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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-04-24 · N° 17. (24.4.1890) · p. Seite 66

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 17. (24.4.1890)
Date
1890-04-24
Page
Seite 66 (sequence 4)
Language
German
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D*m1 bat: ״Und ec wird die Heimsuohang niobt aufhören, bis di• •weit• bald kommen wird.“ Es muaa hsissen: Bevor das erste Verh&ngniss gee oh wunden ist (eig. vermisst wird), beeilt sioh schon das ■weit• sa kommen. — Na 236: Sswei Tausend Jahre wird sie verwüstet sein". Biohtig: war sie Toha, d. h. ohne Thora. — Na 237, Anm. ,Gemeint sind die Könige der Erde*. Vielleicht, aber bestimmt kann das Niemand behaupten; Base hi erklärt דנים. Na 241. ,Hast du eins, das hundert Farben hat?“ Aruoh lieet: באו״ חד נתא einen taus«ndfarbig«n Esel; auoh «סוסיא ברק ist nicht Pferd, sondern Maulesel, s. Kohut’s Aruoh oompletam s. v. כרקא und באר. No. 242, Z. 16. Statt ,auf dem“, ist zu lesen: aus dem etc. B. Jose b. Kisma wünscht recht tief beerdigt au werden, weil er fürohtet, dass die Parther einst das Land Israels überfluthen, sein Grab öfinen und aus seinem Sarge •ine Krippe maohen werden. Diese Furcht gründet aioh auf Kenntnis« des Parsismus, der bekanntlich die Beerdigung der Todten 80 sehr verabscheut, dass er seinen Bekennera ausdrücklieh befiehlt, die Gräber zu öfinen nnd die Leichen aussugraben. — Das. Z. 19 1. über ganz Israel, s. das. (Fortsetzung ioigt.) Sehalpregrzauu. Nicht ohne gewisse Wehmuth betrachten wir die regelmässig wiederkehrenaen Jahresberichte über die Raligionascnulen der verschiedenen Gemeinden; sie sind gleich dem ״Mädchen aas der Fremde“: ״In einem Thal bei armen Wirten erschien mit jedem jungen Jahr, sobald die ersten Lerchen schwirrten, ein Mädchen schön und wunderbar.“ Sie war aber nicht in dem Thal geboren etc., denn die nackte, unverfälschte ■Wirklichkeit zeigen weder Berichte, noch Prüfungen Bei jeder Behgionsechule, dieser stiefmütterlich bedachten Gemeinde- Institution, finden wir heute, wie vor 50 Jahren, dieselben Klagen über den Indiüerentismus der Eltern, die ihre Kinder die Religion «schule entweder gar nicht, zu spät oder höchst unregelmässig besuchen lassen. Alte Experimente sollen von neuem Zugkraft aus&ben, aber die Erfahrung bleibt die alte; mit wie viel Misöran hat die Religionsschale zu kämpfen, aber wir wollen derselben jetzt hier nicht gedenken. All der Aufwand von Fleiss und eifrigem Streben steht in keinem Verhältniss zu den factischen Erfolgen, die erzielt werden. Bei all den Widerwärtigkeiten und Gefahren, denen die Religionsschule ausgesetzt ist, heisst es, die Gebrechen erkennen, sie mit aller Entschiedenheit geissein. Diese Entschiedenheit vermissen wir ein wenig in dem sonst so trefflichen Vorwort des von Hm. Dr. JoöI-Bieelan veröffentlichten Jahresberichts. In etwas allzumilder Weise hält er den Eltern vor, dass sie die Kinder zu spät in dis Beligionsschule schicken Er sagt in seiner sanften Art: ,Es war ja nicht gerade Gleichgültigkeit gegen die Religion, was die Eltern bisweilen veranlasst hatte, aen Unterricht in Religion nicht rechtzeitig beginnen zu lassen, sondern ein Auf schieben und Abwarten u s. w.“ — Nun, das ist doch schliesslich nichts anderes als Gleichgiltigkeit. Als Erfreuliches wird in dem Bericht hervorgehoben, dass die hohe Unterrichtsbehörde in Breslau darüber wacht, dass alle jüdischen Zöglinge der Elementarschule daselbst sich über einen genügenden Religionsunterricht ausweiaen. Die der tüchtigen Leitung Jo&l’s unterstellte Anstalt zählte im verfloeesnen Schaljahre 416 Zöglinge Von dnrehgenonunenen Pensen in den einzelnen Religmnsfächem finden wir nichts in dem Bericht. Jedoch giebt uns die Prüfungsordnung eine Illustration von dem zweifelhaften .Werth öffentlicher Prttfangen, denn ee wird uns hier das Kunststück gezeigt, dass 13 Klassen in den verschiedensten ReBgionsdisciplinen von 9*/, —12 Uhr geprütt werden. —־ Ein zweiter Bericht aut Breslau liegt ans vonaem bewährten Dirigenten der Religionsunterrichtsanatalt, Hin.Dr.Samaelsohn, vor. DerBerichtbeginnt ebenfalls mit einem dringenden Appell an die Eltern, die Kinder nicht im vorgerückten Alter, sondern möglichst früh, also im 7. spätestens im 8. Jahre, deT Schule znzuführen. Die Anstalt wurde im verflossenen 8chuljahrevon296 Kindern besucht; in den 3 oberen Klassen werden Knaben nnd Mädchen getrennt, in den beiden untersten Klassen werden sie zusammen unterrichtet, jedoch geht dies bei der 4 Klasse aas der Uebersicht der darebgenommenen Pensa niaht deutlich hervor. Als tüchtige Leistang verdient vermerkt zu werden, dass in der 4. Knabenklasse, die noch kein Pentateuchübersetzen hat, die Conjngationen des regelmässigen Verbs eingeübt wurden, wahrscheinlich im Anschluss an die ersten Uebersetznugs- Übungen. (Schluss folgt.) Sp. Lltterarisohe Notizen. Zar Peaaach-Haggsdah. In Betreff des letzten Stückes ״Chad-Gadjah“, welches, wie Herr L. Cohen in der jüngsten D0ppel-Nummerl4/I5dea ״Jüd. Litteraturblatt“(Beilage)mittheilt, in aen in der Mitte des 16. Jahrhunderts erschienenen Haggadah- Ausgaben tehlt, möchte ich wohl anzanehmen geneigt sein, dieses Stück, welches die Wandei ung and Wandelung des Judenthams in der Geschichte der Völker and das Ziel der Weltgeschichte, die Gei echtigkeit Gottes im Weltgerichte, versinnbildet, sei im 17. Jahrhundert im ״neuen Jerusalem“, Amsterdam, entstanden, wo die Jaden Schatz gefunden hatten gegen das Wasser (סיא) der Taufe und das Feuer, der Scheiterhaufen. Es ist nicht an wahrscheinlich, dass wie mit der Katze (שונרא) Egypten gemeint ist, welches der Katzenanbetung verfallen war, so mit dem Ochsen (תורא) das Land der Stiergeiechte, nnd mit dem Schlächter (שוחט) der spanische Gross-Inquisitor. Im Bilde des Lämmchens erscheint Israel in die Welt gesandt mit der ״Doppel-Münze“ des diesseitigen and ewigen Lebens. Msg auch die Haggadah den ältesten Zeiten entstammt sein, endgültig redigirt würde sie anbedingt zur Zeit der AbfassaDg des Schalchan-Aruch, also im 16. Jahrhundert nnd in dieser pittoresken stylvollen Weise erweitert nnd •asgestaltet im Vaterlande Rembrand’s, in der Stadt der dem Mammen- Geschlecht• entstammenden, von Noth und Tod geretteten, eine neue Erlösung im neuen Heim begrüssenden Juden des 17. JahrhaDderts. Dt. N. Loudez. Ein sehr merkwürdiges Bach kam auf einer Auction in Newcastle-on-Tyne unter den Hammer. Es führt den Titel: ״Ein falscher Jade, oder Bericht über einen Schotten, welcher in London als Christ getaalt, in Rom als Jude heschnitten, in Hexham als Gläubiger wiedergetauit und in Newcastle als Schwindler entlarvt wurde.“ Dasselbe wurde 1653 in Newcastle für William London gedrückt. Daa alte Schriftchen, 14 Seiten stark, verbreitet aich über das Factam, wie ״dieser Schurke“ Thomas Ramsey zuerst den Namen Thomas Horsley annahm, aber sich unmittelbar daran! für einen Jaden ansgab nnd dann durch den Magistrat and die Geistlichkeit als ein römischer Spion entlarvt wurde. Er wurde nach London geschickt, um dort über ihn za verhandeln. London. Eine neue Quartalschrift unter dem Titel ״Sabjects of the Day“ (Tagesangelegenheiten), herausgegeben von Herrn James Samnelson erscheint demnächst im Verlage von George Routledge & 3011. Das erste Heft gelangt im Mai rar Ausgabe u. wird auch einen Beitrag von Sir Philip Magnus enthalten. Litter arischer Anzeiger. Im Verlage von 1. Kaufmann in Frankfurt a. M. ist erschienen: תפלה קצרה. Hebräisctiis MM für die israelitische Jugend MBUabenstna Ungerichtet •.»nitVoezhnlernnnaOrnmTnnfjk versehen von [4170 In demselben Verlage sind •ach erschienen von demselb.Verfasser Tf fillah kezarab, Chtsu i. Hehr. Sebetbiehlela zum ersten Unterricht im Uebersetzen etc Achte vermehrte Auflage. Preis geh. *5 Pf. Ferner: Die Im Verlage von Wilhelm Friedrich in Leipzig erschien: GeMhlchte de! Philosophie des Jndenthums. Nach den neuesten Forschungen dargestellt und auf Veranlassung der Kgl. Ungar. Akademie der Wissenschatten herausgegeben von JDr. 7. S. Splegrler. 8«. Preis br. M 8.— (422* kehr. Bekreib-Kicse-Fibc 1 mJithogr jüd.־deutsch. Vorschrift Siebente vermehrte Auflage. Preia geh. 59 Pf. ״Siohronoth” oder: 7Kenslrsn eiaMStaientea iJIdTkeelsgi•■“ Dieselben sind in hehr. Makamen-Form abgefasst und mit einer englischen Einleitung ▼ersehen, die eine Uebersicht der Entwicklung der nach bL hebr. Poesie enthält,«. kr* OtMtzaer, tun Harro w-College Preis 1 U. 50 Pf. bei detExped. AB1. JDr. M. Bnkmer. Zweiter Corsas. •sehsts, stark vermährte ui nahswitn idsfa Preia geh. 1 Mark. Durch du Expedition dies BL zu beziehen: V•■ SckHfaaar za■ Slaai 3 Predigten von Dr. Lewin 50 Pfe. Berichtig sag. In vor. Nr. 8. 52b. Z. 16 r.l״arabischen* and Z. 27 ▼. u. a. statt ״arbischen“ ist za lesen!statt ״Jaden“ ist z. L .1 d i a“. Tstanjwurtüefa^ Redasfsnr Dp. Rahmer, Magdeburg. Bmok vom D. L. W8 lf i, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipsig.

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