Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 17. (24.4.1890)
- Date
- 1890-04-24
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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>*517. Jüdisches Jahrg. XIX Mme Mwelluf all*r •ad jy« l«tr«fm4« litMnrbeh•• Sr* NMUn!« uf 4•» 6*ll«U 4«r PIU•* ••*kl•, ««•kielt•, Sttoegratkl«, Tleo« •tf«, Ori—talU, Ixe!««, g«aM»tlk, Utaiflk «. PMifOgU. Herausgegeben von Rabbiner Dr. Äoritz Rahnier. 9Tta<j3c6ut<j, 24. &ptvf 1890, M«hv aralMkli|l11tUII«IU,<iM Mr M»tM m«-»n.mla, hM• U Sm■ •Ulk« •Uf•Saal• >ן»י*ו«,ו U Umm«»< tm ■*•1 BummIm•• bM^lim dudl|) kam ' «rskfa-Iwrkt*•. Das -JMlsek« Dtteratar-BlattM erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Bnohhandlnngen (in Leipsig bei Robert Friese) pro Jahrgang 8 Mark. Abonnenten der ״Israelitischen Woohensohrift“, die ▼iartelj&iirUah b«i allen Poetanetalten nnd Bnohhandlnngen I Mark zahlen, erhalten das ״Jüdische Litteiatar-Blatt“ gratis. — Inserate werden alt II Pf. für die gespaltene Petitseile/Bellage« mit 90 Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blatte« an senden Bnohhlndler a. Lehrer, welche direct oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten 26 ן( Babatt. Inhalt! Wissenschaftliche Aufsätze: Pithom and Bamses oder Zar Geschichte des Auszage. Von Heinrich Bragach. — (Fortsetzung.) — Zur Chronologie. Von L. Cohen in Bees a. Bhein. Litteraturbericht: Becensionen: Wünsche,Ang., Dr. theoL et phil Cer babylonische Talmud in seinen haggadischen Bestandtheilen wortgetreu übersetzt nnd durch Noten erlüutert. — Schulprogramme. — Litterarische Notizen: Litterarisohe Anzeigen. Uakefs!ter Nashdruek aus diesem Blatte ist nlsbt gestattet Pithom und Ramses oder Zur Geschichte des Auszugs. Von Heinrich Bragach. (Fortsetzung et Schluss.) Die Ham Seestadt wird nirgends, wenigstens nioht unter diesem Namen, vor der Zeit des Königs Bamses II. auf den Denkmälern genannt. Der Pharao dieses Namens hatte sie als seine ״Residenz“, so beseiohnen sie ansdrfioklioh die Inschriften, auäühren lassen and ihr die Bemeiohnang ״die Stadt des Bamsee-Maimun“ oder kurzweg ״die Stadt des Bamses“, Pi-Bamessn, verliehen. Ein besonderer Beiname, der für dieselbe Stadt angewendet wurde, lautet: ״Die sehr starke“. Im Jahre 34 seiner 67 j&hrigen Regierang hatte der König sie vollständig anigeftthrt. Auf der bekannten Steintafel von Aba-Simbel in Nubien, welche die oben erwähnte Jahreszahl an ihrer Spitze trägt, redet der Gott von Memphis den König Bamses mit den Worten an: ן ״Es ward dir gebaut eine herrliche Residenz, um stark za machen die Grenzmark des Landes, die Stadl Bamses. Sie steht fest anf Erden, gleichwie die vier Pfeiler, welche den Himmel tragen. Deine Majestät weilt in ihrem K&nigsachloase darin, welohea ich gebaut habe in der UmwaUung, in welcher ich meinen Bits aufgesohlagen habe. Du feitrst Freudenfeste, wie iah es than darin. Mit eigenen Händen habe ich dich darin gekrönt nnd erhoban auf den hohen BünigsstahL“ Dia Bamseestadt war demnaoh aioht nur eine königliche Residenz, sondern zugleioh ein befestigter Platz, wohl geeignet, die Grenzmark au vertheidigen. Sie musste an aer Grenze gelegen sein, und zwar im nördlichen, d. h. dam unteren Egypten, denn das sagen ausdrfloklioh die Papyrastaxte »08. Anf ihre vorgasohobane Jage nahm«! die in Biman■ ansässigen Sehreiber von Briefen nicht selten Kflokzfoht, und persahan von der ״Bamseestadt, dem äoaeenten Vor-, lande aller Fremden“. Denselben Namen, nur mit dem Zusatz östlioh, also ״das östliohe Vorland“, führte eine ostwärts, ausserhalb des Deltagebietes gelegene Provinz (Nomos) Unteregyptens, als daran Hauptstadt naoh den geograpisoben Listen aus jdngster Zeit, nicht Ramses, sondern ein befestigter, za beiden Seiten eines Kanals gelegener Ort Namens Zara oder Zala aafgefährt wird, wohl die Stadt 9ale oder Sellae in den Sobriften grieohisoh-römisoher Antoren, suglaioh Sitz eines Bisthums in den christlichen ־Zeiten Egyptens. Naoh den bildliohen Darstellungen bsfand sioh der mit Krokodilen angeraUte and mit Schilf bewaohsene künstlich gegrabene Kähal, welohar die Stadt in zwei Theile thailte, in der Nähe eines fischreichen Meeres. Wer von Theben aus Nilabwärts sioh naoh Bamsas begab, wie z. B. König Ramses IL selber, bog hinter Memphis in den östlioh liegenden Kanal von Heliopolis ein, am auf dam Wasserwege die ״Residenz“ za erreichen. In deren Nähe muss ein Hafenplatz gesucht werden, einmal beaeiohnet als ״ Hafenort für die Sohiffskapltäne, welohe dem Könige die Produkte der fremden Länder bringen.“ Die Seesohifie ziehen naoh dam Wortlaut von Papyrustexten aus der Bamessidenzeit in den Hafen ein nnd. die Fischer bieten ihren Fang dar. Unter den Kanälen, welohe zur Bamseestadt gehörten, stehen allen übrigen der sogenannte Horaskanal oder Sohi-hor voran. Sein Name erinnert sofort an den hebräischen Sohiohor flUTtf) oder Sihor, unter welchem die Aasleger bald den ganzen Nil, vielleicht auch nur dan oberen (I), bald den von der Ostgnnae zwischen Hntinnn and Egypten gelegenen ״Bach Egyptens“, das heutige Wadi el-Arisoh, verstehen. Ehe Dafinden sioh alle in einem offenen Irrthume. Dar blühende Zustand der Bamseestadt and ihrer Umgebung, ihre Fraoht- und Blumengärten, ihre Getreidevorräthe, ihr Ueberflass an Geflügel auf den Seen und io. den Lüften, ihr Vorrath an Fiaohen, ihr Warn und OaJ, mit einem Worte ihr im höchsten Grade kultivirtar Boden verlieh der Residenzstadt sohlieesHoh jenen Reiz, den die egyp tischen Schreiber der Zeit in ihren Briefen and in genobener Spraohe ela ״süsses Dasein* schildern. . Aach Anderes ffrirft anf diesen Zusammenhang ein merkwürdiges Lioht Als 8eti L, der Vater unseres Bamses, vom seinem ersten syrischen Feldzugs heim• wärts kehrft, ward er an der Grenze von ■einen Hof• beamten nnd dar Priaetarsakaft in Sela mit Jabel empfangen, — an der nördlichen Azeeenwod des Tempels von Karazk ist die Szene La altegypüeohem Stile daxgestelh, —.und alz sein Sohn Heiwze■ wem eeinem Feldzug gegen die Hethiter and dann Var* ־«