Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 19 (1890)
- Issue
- N° 1. (2.1.1890)
- Date
- 1890-01-02
- Page
- [Seite] (sequence 1)
- Language
- German
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Vam Landrabbiner Dr. Rülf in B rann schweig!Fortsetzung ) Litt eratarbericht: Reoensionen: ״Vom Donn ■nr Donaa“. Neue Kultarbilder von K £. Franzos. — SteckelmaCher, Dr.M.,Stadtralibiner in Mannheim, Dt«Gotteaideader Offenbarang and des Heidenthnms im Lichte einet neuen Unterecheidangr luerkmals betrachtet. (Schluss.), Litterarisuhe Notisen. | Li triarisohe Anzeigen.! .083 sechzigjärige ScbrifteteJIerjubiläum eines jüdischen Theologen Vor sechzig Jahren, im Jahre 1830, hat lein neunzehnjähriger Jüngling eine gelehrte Schrift Uber den griechisch-jüdischen Tragödiendichter Ezechielos reröffentlicht, und diese Schrift ist noch heute, nach sechzig Jahren, nicht veraltet, sondern wird njoeb jetzt, wenn von Ezechielos die Bede ist, als die gediegenste Abhandlung über den Gegenstand citirt. Aber auch der Autor dieser Schrift ist noch nicht ^eraltet, sondern ist allezeit rüstig an der Arbeit, am seine Gedanken der Oeffentlichkeit mitzutheilen. | Ludwig Philippson heisst der Mann, der schon als Jüngling 80 Gediegenes geleistet hat and es ist eine Dankespflicht der jüdischen Pablicistik, deren Erfüllung uns, dem Nachfolger auf seinem Magdeburger Rabbinatssitze, hochwillkommen ist, diesem Manne, der sechs Jahrzehende dem Judenthum als Gelehrter, als Schriftsteller, als Prediger, als Beligionsphilnsoph, als Publizist die grössten Dienste geleistet hat, unsera Glückwunsch zu diesem seltenen Jubiläum aussprechen. Philippson’8 erster Erfolg auf streng [gelehrtem Gebiete war so gross, dass ihm eine glänzende Zukunft sicher gewesen wäre, hätte er nur als Gelehrter weiter gearbeitet; abec^hn erregte die Noth seine! Glaubensgemeinschaft; ihn trieb GeistundHerz, nach inr en wie nach aussen, für die Seinen zu wirken; Emanzipation und Beform wurden die grossen Ziele seines Lebens; und mit glänzendem Talent, mit unermüdlichem Eifer, durch Undank nicht entmuthigt, durch Erfolg nicht übermüthig, hat er diesen hohen Zielen nSchgeetrebt. Die ״Zeitung des Judenthums“, die noch jetat mit einem durch die reichste Erfahrung gereiften Urtheil von Philippson redigirt und zumeist auoh igesohfrieben wird, war Jahrzehnte hindurch eine MachtJui der religiösen und politischen Entwicklung des Judenthums; durch philosophische und politische Aufeatie, durch die Uebersetzung uud Erklärung der hgtfigia Schriften, durch Bomane and Dramen, daroh Predigten, kurz in den mannigfächsten Formen hat dieser erstaunlich vielseitige Mann seine Ansichten in’8 Volk getragen und manche Gedanken, die jetzt als Gemeinplätze gelten, haben durch ihn ihre Prägung erhalten. Philippson ist von einem eminenten Verständnis für das praktis che Leben; obgleich er zur Beformpartei gehört, hat er sich nie zu den Extravaganzen Geiger’s oder gar Holdhei m’s hinreissen lassen; er verlor sich nie in nebelhaften Theorien, sondern behielt den Boden unter seinen Füssen; er steht auf dem Boden des Hist ori s eh-gewordenen and will, ob auch den Neuerungen geneigt, vermitteln und versöhnen. ך Für die Gleichberechtigung der Juden und des Jadenthams, für die Berechtigung des Judenthums als einer grossen civilis •torischen Macht, tritt er noch heut so eifrig ein, wie. vor Jahrzehnten und allwöchentlich bringt die Zeitung des ladeathums umfangreiche und lehrreiche Aufsätze von ihm, sodass wir den Eindruck haben, dass die Beschwerden des Alters den neunundsiebzigjährigen nicht besonders drücken; der Veteran hat nach einer sechzigjährigen Laufbahn sein Sohwert, seine Feder nicht aas der Hand gelegt; er führt diese Feder noch immer zur Ehre des Jadenthams und sur Mehrung der eigenen Ehre. Beim Beginn des Jahres, in Welchem Ludwig Philippson aaf sechzig Jahre ׳schriftstellerischer öffentlicher Thätigkeit zurüekbliekt, sprechen wir den Wunsch aus, dass er noch lange an! dem uns alle n gemeinsamen Erlö8 ungswer® e von innerer und äusserer Unfreiheit gesund, rüstig and erfolgreich^ mitarbeiten möge I Einiges aus der ersten Zeit und Uber dm Stifter der Jacobson-Schule. Vom Landrabbiner Dr. Halt in Braunschweig. (Fortsetsang statt Schloss.) Kurz vor seinem Scheiden von hier wurde Jaoobson noch eine grosse Ehre zu Thal. Die philo^o* phischa Facultät zu Helmstedt ernannte ihn zu ihrem Ebrendootor. Was dieselbe za diesem Schritte bawogen, berichtet ihr Deoan, Professor Wiedeburg, jri einen? überaus verbindlichen Schreiben.! Aas diesem Schreiben geht; hej־vor, welch’ hohe Aohtung Jacobson'in der Gelehrten weit dar Uaiyersität genoss. Aber auch nach, einer anderen Seite isk. dasselbe nicht ohne Bedeutung.! Auf Jacobson gilt das Dichter wort; ״Von dar Parteien Q!uwt|»d "L ־ Schwankt pem DharekfaerWa־ ia Bier haten wir amt;4(18 ־ ־ '