Mannheim
Compact Memory

Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-02-20 · N° 8. (20.2.1890) · p. Seite 32

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 8. (20.2.1890)
Date
1890-02-20
Page
Seite 32 (sequence 4)
Language
German
Belongs to
journal issue
OCR quality
84% known words query
IRI
…/6492408-6575064-8757739--1919-4856970
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

Mentioned entities

OCR text

1 entity mentions

H»»l ui grüwn■», die Entfernung und Entfranfung vaa gflUüohen Iaeel bringt Unglöak, Verderben ana Tod. Diese Wahrheit bietet den Sehläseel enoh «am Tsratinduisaci der tragisolien Qecohiebte der letaten Könige von Jadie. Des Volk und seine Könige Vrt*tn das Sohioksel, welches eie verdient haben Die Liebe an Gott fahrt die Gnade herbei, die verdeckte Gerinnung and Gesittung — die Strafe des BihmIii Je mehr Gott sein Volk liebt, desto furcht* barer straft er den Abfall, die Abtrünnigkeit dasselben. Je aufrichtiger die reuige Wiederkehr dee Volkse ist, desto lebenskräftiger gestaltet aioh das Volk fBr die Znkunft. ,Denn ich will nicht", sprioht der Herr, ,dass der Sünder sterbe, sondern, dass er wiederkehre von seinem Wendel und leben bleibe". (Jeeheekel 18,23.) Von diesem Gesichtspunkte aas aber, welcher von dem sonst 80 fachkundigen Verlasser nicht genügend hervorgehoben worden ist, sofern sein Geschiahtswerk einer Einleitung ermangelt, erklärt sieb der Lauf der erschütternden Begebenheiten. Sobon der König Joris, der wohl von Jagend auf sich seit Gottes Wort beschäftigt und mit der Säabe* rang der Gottesstitten ▼om Götzendienste begonnen hatte — and hierdurch stimmen, gegen die Ansicht dee Antors (Seite 2, Note 1) beide Frzählungen der Geschichte, H Könige, Csp. 22 und 23 und Chronik Cap. 34 und 35 fiberein — liess viel au lange das Volk gewahren, bis die Stimme des der Gotteelehre rieh abepiegelnden öffentlicheh Gewissens ihn aafgeifittelt and er die volle Beseitigung und Ver- Dichtung aller Spuren götzendienerischer Handlangen und Denkmäler nicht nur in Judäa, j sondern in ganz Israel bewirkt bette. Dass er mit! zerrissenem Gewende und mit thrftnenfeachten Augen des aafgefundene Gottesbuch gelesen und dem Volke vorlesen Hees, war sein Verdienst, dass er aber erst dieses Mahnrufes bedurfte, umQottesdienst für Götzendienst allgemein herzustellen, darin liegt die tragische Sobald dee Königs, der übrigens edel gelebt bet and als Held gestorben ist. — Ich bin zficht der Ansicht, dass, wie der Vecfesser (Seite 9, Note 3) meint, dem Volke aas einem eafgefiindenen Deuteronomium die Abschnitte, welche die Fläche enthalten, die einen besonderen Theil des Buches aas machen sollen, vorgelesen worden sind. loh denke vielmehr, dass, naoh dar Analogie Exod. 4,7, unter dem ״ Boche des Bandes “ (ספר הברית) die zehn Gebote mit allen um dieselben sich grappirenden religiösen Vorschriften, auch die Feiertage (Deut. Cap. 16), zu verstehen sind. Daraus erklärt es sich, weshalb der: öffentlichen Vorlesung dee ,Baches des Bandes" die;Feier des Passah- Festes (H Kön. 23) gefolgt war.!Dass der König Josia so tief und mächtig von Trauer und von Schmerz ergriffen war, als der hohe Priester Chilkiah des j fünfte Bach der Bäeher gefunden and verlesen hatte, j Hegt nicht darsn, dass die Fläche ihm vorgeführt worden, welche je schon in erschütternder Weise in I^vit. 26 enthalten sind, sondern an dem Umstande, dass der Abschnitt des Deuteronomiums, welcher die Geschichte der Abfassung und Niederaohreibnng, sowkt die leitenden Gesichtspunkte desselben •rtfrffb׳. naturgemäss die Einleitung des Deuteronosrioga. bildet, und der Inhalt dieses Oepitels 81, Weiches (V. 12) gleichfalls vor einer grossen Versammlung verlesen ward, insbesondere in den Venen 16—21 and 28—30 inol. Reflexe bietet, die des Zeitalter Josia’s furchtbar beleuchtet hatten. Die Stelle Deut. 28,36 aber, in weloher von der Gefangennahme des Königs die Rede ist, hat nach der Misohnah Joma 521>- die Uebeifahrnng der heiligen Lade .atu dem Schloss- Heiligthume in den Tempel sur Folge gehabt (033 הארון), nioht aber jene W irkang, welche ihr vom Verfaeser augesohrieben wird. Die Vorlesung vor der Gemeinde aber wurzelte und gipfelte meiner Meinung nach in dem Texte Deut 12.13, weloher der Errichtnng der neuen Bundeetafeln sich ansohliesst and in der Gesahiobte Josia’s (IL Chronik 34,31) fest wörtlioh wiedergegeben ist. (Fortsetzung folgt). Flbrer durch die deatach-Urael. unterhaltende (schönwissenschaftliche', geschieh tlich-belehrende,populür-religiöse und Jugendschriitlitteratur vom Beginn des 18. Jahrhunderts bis heate. Zasammengeateilt von H. Jacobsohn und Lehrer Cohen-Rees. Preis50 Pf. Breslau. Verlag vonW.JaoobaohnA Oie. Es ist in der That keine gewöhnliche Phrase, wenn man. von diesen ״Führer“ sagt, dass er einem tiefgefühlten Bedarfnisse seine Entstehung verdankt and eine bislang vorhandsne Lücke aasfüUt. Wer wüsste nicht aus Erfahrung, dass bei Gründung resp. Erweiterung von Gemeinde- oder Jagendbibliotheken die Uebereicht über die einschlägigen Sohriiten fehlt oder als eine mangelhafte za bezeichnen ist. Dess ist nun Dank dem rührigen Verleger Jacobson-Breslau and dem bücherkundigen Lehrer Cohen-Rees durch obigen ״Führer“ abgeholfen. Nun gilt es noch kritisch testsustelleu, welche Schriften nur für Jugendbibliotheken die unbestritten geeignetsten sind, ebenso dürfte nach besonderen Grundsätzen eine Aaswahl bei Anlegung von Gemeindebibliotheken zu treffen sein. Jedenfalls wollen wir hiermit dem ״Führer“ eine weite Verbreitung wünschen. — _ S. Ldtterarlsahe Notixen. Geber dl« Bedeutung du* •eutestaweatltcbes raka (JxxxA.) Matth 6,22 ist von den christlichen Commentatoren noch keine sichere Erläuterung gegeben; sie weisen auf die Abstammung von ריס hin Aber raka, von ריק abgeleitet, ist nicht formgerecht; demnach genügt auch die hebräische Wiedergabe das griechischen Textes mit רקא nioht, und noch weniger die neae von Delitzsch mit ,“ריקן. Angeblich soll raka oder reka Otp*|> als Schimpfwort im Talmud Vorkommen; dem ist nioht so, obwohl ריק schon biblisch die Bedeutung von ״loten, nichtswürdigen Leuten“ hat Das Wort heisst eigentlich ״leer“, 4. h. besitzand beschäftigungslos, von denen gebraucht, welche ohne Geld und Arbeit müuig and vagabandiread sich umhertreiben. Indess als allgemein bekanntes and übliches Schimpfwort wird es nioht nachznweisen sein. Wir glauben, dass hier ״ רעא .(ילBösewicht, Taugenichts“ gemeint ist, in der Bedeutung von gott-, religionsand sittenlos. ע als Gaumenlaut hat in Jer Aussprache die Beimischung eines h (ה>-. g G), oh rm- und k (p)-Laates, mit denen es auch vertauscht wird. Man vergl. die Beispiele ארעא und ״ ארקאErde“ רעד und ־רקך ,gittern, hüpfen“, ,TO und ״ ערעbegegnen“. Die dialektische Aussprache von רעא ist demnach richtig ״raka“, dis Bedeutung: ,.Da Bösewicht, da gottloser sittenloser Menseht*. Das aramäische רעא entspricht dem hebr. הרע. R.-A. »V TT Litterarischer Anzeiger. Die lebende Megilla Fiiärfntifkl vm C. tauf Mk. 0,76. Katalog werthvoller infaiea-OriiBUlia. ö- Fritaeoh•, ■reibarg^ Gerhotstraeee 6. Kochbuch § für Israel. Frauen von Kebetta V«lf g*. leiMui■. Keaate vBrb. Auflage. Elegant Lmnv'andtiand. Freie U. SA#. Als vorzüglich anerkannt. Frankl akC J. KaaTareaz, Verl. Im Selbstverläge desVerfassere ist erschienen und bei demselben sowie in allen Buchhandlungen za haben: Yaeabilirii■ ud Gruuutik za den hebr. Versendet IfnchkickM von Dr. ■U Zsckerzisndsl, Oberrabbiner. Trier, 1860. Preis: 1 Mk. ErreSwalgtl Das in vor. No. angezeigt• חנ*ך (in 19 Bänden, gut geh.) mit Ueberaetzung u. Gommantarea ist für IS M. (a. Porto- 6t1Pt)zdhabenind■ Exp. dies. Bi. MUktfnig. ln vor. Na. ist In der ״Berichtigung“ S.28, Z. Zv.a. die Formel zu lesen; Kd + Tli. ־ T' Vwssf wisliichei Bedacteur Dr. ftahmer.lMiglchnig Dreck von O. L. Wolft, Magdeburg. Vertag von Robert Frisse, Lsi!1si<.

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.