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Jüdisches Litteratur-Blatt · 1890-01-30 · N° 5. (30.1.1890) · p. [Seite]

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Journal
Jüdisches Litteratur-Blatt
Volume
19 (1890)
Issue
N° 5. (30.1.1890)
Date
1890-01-30
Page
[Seite] (sequence 1)
Language
German
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Lehrer, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 25 X Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Anfsätze: Das Leben und die Werke des Dr. Leopold Zuuz. Vcn Dr. Ohotzner am Harro*•־ College. (Fortsetzung.) — Zur Chronologie.!Von L. Cohen in Rees a. Rhein. Litt eraturbericht: Recensionen: Wunsche, Aug., Dr. theol et pbil. Der Babylonische Talmud in seinen haggadi sehen Beatm, dtheilen wortgetreu Ubersettzt und durch Noten erläut<1c. — Adler, Hermann Dr., delegate chTef Rabbi. A ltihers Bannitzvah exhortation. Litterarische Notizen. — Liiterarische Anzeigen. Unbefugter Nachdruck aus diestm Blatte ist nicht gestattet Das Leben und die Werke des Dr. Leopold Zunz. Von Dr. Chotzner am Harrow-Collqge.*) (Fortsetzung.) Einige Jahre später (1822) bildete sich in Berlin ein ״Verein zur Förderung der Cultur und Wissenschaft unter den Juden“, der mehrere hochbegabte jüdische junge Leute, wie Heinrich Heine, Eduard Grans, Moses Moser, Josef Lehmann, David Friedlähder, Israel Jacobsohn und Anderb, zu seinen Mitgliedern zählte. Das wichtigste Resultat dieses Vereins war die Veröffentlichung einer ״Zeitschrift für die Wissenschaft des Judenthums“ unter der Redaction des Dr. Zunz, und obschon die Existenz dieser beiden litterarischen Institutionen nur von kurzer Dauer war, so hat dessenungeachtet die jüdische ’ Wissenschaft und Litteratür manche nicht unbedeutende Vortheile daraus geschöpft. Besonders nennenswerth ist eine vom Herausgeber selbst verfasste und in der besagten ״Zeitschrift“ erschienene Biographie des berühmten Cpmmentators der Bibel and des Talmuds, Rabbi Schel(1moh Jizchaki (1040—1105), der unter dem Namen ״Rasch!“ allgemein bekannt ist. Diese biographische Skizze kann' mit Recht als Modell ähnlicher (itterarischer Arbeiten angesehen werden, da sie ihren! Gegenstand nach streng wissenschaftlichen Principien behandelt und zugleich auch einen anziehenden, gefälliges Stil aufzuweisen hat Der V erfasser beschränkt sich darin nicht auf eine blosse Beschreibung des Lebens und der geistigen Thätigkeithaschi’s, sondern er sohildert auch die Lern- und Lehrmethode der jüd. Gelehrten, die *) In deu früheren Artikeln sind die Bach! ״en“ za weilen Haaptand Beiwüitem betgefügt hingehörten, and fehlten da, wo ihre Oeeeow würe. Diee ist dem Umstand ras nach reiben, Correctarbogen in Folge der grossen Ferne nie nageachickt bekommen kann and daher auf die geneigten Lesen natmea mass. .sei!wart ben ״n“ and wo sie niebt erwünscht dass ic!» die (־ 1t n iübksitöt‘ OhJ-. einige Jahrhunderte vor und nach ihm gelebt haben. Ebenso zählt Zunz die verschiedenen . Werke R&schi’s auf und unterzieht sie einer wissenschaftlichen Rritik, wobei er׳ nebstdem eine Liste von all den Büchern sufügt, die Raschi in seiner Hausbibliothek hatte, und woraus er reiches Material für die Abfassung 9einer eigenen Schriften entlehnte. Somit erschien denn zum ersten Male in den Annalen jler jüdischen Litteratürgeschieht« eine höchst interessante und lehrreiche Lebens- Beschreibung eines allgemein gefeierten jüd. Gelehrten, die bei ihrem Erscheinen sofortiges Aufsehen erregte, und später denen zum Vorbild diente, die sich anschickten, auf demselben Gebiete weitere Forschungen anzustellen. ~ Nach Verlauf einiger Jahre, als Zunz mit der Sammlung von Materialien für seine künftigen litterarischen Arbeiten beschäftigt war, wurde seine Aufmerksamkeit auf eine damals erschienene Abhandlung über das Judenthum gelenkt, die einen Abt, Namens Chiarini, zum Verfasser hatte. Der volle Titel der fraglichen Schrift war: ״Theorie du juda'isme, appliquee ä la röfornie des Israelites de tous les paya de l’Europe, et serant en mente temps d’ouvrages preparatoire k la Version du Thalmud du Bäbylone, par l’abbö L. A. Chiarini, Paris 1830“, und die Geschichte der Entstehung derselben ist wie folgt Am 22. Mai 1825 ernannte die russische Regierung ein Comitö in Warschau, das den Zweck haben sollte, ein Rabbiner-Seminar daselbst ins Leben zu rufen. Die Mitglieder dieses ComitA’s bestanden aus lauter'Nichtjuden, die natürlicherweise von der Ausführung eines solchen grossen Unternehmens keine rechte Idee hatten. Der erste Sofaritt jedoch^ den sie in dieser Angelegenheit thaten, war die Ans- Schreibung einer Prämie von 12,000 Thaler für die beste französische Uebersetzung des babylonischen Talmuds, und Chiarini bot sich zur Uebernahme der Arbeit an. Um nun zu zeigen, dass er die dazu nöthige Fähigkeit und Gelehrsamkeit besitze, veröffentlichte er die besagte Schrift Theorie da judaisme, die. aber deu Sachverständigen gegenüber das Gegenthcii bewies, was ' der Verfasser damit kund zu thun die Absicht hatte. Sein modus operandi bestand nämlieh darin, dass er ganze Seiten von bereits gedruckten 1 Werken solcher Autoren afacopirte, die sich darin höchst feindlich über Juden und Judentham ausgesprachen hatten. Dies that er aus dem gewichtigen . Grunde, weil er eben das rabbinisphe Schriftthum im - Original weder lesen noch verstehen konnte, und *ich daher genöthigt sah, das zu wiederholen und als haaref Münze hinzunehmen, was Buxtorf, Bartolocci, Eit•■- menger, J.tnn und Andere über denselben Gegenstand* in gehässiger Weise bereits geschrieben.; hatten^,'

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