Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 13. (27.3.1890)
- Date
- 1890-03-27
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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MU, Jüdisches Jahrg, XIX. ■zr Mwrtfcn allar ■11 Ma MnAUa Uttarariaaka■ ■>• HMUH■ mt 4tm 84kl•*• <v Pklla. aaykia, Saaakltkta, Ktkaagrafkla, TkMada, OrtaaUlla, IllflM, iMlItttk. Lltarftt a. PMacoaU. Heraasgegeben TDD Rabbiner Dr. Xorits Rahnier. SlZa<)de&*ny, 27. 9IL0&& 1890. Makar ■laraluakllfl«■• UtUntmr, aalak tat «laaa■ ■latta atayaka«4a Baaycaaftn* Bai Bfaaaaiaaf 1«a awal Baaaarfaaa־׳ Cxaaylaia■ arlklat alaaMHya kank 8raMa-laaaaMaa. Das ■JllUakt Utteratar-Blatt« erscheint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen BiaUisadluaea (In Leipzig bei Bobert Friese) pro Jahrgang 8 Bark. Abonnenten der «Israelitischen Wochenschrift“, die ▼iertel>lUruoh bei allen Poetanstalten nnd Bnohhandltmgen a Bark -*M-״ erhalten das «Jttdisohe Idtteratar-Blatt1* gratis.— Inserate werden mit ff Pf. ffir die gespaltene Petitseile^ Beilagen mit 80 Mark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattss an senden Buchhändler n. Lehrer, welche direot oder durch Bobert Friese Inserate einsenden, erhalten SO ßf Babatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aafsätze: Lasaras ben David nnd seine Schritt: ,,Etwas zur Charakteristik der Jaden“. Von Bez.־ ßabb. Dr. Landsberg. (Fortsetzung.) — Das Leben nnd die Werke des Dr. Leopold Zcnz. Von Dr. Chotzner am Harro w-College. (Schloss ) — Litteratnrbericht: Becensionen: Manassewitsoht B. Die Katast, die hebräische Sprache durch Selbstunterricht za erlernen. — B Lew in. Der Kriegszag gegen das Schächten. Vortrag, gehalten zu Sagen. Litterariscbe Notizen: Neatestamentliches. Exegetisches. Historisches. — Litterarisohe Anzeigen. Uakefefter Naskdrntk aut diestm Blatts ist *iakt!sstattsL , Lazarus ben Davirf und seine Schrift: ״Etwas zur Charakteristik der Juden“. Von Bez.-Rabb. Dr. Landsberg. (Fortsetzung.) Hat L. Bendavid mit der Entdeckung dieses ״Hauptfehlers“ der Jaden ihnen ein eohweres Unreoht angethan, das wohl geeignet war, der sohwebenden Emancipationsfrage, in politischer and sooialer Beziehung, Schaden zuznfügen, so zeigt seine Anseinandersetzang über die anderen vermeintlichen Schwächen des Volkes sogar ein Verkennen gewisser religiöser Institutionen. Er sagt nämlich, der Penta• teaoh lehre, dass die Jaden Sttndenhalber der Herraohsft über ihr Land verlustig gehen würden nnd j ,har Besserang der Sitten würde sie zn derselben 1 wieder gelangen lassen.“ Sie sachten darum da roh I Befolgung der Gesetze ihrer Väter Gott aaszusöhnen. Da aber diese Gesetze lokal waren and sich ohne Eigenthum and Tempel nioht aasüben Hessen, wusste j man nicht, wodurch man ״die verwirkte Gnade wieder 1 erlangen sollte“. ״Man raffte darum 1, sagt B. weiter, [ ״solche Ceremonien von Heiden, Grieohen, Römern ן and der nen erstandenen christliohen Religion za• summen, die sioh einigermassen mit! dem Jadentham vertragen, setzte Ceremonialgesetze an die Stelle der praktischen moeaisohen Gesetze, Glaubensartikel an die Stelle der Handlangen, einen neuen Glauben an die Stell« der alten Religion ein“. Fürwahr, wenn man dieae Expektoration liest, wäre man geneigt anzanehmen, sie entstamme dem Kopfe eitles in den Lehren der jfid. Religion and deren Schri tttham darohaaa unbewanderten Gelehrten! Sollte I!. Bendavid, der!(idrasohand Talmadkandige, wirkli oh nieht gewusst haben, dass ea im Jadentham Rehgi onsgesetae giebt, dtfren Befolgung nioht mit dem Ta npelfaeatande zuaammenhängen? Oder aollte dar da« hgebildtte Philodieae begweokt. 0* ׳ .. . , soph in Wahrheit nioht zur Erkenntnis« gekommen sein, dass die jfld. Lehre, die schon ihre« hohen Alten wegen auf ״ Grieohen, Römer nnd die nea entstandene ohristliohe Religion* von so grossem Einflnss war. ihre Ceremonialgesetze nioht erst von den alten Heiden oder von den Christen an entlehnen branohte? Und iemer: ״Ceremonialgesetze an Stelle dar praktisohen mosaischen Gesetze“? Sind jene nioht vielmehr von jeher nur als ein Theil der ganzen Baligionslehre angesehen worden! ״Aber“, fährt ß. fort, ״da die nach and naoh immer mehr sioh aus breitende ״Kirohe aaf das aassohliessende Recht des Allein- ״seligmaohens bestand; da sie diese« Recht mehr ״daroh Maeht sa erzwingen, als daroh Gründe za er• ״härten saahte and endhoh, da 810h die Jaden un-^ ״möglioh ia diese Grandsätse sohiokea konnten, ohne^“ ״mit sioh selbst in Widersprruoh za stehen, 80 musste ״das Hindernis«, das ihnen dadaroh aar Aussöhnung ״mit dem Ewigen in den Weg gelegt wurde, noth- ״wendig den Hass gegen die Christen vermehren — ״Religionshass entstand.“ Hier sind aar die Prämissen riohtig; die daroh&as an wahre Folgerang von dem vermeintlichen Hass gegen die Christen beruht. aaf der oben als falsch erwiesenen Annahme der Entlehnung der jüd. Ceremonien aas dem Christentham. Welohe Verkennung” dee Geistes der jfldmohen Lehre! Aber auch welohe gefährliche and anheilvolle Deduktion! — Mit ־mathematischer Logik, die leider in Sophistik, ja in Entstellung aasarteh malt nun B. in den folgenden Ausführungen auf Grand seiner Voraassetsangen das so finster# Oharakferbild der Jaden and ihrer Lshre. Da dieeb, philosophirt B. weiter, ihrem Oeremonialgeeetze, dejmen - Bewährung ihnen Widerstand entgegenstefite mit allem Eifer naohhängen mussten, wurde ihnen jeder Mitjade, den. man sohoa als Mitsklave verachtete (?), als Mensoh verdächtig, der sar Versöhnung mit dem Schöpfer nioht genügend beiträgt. Jeder Mitjade, mit Argasaagen bewacht, musste äassediqh religiös erscheinen, ״wenn man ihm glaaben sollte, daM er es innerlich sei“. Darum (sie!) die Aaszeiohaddg. ia den Kleidern des Jaden vom Christen; daher (Mol) der Werth, den man aaf die geaaae Beobachtung der öffentlichen Betstanden eto. legt.“ Ist’■ möglich? Giebt’s Jemanden, dier ohne Voreugenotümeu heit Jaden and Jadentham aharakteririrt aad wenn aaoh aar mit einigem Verstäadniss das 'jüd. Sohriftthnm überbliokt, nicht wüsste, das« die Binriohtang f öffentlichen Gottesdienstes, die ja bis in’s Alterthaai xarücksafähren ist, wohl als ei* der äaseera Religiosität aaxaaehan ist,- kt. Ub ־ nd wer wüsste moht