Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 16. (17.4.1890)
- Date
- 1890-04-17
- Page
- Seite 62 (sequence 4)
- Language
- German
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äiaaer ist oimlioh der in Bade stehende Reohtefell deshalb nieWals vargskommen and wild enoh niemals Vorkommen, weil ee solche Elten absolut nicht giebt, die im Stande wären, das Deut. 21,19 and 20 Gesagte baohstäblioh anr Ausführung sa bringen. 8tatt ,sollen «ein Vater and seine Matter ihn hinaaafhhren lassen etc." mass es heissen: werden etwa V. and M. ihn hinaasf&hren, am ihn sa steinigen? Mo. 170. ״Es giebt keinen Armen in Isrsel, s«—r dem listigen Frevler and dem, weloher seine mannbare Tochter anverheirathet lasst.* Dieser Aas• sprach mass nach der daselbst Synh. 76a von Abaji gegebenen Bektifikation folgender!□ aasen laaten: Arm, irsvelbaft and listig ist derjenige, der seine mannbare Tochter anverheirathet lässt. Oder: Nor der arme Israelit, der nicht im 8tande ist, sich eine Dienerin sa halten, könnte so frevelhaft-listig sein, dass er seine mannbare Tochter bei sich behält and am Heirathen hindert. No. 178. ״Wenn die Eiferer ihn nan nicht treffen, womit werden sie bestraft? Wer? Die Eiferer?! Womit wird er bestraft, das fragt der Talmud. Und die Antwort lautet: Gott wird ihn nach Mal. 2,12 mit rrO bestrafen. Daher ist auch das. S. 131, Z. 13 sa übersetsen: Und gleich darauf heisst es etc. Das. S. 132 vorletzte Zeile lautet das Sprichwort: Leser des Briefes mag der Briefbote salbst sein. Das. S. 133, Z. 14 sind die Worte: ״Er ging hierauf hinein und die Leute sagten* zu streichen; פרושים steht hier in seiner eigentlichen Bedeutung: Gewiss haben es die Enthaltsamen, die Beiligen, welche die Gebote der Keasahheit und Sittenreinheit gewissenhaft befolgen, erlaubt! No. 194. In dem mcemonischen Zeichen Synh. 90b, welches nach B. Samuel Edsls richtig lautet: Dl צרק קם 3שם, bedeuten die ersten 5 Buchstaben die Fragesteller and die andern 5 Buchstaben die Ant- ״“wortenden in den nachfolgenden Aggadoth. Die Uebersetaung ״der Gereohte steht auch im Hegen auf zum Zeichen* entspricht auch nicht der falschen Lesart. No. 195 (S. 147, Z. 2). ״loh weise, dass die Lebenden sterben müssen;* dass die Todten wieder aafleben werden — so ist zu übersetzen. Das ergiebt sich aas P8. 72,16. ' No. 197. Nach Aruch 8. v. נט ist statt אנטין Synh. 91a לגטון legatum zu lesen. Dazu würde auch di« handschriftliche Lesart שכתב passen. Die in anseren Ausgaben befindliche Lesart scheint mir anf dyatHc (Güter, Schätze, Kostbarkeiten) hinzuweisen. (Fortsetzung folgt.) Welser, 08er, Rabbiner, Lehrer des Vereins ״Machsik» Thora* ia Wien. Neues System zur etymologischen Erforschung der hebr. Spreche. Wien (Selbstverlag dee Verfassers). Von dem Lehrerstande der baterr. Metropole hat die Kritik eine zu vortheilhafte Meinung, als dass sie einen an einer dortigen Lehranstalt wirkenden, rabbinisch befähigten Lehrer einall ״obskuren Autor* nennen sollte, wie dar Herr Verfasser in offenbar übertriebener Bescheidenheit sich zu nennen beliebt. Sein Büchlein sengt vielmehr von bedeutender Fähigkeit^ in Form und Geist der heiligen Sprache einzndringen und schliesst mit Recht mit Maimomdes unvergänglichem Sittenapruche: Nimm an die Wahrheit von Jedem, der sie vorbringt “ Nichts-, aestoweniger gestehe ich offen, dass ich ein Zwei-Wurzel- System mit An- und Auslauten, zumal ohne eingehende Vergleichung mit verwandten Sprachen, in der hebräischen Sprache wissenschaftlich für nicht durchführbar halte, wenn auch im Allgemeinen zwei Buchstaben die Grundlage zu Derivationen und im Einzelnen Nutspunkte zu geistreichen Combinationen und Auslegungen im rahbinischen Schriftthume bieten dürften. Bei gewissenhafter Selbstprüfung wird der im hohen Grade dee Hebräischen kundige Verfasser mir einräumen müssen, dass Ableitangen wie ״ כםילThor* von סל eben machen, weil der Thörichte Alles für glatt hält; *ע2ןך von PJtO, kleine Kinder, also etwas ״Nebensächliches*, weil der Arme anch das Nebensächliche zusammenraffen muss (S. 19); ״ קרבauteinander* von רב gross, viel, weil das Grosse ״hübsch bei einander* ist (S. 18); JTIIO Hochmuth von ״ (אוה) אוbegehren*, weil der Hochmüthige nie genug hat; כפר sühnen von ־!£ er®, trennen, (von Sünden) befreien; אכל essen von בל ״alle machen* (S. 5), gelindestens gesagt, ihre sehr grossen etymo1ogischen Bedenken haben. Eigentümlich aber ist die Ableitung des Wortes צא* finden von ״ מץdrücken“ (S. 4) und ״ ירשbesitzen“ von CH ״verdrängen“. Das würde ja auf den vom Herrn Autor zuvor niemals beabsichtigten, wenig erbaulichen Ausspruch hinauslaufen: ״Einer lebt auf Kosten des Anderen*. Solche Juden aber ist dem keuschen Geiste der heiligen Sprache fremd, aus welchem heraus das Gerüste der Formen betrachtet und beurteilt werden muss. — Angenommen aber, es sei doch möglich, mit einer bestimmten Sprachform, auf Grund der Zwei-Buchstaben-Wurzel, viele Begriffe mit logischer Folgerichtigkeit und sprachlicher Genauigkeit zusammenzufassen, sc׳ bleibt es immer noch fraglich, ob es sich vom pädagogischen Gesichtspunkte aus empfiehlt, etymologische Subjectivitäten einem bestimmten Terminus anzureihen, anstatt bestimmte und als bekannt vorausgesetzte objective Begriffe unter einer gegebenen Sprachtorm zu suchen und zu finden. Die Kritik ist 1m Uebrigen voll Anerkennung für das Streben des Herrn Verfassers, ist wohl der Ansicht des erbischen Weisen, ״dass man ganz nicht lasses sollte, was ganz man nicht erfassen könnte*. Demungeachtet aber kann die Kritik der gewiss tüchtigen Lehrkraft des jüdischen Wien nur rathen, dem ״alten Systeme* in der Forschung und dem Unterrichte in der heiligen Sprache treu za bleiben. — Der Gegenstand des Büchleins aber ist jedenfalls ein Büchlein werth. Dr. N. Litterarische Notiz. — Herr Rabbiner Dr. Brüll in Frankfurt a M. giebt an Stelle der seit Jahren eingegangenen ״Hebräischen Bibliographie* (ה בי!כיד) von Dr. M Steinschneider einen ״Central-Anzeiger für jüdische Litteratur* heraus Derselbe wird einem wirklichen Bedürfniss abhelfen und alle zwei Monate erscheinen. Das erste reichhaltige Heft (Jannar-Februar) ist im Umfange von 1'/, Bogen Octav erschienen. Das Jahresabonnement beträgt 8 Mark. Litterarischer Anzeiger. Im Verlage von J. Kaaffmana in Frankfurt a. M ist erschienen: תפלה קצרה. für die israelitische Jugend sam CstersetMa eingerichtet w miiVncKnl.TTnTn ti fltimmatalr versahen von [4170 Dr. ■. Bskaier. Zweiter Csrsas. Sechste, stark vermehrt« ■■4 ׳ verbesserte Anlage. Frei» jpfc 1 Merk. Vecastwortlieher Badactaar Dr. Diese neue Auflage ist fast um das Doppelte vermehrt, enthält statt 80, über 150 Gebetatücke, darunter staatliche Gebete für Weehestsge, 8sfebeth and Basch Ckedeseh, in ganz 1ener9 sehr bequemer Anordnung, die der Jagend das viele Umhei blättern erspart, und für die Schule die Anschaffung eines besonderen Siddur ganz entbehrlich macht. Trotz dieser bedeutenden Vermehrungen ist der Preis des 9'/4 Bogen starken Buches sicht erhöht worden, am der weitesten Verbreitung desselben den mögliebsten Vorschnb zu leisten. In demselben Verläge sind auch erschienen von demselb.Verfasser Tefillah kozärab, Cnrm 1. Hebr. GebetMchlein zum enten Unterricht im Uebersetzen methodisch eingerichtet mit Vocabalarinm und grammatischen Vorbemerkungen and einem Anhang: ״Ans dem Pentatench*. Achte vermehrte Auflage. Preis geb. öS Pf. Ferner: Die ksbr. Mehreib-Lese-Fibel m.lithogr.jüd.-deut8ch.Vorschrift Siebente vermehrte Auflage. Preis geb. 50 Pf. Durch die Expedition dies. Bl. zn beziehen: Vom Schilfmeer zum Sinai 3 Predigten von Dr. Lewin 50 Ptg. Jost, Geschichte derlsraeliten Band 5, 6, 7, 8, 9, billig za verkaufen, zusammen und einzeln (ä Band 1 M.). Kochbuch | für israel. Frauen von Rebekka Wollfgeb. Helaeaann. Heute verb. Anflage. Elegant Leinwandband. Preis Hk. g.50. Ab vorzüglich anerkannt. Frankf.a. M- J. Ksslasu, Verl. Bshmtr, Magdeburg. Druck von D. L. Wo 1 ff, Magdeburg. Verlag von Robert Friese, Leipzig.