Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 4. (23.1.1890)
- Date
- 1890-01-23
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
- Belongs to
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JaÜrg. XIX. Jüdisches Litteratur־ Blatt. Bw 411•» Jiina» «■4 IltUrtrliel«• Ir• •4Mb■•«•■ **f 4«■ 64M4U 4t» PkU•־ ■Bpfct«, QneUekt«, Itkanripkl(, TkN• IÜ«, Ortataliit bi|«t, ■•aMtttk, Utorgik b. PUnnU. Herausgegeben ▼OB Babbinerl Ur. Moritz Rahmer. 9Ka<j3e&vt״t<j, 23. 5cm wat 1890. Uck« kttflutkliil•■. 14tUr.tu,*Tlek 4«r ■*44.10• ■■41—ן w«4«, bl« 1• 41mm »14U4 •llllkl•« I^rMkHl U ■tmadi.c tw ml liawril■«־ RiuiTUr« «rfkl|t 11w1ll4t km. ־'. Sr4lt4-bu«r<l•«. naint wöcb« I 8 Mark. entlieh in einem halben Bogen Preis bei allen Buchhandlungen (i Abonnenten ,der .laraelitieebea Wochenschrift“, die vierteljährlich bk (in bei Dae »J14lacke Utterster-Blatt« L eipaig bei Robert Friese) pro Jahrga alle■ Poetanstalten and Bncbbandlnngen S Mark zahlen, erhalten dae ״JttdUobe lätteratar-Blatt“ gratis. — Iaearate werden mit 88 Pf. fttr die gespaltene Petitaeiie, Beilagen mit M Merk, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes an senden Bnohhkndler n. L«hr«r, welche direct oder durch Robert Friese Inserate einsendea, erhalten 25 % Rabatt. I n 11 & 111 Wissenschaftliche Aufsätze: Das Leben: und die Werke des Dr. Leopold Zunz. Von Dr. Chotzüer am Harro*- College. — Natur- und Gottesdienst. liie Indaenza im Talmud. Von Naphtali Herz Imber. — Litt eraturberiebt: Recenaionen: GrimelanJ, U״ Bischof a. D. Die Geschichte des Sonntags. — Wünsche. Aag-, Dr. theol et phil. Der Babylonische Talmud in haggadisclien 1 estandtheilen wortgetreu Übersetzt und durch Noten erläu'urt. L il te) arische Anzeigen.! Uslefaftsr Naskdrask am dies■■ Blatte iat n I a k t!satattst Das Leben und die Werke des Dr. Leopold Zunz. Von Dr. Chntzner am Harrow-Callege. des Epitaph,*) das vom seligen Dr. F. Frankl, weiland Rabbiner und Prediger der Berliner Gemeinde, verfasst wurde, folgendermassen lautet: B״J "איש סופת יחץ• בדורו, עיני העדה האיר באורו, לו כל חמדת ישראל, היא היה אבי יושב אהל, ראש החוקרים בקדמוניות ישרון, דחכם הישיש נדור מרבן שמו, יום טוב לים שן צונץ נאסף -אל עמו p תשעים ושתים שנד" מם ד יא אדר שני וד ת״רמ״ו רובל לקברות ביום א' י׳־ד לחדש, רום הפודים נדיפך מיום.טוב לאבל, והמשכילים יוהרו כוהר הרקיע. ומצדיקי הרבים בכוכים לעולם ועד. Die deutsche Aufschrift lautet: Hier raht: Dr. Leopold Zubz, j geboren zu Detmold, am 10. August 1794, gestorben am 18. März, 1886. (Forts• tzaog.) Als Z. seinen 70. Geburtstag feierte, gründeten seine zahlreichen Freunde and Verehrer die sogenannte ״Zunzstiftung“, welche den Zweck haben sollte, mittels einer Subvention jüdischen Autoren die Möglichkeit zu verschaffen, ihre etwaigen gediegenen litter. Erzeugnisse zu veröffentlichen. Za seinem 80. Geburtstage präsentirte ihm das Curatoriam der genannten Stiftung mit dem Titelblatte eines im Drucke sich damals befindlichen Werkes, welches Zunzens kürzere und in verschiedenen Zeit- Schriften abgedruckte litter. Aufsätze enthalten sollte. Die letzte öffentliche Aufmerksamkeit, die Z. zu Theil geworden, war eine ,Jubelschrift“, welche ihm zu seinem 90. Geburtstage überreicht wurde. Dieselbe enthält mehrere gediegene litterarische Arbeiten, welche einige der namhaftesten jüdischen wie nichtjüdischen Gelehrten der Gegenwart zu Verfassern haben. Gerade um dieselbe Zeit verlor Zunz zu seinem grössten Leidwesen seine edle Gattin,' die in allen wechselfällen seines Lebens wie ein schützender Engel ihm treu zur Seite stand, und sein Dasein versüsste. Dieser herbe Schlag von Seiten der Vorsehanjg beführte ihn um so schmerzlicher, als seine Ehe kinder• 108 war, and er sich plötzlich ganz vereinsamt fühlte and Niemand um sich hatte, der ihn treuherzig pflegen sollte. Sehnsüchtig wünschte er daher den Tod herbei, der ihn im Beiohe der Geister mit seiner geliebten Adelheid auf immer vereinigen würde. Dieser kam non auch, denn am Mittwoch, den 18. März j 1886, (11. Adar Scheui, ת־רם־ו) verfiel Z. in einen sanften Schlaf, ans dem er nicht wieder erwachte. Am 21. desselben Monats, der zufällig am Purimft sie war, (wurde «r auf dem Berliner jüd. Gottesacker u^ gebührender Feierlichkeit bestattet Sein Grabstein enthält folgen• Wie aus dem bisher Gesagten zu ersehen ist, war ZunzeDs Leben im Grossen and Ganzen׳ ein ruhiges, and hatte ' keine jener Unruhen und Aufregungen des Geistes und Gemüthes aufzuweisen, die nicht selten bsi Männern von ausserordentlicher Begabung als charakteristische Merkmale anzatreffen sind. Obschon Z. den grossem Tbeil seines Lebens in der Hauptstadt Preassons verbrachte, so fühlte er sich dennoch nirgends so behaglich und glücklich, als innerhalb der vier Wände seines Studierzimmers, wo er sich seinen Liebhngs- Studien ungestört widmen konnte Daselbst war ־ es auch, wo er den Plan fasste, entweder selber oder nnter Mitwirkung anderer Stadiengenossen eine geistige- Arbeit zu schaffen, die neue, bis dahin wenig betretene Bahn zur Erforschung der jüd. Wissenschaft und Litteratur eröffnen sollte. Wohl hatte Mendelssohn vor ihm durch seine klassische Uebersetzung der Bibel viel dazu beigetragen, dass das Studium derselben unter seinen Glaubensgenossen eineu erfreulichen Aufschwung nahm, doch besass ja die jüd. Nation 'ausser der Bibel noch eine andere reichhaltige Litteratur, die der Gelehrtenwelt nur stückweise bekannt war, und selbst das Wenige, das mau von ihr wusste, war so verworren׳ und planlos zusammengestellt, dass keiner es der Mühe werth hielt, sich damit ernstlich za beschäftigen. So Ute es nicht mögüch sein, dachte Z. bei sich, diese ״diqjecta membra“ zusammenzafttgen and in eine anziehende, gefällige Form zu bringen? Nachdem er über den Gegenstand lange nachgedacht hatte, schrieb and veröffentlichte er im Jahre 1818 ein Pamphlet unter der Aufschrift: ״ Etwas über die rabbinöcbe Litteratur, nebst Nachricht über ein altes bis jetzt un- ר DMMtbe ward• dam Stiknüm Urnen wie auclÄpeb »ad«r« Auskunft 6bar Zoos, voa PieL D. Kaufteaaa h' N». trenodliolut mitgathuilt.