Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 10. (6.3.1890)
- Date
- 1890-03-06
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Lehrer, welche direct oder daroh Eobert Friese Inserate einsenden, erhalten 85 Babett. .■׳• I n 11 n 11: 'Wissenschaftliche Aufsätze: Das Leben and die Werke des Dr. Leopold Zunz. Von Dr. Chotzner am Harrow- College. (Fortsetzung.) — Das Targam seheni zu dem Bache Esther. Verhältnis« des edirten Textes desselben za dem eines handschriftlichen Codex aat der Breslauer Stadtbibliothek, stammend aas dem 13 Jabft. Codex No. 11. Von Dr. Jacob R e i 8 8, Rabbiner in Kuttenplan (Böhmen). (Schluss.) Litteratarberiebt: Eecensionen: Deutsch, Moritz. Breslauer Synagogen - Gesänge. — Klneger, Hermann. Geschichte der Jaden in aer baylonisenen Gefangenschatt. (Schlas.) — Haesters Fiebei tür israelitische Schalen, bearbeitet von Emannel Hecht. Spruchbache«. Litterarische Notizen. — Litterarische Anzeigen. Ushsfsgtsr Htektraak aus diettm Blatts Ist nisht feslsttel. Das Leben und die Werke des Dr. Leopold Zunz.; Von Dr. Chotzner am Harrow-Cdllege. (Fortsetzung.) Obschon in dem bisher Gesagten aut die wichtigsten Momente bereits hingedeatet worden ist, die geeignet sein dürften, dem Leser ein Bild von Zunzen’s Geietesgabeu und seinem geistigen Wirken und Streben zu verschaffen, so würde dies dennoch nicht als volles and abgerandetes Bild angesehen werden können, wenn nioht noch manches beigefügt würde, was gleichsam den Hintergrund und Rahmen za diesem Bilde darstellte. Darunter sind alle. jene längern and kürzern litterarischen Beiträge Zunzen’s zn verstehen, die er zu verschiedenen Zeiten in gewissen Enoyklopädien, in Wochen- und Monatsschritten veröffentlichte, und die jüdisch-litterarisohe Themata zam Gegenstände hatten. Diese sollen nun im Folgenden ebenfalls hier Br wähnt werden, und zwar werden solche von passenden Bemerkungen begleitet sein, die ein fortwährendes litterarisohes Interesse haben, nioht aber solche, die von Verhältnismässig geringerer Wichtigkeit sind. Letztere werden in einem besondern Nachtrag am Ende dieser biographischen Skizze Erwähnung finden. 2u den ersteren gehören folgende litterarisohe Beiträge von Zunz: I. Bibel-Kritik. — Diese Abhandlung ersohien in der Zeitschrift der deuteoh-morgenlän&isohen Gesellsohaft B. XXVII, S. 669—689, und ist insofern äusserst interessant, als daraus zu erseheq ist, dass der Autor, obsohon er die Bibel als göttliches Buoh betraohtet und stets mit gebührender! Ehrerbietung davon spricht, dennooh ata dem Gebiete der Bibel- Kritik der rationalistischen Schale angehörte; die der freien wisaensohaftliahen Dntemuohüngj in Bezug auf die Abfassung and den Inhalt defaelbdn freien Spielraum gewährt. Folgende wenige Beispiele weiden1 genügen, um die Ansiohten za beleaohteu, die Zunz >■ hinsiohtlioh gewisser Tbeile der Bibel in Bjtreff ihre* Inhalts and ihrer Abfassaugaseit hatte. י *׳ ד " a) Das Buoh Levitiaas wurde erst etwa 1066 ׳ Jahre nach Moses’ Zeitalter verfasst. b) Gewisse iüd. Festand Fasttage, wie der Ver-! söhnungstag und das Neujahrsand Parimfest, waren J den ersten Verfassern des Pentateaoh’e ganz unbekannt, i c) Das Deuteronomium besteht aus 3 Thailen, 1 wovon der erste and dritte etwa zur Zeit Jeremia’s < verfassst zu sein scheinen, da dieselben verschiedene Ansdrüoke und Phrasen enthalten, die in dem frag» liehen Propheten Baohe ebenfalls Vorkommen. d) Die im 32 Kapitel des Deuteronomiums enthalten« Rede, welche nnter dem Namen D'MTl bekannt ist, nnd deren Autorschaft allgemein Moses zageschrieben wird, ist allem Ansoheine naoh, viel später, nnd zwar während des babylonischen Exils, verfasst worden. . v'־' e) Der Name Ezekiel ist eine Mythe, and. der Verfasser des Buches, welohes diesen Namen fährt, ist unbekannt; ebenso sind die daselbst Vorkommenden Zeitangaben nnd Erzählungen aneoht und erdiohtet. II. Als auffallender Gegensatz zu dem eben Ge•' sagten ersohienen zwei Artikel vom selben Verfasser, die beziehnngsweise zur Aufschrift haben: ״Betmohtungen über die Tephillin“ und ״Ansiohten Ober die Besohneidang“. Ersterer wurde in Basoh’s Almanaoh , (1843—44) abgedruoktund letzterer ersohien in Frank- < fort a. M. nnd ans beiden gehW klar and deutlich hervor, dass Znnz mit grosse? Ehrerbietung von diesen religiösen Geboten sprioht. Mit besonderer Wärme befürwortet er namentlich die Beibehaltung und strenge Beobachtung des letzteren Gebotes, da dessen Existenz, seiner Meinung naoh, eine oondiüo sina qua non für den weitem Fortbestand des Judenthums selbst sei. 1 . HI. ״Elin Mahnruf des Reohts und der Wiesensohaft. Berlin, 1864.“ In diesem Aufsatz weist Zunz auf das Vorhandensein von etwa 3000 hebr&isohen 1£8S> hin, dis in verschiedenen italienischen Bibliothekenf sich vorfinden, und drückt zagleioh seine Indignation darüber ans, dass nämlioh diese treuen Zeugen _ der geistigen׳ Thätigkeit׳ der' Jaden, während so vieler vergangener Jahrhandeirte absiohtliöh von bigotten - Jadenfeinden im Dunkeln gehalten, und der Oeffent-t liohkeit entzogen weiden. Dadurch, meint Zunz״ berauben sie aje Mitand Nachwelt eines wichtigen Theils des geistigen Eigenthams der jüdischen Nätfen, woraus *namentlich Litteramr- Historiker and I aaob• ’ ד *'< י