Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 52. (28.12.1888)
- Date
- 1888-12-28
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Jüdisehes JahrgXVII Littemtur-Blatt. Zir Baleiektiif Aller Jaiuth■■ ■ad Jade• ketrihadei Uttarerteehea Kr• •ehelaaafea eaf 4cm Gebiete der Pktle* w^U«, Gceehlehte, Kthaegreitkle, Tkeo- •dt, Orleateile, Ezefeec, Homiletik, Lltarglk a. Pidefogik. Herausgegeben ▼on Rabbiner Dr. Moritz Rahmer. de&uty, 28. S)ccctn6׳c■v 1888. Blflkar kv aluchliflis■ UUw»lufvlkh Bit MhUi nftuiBt nri■, l«4«a 1■ BImmi Blatt• •la(tkaa4• lafntk■•( Bat Elata.d■■• t•■ awal Baaaaataaa• Kiaatplaraa aHMtt alaaaaltfa kana äratia-laacrtlaa. 1r»h “g Du »Jidlgche Lltteratar-Blmtt« ei Leipzig bei Bobert Friese) pro Jshrga allen Postanstalten and Buchhandlungen 8 1 85 Pf• tttr die gespaltene Petitseile, Beilage! 1 Buchhändler u. Lehrer, welche di!eint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlonaen (in 8 ■ark. 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Den Reigen der!Berichterstattung j eröffnet auch diesmal Herr Prof. Carl S'iegfried-J4na. Die Pas, die er aal dem Boden der Litteratup zum A. T. leistet, erscheinen zum grossen Theilj viel zahmer, dafür aber freilioh stellenweis um so Ungelenker als die früheren; dass daneben zahlreiohe [Fauxpas vor• kommen, dürfte in Rückbliok auf die vonangegangenen gleichen Leistungen, die wir an dieser Stelle gewürdigt, nicht allzu sehr überraschen. Das Verdienst, den Ungestüm der Siegfried’schen Berichterstattung gemildert za haben, gebührt nach unserm Dafürhalten wesentlich dem Herausgeber, Herrn Prof. Lipsias; wir entnehmen dies der auf S. VI ״Zar Nachrioht“ -wiederholten Bemerkung, dass die Verantwortung für den Inhalt der einzelnen Beiträge die betreffenden Mitarbeiter tragen. — Sodann scheint die bisherige Kritik über den Jahresbericht einen heilsam dämpfenden Einfluss ansgeübt zu haben, was zu der angenehmen Erwartung berechtigt, der Herr Referent werde »eine Aufgabe immer ernster und würdiger zu lösen streben. Wird aach das Resultat dieses Strebens billigen Anforderangen überall sobald nooh nioht genügen, weil erwie8enerma8senHerr Siegfried der betreffenden Arbeit in mehrfacher Hinsicht nioht gewachsen sohkint, so dürfte dooh sein Bericht von Jahr za Jahr wenigstens immer erträglicher werden. j S. 3 wiederholt Herr S. mit viel Bebaken Nöldeke’s Warnung, zwischen semitischen and inda-earopäisohen Spraohen einen ’Zusammenhang herzasteOlen, der mit den ans gegebenen Mitteln nicht mehr zu erkennen sei. Wir haben Herrn Siegfried mehrmals Forsoher angeführt, die er selbst sehr hoohsohätzt, die ihm and Herrn Nöldeke mindestens ebenbürtig sind and die dennoch in überzeugender Weise einen Zusammenhang zwisohen semitischen and indo-earopäisphen Spraohen naohgewiesen. Bis jetzt sind jene Forsoher nooh nioht anders als mit dilettantischem Wortgepränge widerlegt worden. Wir behalten uns vor, den Gegenstand in diesen Blättern einmal ausführlicher za behandeln. Warum gewisse Professoren jene Forscher za widerlegen nioht einmal versuchen? Weil schon za einem solohen Versuch eben etwas m.ehr gehört als Dilettantismus. Die Soheu gewisser Professoren vor den Forschungsergebnissen, welohe die Einheit des j Menschengeschlechts, die ursprüngliche Gemeinsamkeit aller Knltur darthun, ist ja erklärlich. Aber was nützt ihnen die Sohea? Jene Einheit and Gemeinsamkeit wird von Gelehrten auf verschiedenen Gebieten der Wissenschaft dooh immer wieder erhärtet. (Soeben lesen wir über die Ausgrabungen des Dr. Sohliemann bei Mykenä einen Berioht, wonach der orientalische Charakter der zahlreichen Fände vielen Aufschluss giebt über die Abstammung der griechischen Kunst aas dem Orient. Freilich ist die Abstammung der hellenischen Kunst aber längst bekannt, dennoch erfreut uns die öftere Emeaeran». dieser Kenntniss in dem Grade, wie sie manohen DiMt&nten noththat. Was übrigens Kopf nnd Herz derselben bei dem Gedanken nur leiden mag, dass der ,feinsinnigsten Arier“ Kunst von den ,tieferstehenden Semiten“ stammt!) S. 14 wird za Steok’s populärem Vortrag über den Koran bemerkt, dass-die Formel, der Islam sei I ein zar erobernden Weltreligion gesteigertes Jadentham, sich so sohwerlioh halten lassen dürfte, da demselben sowohl der Reiohthnm als die Tiefe der religiösen Ideen des Judenthams abgehe. Also dooh! Was wird aber nur Freund Lag&rde, Freund Nestle nnd mancher andere Freund dazu sagen, dass Herr Prof. Siegfried den Reichthum and .die Tiefe der religiösen Ideen des Judenthams offen anerkennt nnd hervorhebt? — W ei s 8m&nn’s textkritisohe Bemerkungen finden diesmal (S. 30) etwas mehr Gnade vor Herrn S. als sonst; dieser erblickt in ihnen neben manohem Will-. kürliohen and Leichtfertigen dooh aach — einzelnes Beaohtsnswerthe. Aehnlicher, resp. nooh grösserer Hold erfreuen sich auch andere jüdische Gelehrte, von denen wir weiter einige za erwähnen haben. Die hebr.Unterrichtsbriefe von B.Fi8eher sind allerdings in manoher Hinsicht za bemängeln, verdienen aber ein so herbes Urtheil wie das auf S. 33 über sie gefällte, denn dooh nioht. Der Anerkennung, welohe Hehn’« hübscher Za- 8ammen8tellang der biblischen An klänge, die sioh in Göthe’s Schriften finden, S. 42 gesollt wird, pfliohten