat diesen Stoff bearbeitet. Auch eine zweite Quelle nennt Wolfram, die Diohtang des Proven9alen Kyot, welche von derjenigen Cretiens ab weicht und welcher er den Vorzug giebt. Obwohl der StqfF des Gedichtes ihm überliefert wurde, so hat ihn doch Wolfram durch• geistigt und veredelt und ans ihm ein echtes Kunstwerk gebildelt. Wolframs Werke, die Ausser dem Parzival aus Liedern, Willehalm und Titare! bestehen, wurden zu seiner Zeit sehr hochgeschätzt, so dass Wirt von Gravenberg über den Dichter sagen konnte: ״Laiemund hat nie besser gesprochen.“— Als die mittelhochdeutsche Literatur in Vergessenheit gerieth, wurde •nah Wolframs nicht gedacht, und als man der alten EOnstiersohätze sioh erinnerte und sie aus ihrer Verborgenheit ans Tagealioht förderte, *da brachte man den Dichtungen de• grössten höfisohen Epi 1ers mittelhochdeutscher Zunge, der weder schreiben noch lesen konnte, ein *besonders liebevolles biteresst entgegen. Karl Laohmann gab nach jahrelanger Arbeit 1838 vdie erste kritische Aasgabe von 1i?0I&a11s Werken heraus. Der wissenschaftliche Apparat, mit dem ar seine Edition versah, ist mustergiltig für alle auf diesem Gebiete nachfolgenden Forschungen geworden. 1854 erschien die zweite und 1872 die dritte. Ansgabe, welche von Moritz Haupt besorgt wurden. Diese folgen der ersten Ausgabe, ohne von ihr wesentlich abznweiohen. Denn Hauptbemerkt: ״dass man in Bezug auf die Verbesserung des Textes zwar allerhand Einfälle haben könne, dass diese aber fast niemals gegen die von Lachmann geübte Kritik aufkommen, die überall auf Zusammenhängen der Forsohang, und bestimmtester Anschauung von des Diopters -Art. and Kunst beruhe.“ 1870 erschienen Wolframs von Esohenbauh ״Parzival* und״Titurel“ von i£arl Bartsch mit einem paraphrasirenden Commeptar. 1879 voranstaltete Karl Möllenhoff die vierte Ausgabe, welche, nooh׳ enger an die erste Ausgabe Lachmanna sioh äuschiiesst. Denn Müllenhoff bemerkt: ״Bei der Revision des Textes stellte sioh uns bald heraus, dass nicht nur der dritte Abdruok durch den zweiten, sondern7 dieser auch fortwährend daroh die erste Ausgabe zu1 oontroliren sei.“ (Vorrede.) Im Parzival, dem Hauptwerke Wolframs, nimmt bekenntlich der ״heiligeGraal“, nach clem Parzival forscht und der ihm zuletzt za Theil wird, eine hervorragendeStelle ein. Die Kunde vom Graal will Wolfram von dem Meister Kyoter erhalten haben, der za Toledo eine Schrift in arabische Sprache fand, worin die Märe enthalten war. Nach Kyot war es ein Heide Flegetanis, der mütterlioherseitf_ aus israelitisohem Geschlecht» war, der zuerst vom Graal schrieb. (Paraival 453, 11—14. 23—30.) ״Der GraaL ist ein Ding, welohes eine Sohaar auf der Erden liees, während sie hooh zu den Sternen fahr. (Parzival‘ 454, 25. 26.) Näher beschreibt ihn Wolfram als •inen' Edelstein, weloher der Inbegriff aller irdischen. Selig? keit and Herrlichkeit ist. Er verleiht alle•, was die! Menschen wünschen, wer ihn ansieht kann nickt sterben. Eine Schaar von Rittern versammelt eich um ihn, die ein Leben voll Tpgend, Treue, Sitte■»• reinheit und Frömmigkeit ftlhnn mtieaen. An ihrer Spitze ateiu. ein König, der Hammer dee Gneis. An dem Steine erscheint von Zeit za Zeit ein•־ welche als heilige Kandthunng gilt und. die •1

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