Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 9. (27.2.1890)
- Date
- 1890-02-27
- Page
- Seite 36 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
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Jeefti» I, 1,26, omgakshrt: ״loh ward• mein« Band wieder den Kleinen (Jüngern) inwenden'. Mit dieaer Ueberaateang eteht aaoh 7. Yen, Zeoharia« 11 im Einklänge, in welchem ▼on ]HCT דדי, den Armen der Heerde, die Bede üt im Gegenaatae »u den fll 1111111 und Miohtigen, die wie die Zeder gefallen und geratört aind (Zaoh. 11, V. 2). Offenbar hielten die Armen nnd Seinen rar innerlichen Kraft dee Gottgeaandten, die Gottlosen, sogenannten Aristo• kraten, rar änaeexiiohen Macht der aasammenbrechenden jüdischen Staatagemeinsohaft. (Schloss folgt.) ZaetoreiaM. M. S. Dr. Oberrsbbiner. Vocsbalsriam and Grammatik za den hebr. Versen des Sprachbaches. Trier. 1890. Der gelehrte Herausgeber der Toeefta, der nach durch die von ihn» veröffentlichten, gediegenen Predigten sls geistreicher Kanzelredner ■ich erwiesen, hat durch sein im vor. Jahre erschienen ee ״ Sprach buch“ nnd jetzt durch oben genanntes Schalbach anf dem reichen Gebiete seiner Thätigkeit, dem Religionsunterricht, die Schal litteratnr am ein tretflichee Bächlein er- ־ weitert and sich dadurch als tüchtiger Pädagoge bewahrt. Die Anregung za diesen Arbeiten hat der Verfasser vom Deutschisr. Gemeindebande erhalten, von dem er 1881 in der Delegirten-Versammlang der Schulmänner in Berlin als Reierent - für diese Unterrichtsmaterie ernannt wurde. Damals führte er unter dem Beifall der Versammlung den richtigen Gedanken aas, —t den auch der Red dieses BL in einem Vortrage auf der Conferenz der Cnltnsbeamten Mitteldeutschlands (Magdeburg Juni 1885) dargelegt hatte —, dass der elementareJ Religionsunterricht systematisch das Gebstbach zar Grundlage nehmen sollte, weil in demselben biblische Verse aas allen Th eilen der heiligen Schrift ent alten sind and das ganze Gebiet der Religion (die Glaubensand Pflichtenlehre) umfassen.* **)) Da die Gebete von den Kindern oft wiederholt werden, so macht das Memoriren derselben keine Schwierigkeiten. Es kommt nur daranf an, den Inhalt dieser Verse dem Kopf and Herzen der Kinder zugänglich za machen, .wodurch die Andacht beim Gebete erzielt wird. In seinem Sprachbache h&t er non za jeder biblischen Geschichte den Hinweis auf einen passenden Vers gegeben unter Angabe der Bibelstelle, dem Anfangs des Gebetstückes and den Antangs wo! ten des Verses. In der biblischen Geschichte haben die Kinder die Erklärung dee Verses nnd der dabeiatehenden Lehren. Nachdem die ־Kinder in der.Unterstufe eine Zahl biblischer Verse deutsch gelernt haben, werden in der Mittelstufe, wo die Kinder schon hebräisch lesen nnd beten, die Verse im Gebetbach anfge- ■r.Msgan Durch öfteres wiederholen prägen sie sich dem Gedächtnisse leicht ein. Damit aber die Kinder die hebräischen Vene grammatikalisch verstehen, hat der Verfasser im vorliegenden Büchlein zu jedem der im ״Spruchbuch“ angedeuteten hebräischen Verse die lexikalische und grammatische Analyse beigegeben. Dabei ist stets der pädagogische Gesichtspunkt festgehalten, vom Leichteren zum Schwierigeren überzngehen. Der gelehrte Verfasser hat grosse Mühe and viel Zeit auf die Ausarbeitung verwendet, weil er in richtiger Erkenntniss der hohen Wichtigkeit dee Gegenstandes die Ueberzeagung hat, dass Zeit nnd Mühe nicht za kostbar sind, wenn es gilt der Jagend das heilige Erbe unserer Väter auf leichtere Weise za 1 übermitteln. Möge die Mühe des Verfassers Lohn and dank-! bare Anerkennung durch Einführung seines Büchleins in recht; viele Schalen finden. Wenn ein Mann von der Wissenschaft- *) Wir hatten in unserem Vorträge nicht bloa auf die in den Gabeten enthaltenen biblischen Verse hingewiesen, sondern an Baispielen gezeigt, wie in den verschiedenen Gebetetücken selbst fast säamtliche Glaubensand Pflichtenlehren zum gediegensten Ausdruck kommen, ist ja doch im letzten Grande das Gebet die herrlichste Blüthenentfaltung der Religion. (Rd.) **) Van Druckfehlern ist an« nur anf S. 15 das sich conseqaent wiederholende KI &. 31 aufgefallen. Sonst ist das Büch• lein mit grosser Akribie gearbeitet. (Red.) Rohen Bedeutung and Gelehrsamkeit Zuckermandsls von dar Höhe seiner wissenschaftlichen Stadien herabsteigt za den Arbeiten eines Schulbuches, so verdient dieses Verfahren misers■ vollste Anerkennung. Wer wird hier nioht unwillkürlich an das. bekannte talmddische Wart erinnert: Was willst da Akiba mit־ Märchen and Sagen, da, der da so ein gewaltiger Lehrer der Hslaoha bist? - B. Liitterariache Notizen. Arabische Chrestomathie. Die arab. Litteratur ia hebr. Characteren hat mit der Zeit eine gewisse Berechtigung erlangt Seit mehreren Jahren musste man sich cum Stadium dar arabischen Werke der Uebersetzungen bedienen, bis einige Autoren״ dem Beispiele Man k’s folgend, sine Anzahl der bedeutendsten Werke im arabischen Origmal veröffentlichten. Viele solcher Werke liegen jedoch noch nngedruckt in den grössern Bibliotheken. Sie alle, oder auch nur einen TheiL zn veröffentlichen, würde grosse Schwierigkeiten verursachen. Der sei. Manet hatte die Absicht, eine ״arabisch-rabbiniache Chrestomathie“ herauszugeben; statt dessen aber liess er den ״Dalalat al-Hairin“ (More Nebnchim) des Maimonides drucken, ohne sein ursprüngliebes Project ausznführen. Dass halb hoffen non die Herren Kegan Paul, Trench, Trübuer <k l!o. durch Veröffentlichung einer ״Arabischen Chreetomathie“ in hebräischen Lettern nnd mit einem Glossar, herausgegeben von Dr. Hartwig Hirschfeld, einem längatgefühlten Bedürfnisse abzuhelfen. Das Werk, aus 4 Theilen bestehend, hat einen mannigfaltigen Inhalt und enthält dessen L Theii ״Auszüge aus dem Gebetbuche der Juden in Yemen“: Auszüge 1 as einem arabischen Commentar zn Leviticus (aus der MSS.- Sammlung des sei Dr. Loews in London); Auszüge aus Jehnda b. Nissim b. Malkah’s arabischem Commentar Uber ״Seter Jezirah“ (aus derselben Sammlung). II. Theii: Proben ans Saadjah’s ״Kitab-al-Imanah wa’ 1-itiqudat“ ed. Landauer; Proben ans Mose b. Esra's ״Abhandlung über die Poesie“ (Kitab al- Mahadara wa’l-mudzakarah) cod. Bodl. Hunt. 599); Proben aas Jehnda Halewi's ״Book al-Chazari“ ed. Hirschield: Proben aaa Maimonides’ ״Dalalat al-Hairin“ ed. Munk etc. 111 Theii: Abhandlung über ״die Differenzen zwischen Rabbaniten und. Karaiten־‘, angeblich von Sa’d b. Mansur. IV. Theii: Karaitische Texte. Aegjptlsekes Eine für die Bibelfoischung ungemein wichtige Nachricht kommt aus Aegypten. Der amerikanische Gelehrte und Aegyptolog Wilbour, einer der ersten Kenner nnd Sammler egyptischer Alterthümer, meldet in einem aus Luxor, dem alten Theben, vom 28. Januar d. J. datirten Briete, durch Ankauf in den Besitz eines mit 32 Schriftkolumnen in Hieroglyphen bedeckten Steines gelangt za sein, dessen Bedeutung für die Geschichte Josephs in Egypten nach der mit• getheilten Abschrift nicht za unterschätzen ist. Der Text, welcher in deutlichen Zeichen die Titel eines bisher vollständig anbekannten Pharao aafführt, erzählt, wie in dem vierzehnten Regierangsjahre desselben ein gewisser Chit-he es versucht habe, durch religiöse Handlangen and sonstige Mittel ״bei dem sehr grossen Unglück in Folge der während der Zeit von. sieben Jahren nicht eingetretenen Nilüberschwemmang“ ein weiteres Unglück za verhüten. Diese Nachricht passt vollkommen aat die biblische Ueberlieferung von den sieben thearen Jahren, welche der damals dreisaigjäbrige Joseph dem Pharao seiner Zeit geweiasagt hatte. Schon in einer andern Inschrift aus einem Grabe bei El-Kab, deren Abfassung in die Zeit zwischen 1800 and 1700 vor. Chr. fällt, ist die Rede ״von vielen Jahren der Hangersnoth“, welche damals in Egyptenfeherrscht hafte. Indem sich die Wissenschaft in der Lageefindet nunmehr in Folge der nea entdeckten Insohrift den Namen des damaligen Königs genau angeben zn können, erwächst der Bibelforachnng ein ganz unerwarteter Gewinn. Zar Chrenelogie» Unter dieser Ueberschrift erbringt Herr- L. Cohen 1m Litt.-BI. No. 5 c. aus den Jahrbüchern 2*י und האסיף Belege für den Gebrauch des neuen Stils in Russland. Ich erlaube mir hierzu die Bemerkung, dass dies nur für das Königreich Polen zutrifft, wo für den Verkehr neben dem amtliehen julianischen Kalender der gregorianische allgemein üblich ist. Dr. E. (Riga). Litterarischer Anzeiger. Sichronoth” odar:,,■(■#!)«■ clwea Staäente■ d.jfid. Theologie Dieeleiben sind in liebr. Makamen - Form abgefasst nnd mit einer englischen Einleitung versehen, die eine Uebersicht der Entwicklung der nechbibL hebr. Poesie enthält, v. Dr, Chetzaer» am Harrow-College. Preis 111H Pf. (Za haben bei der Expedition der ״JsraeL Wochenschrift.“) im SelbstveriagedeeVertasMrrs ist erschienen und bei demselben soweit in allen Buchhandlungen zu haben: Ywabilarium nnd Gruuutik zn den hebr Versen deeSfntkkMbM f»1 Dr. M. 8. ZsoktnuHti, _ . Oberrabbiner. Trier, 1890. Preis: 1 Mk. Kochbuch § für israeL Frauen von Kebekla Wolff leueMuu. Kennte verb. Auflage. Elegant Leinwandband. Preb ■k. CAO.־' Ali vorzüglich anerkannt. Frankf.a.M. J. yagtaana■, Veri. VwaatwortRcher Bedactear Dr. Bahmer, Magdeburg. Draok vom D. L. Wolft, Magdeburg. Vertag ▼on Robert Friese, Leipzig.