Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 49. (6.12.1888)
- Date
- 1888-12-06
- Page
- [Seite] (sequence 2)
- Language
- German
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Littei+atur-Blatt Sir B11«1ektt1f «Iler JilMtk•■ ■ad Mm betreff•!*«■ Iltterwieehe■ Br• sehet!!!!•! »if des! GebleU der Phil•- ■•!hie, Geeehleht«, Itkisgriyki«, Theo- Sfl•• Ori«UlU, Bxef«H, Bo!Matlk, LIt!rfik!. PidecofU. Herausgegeben von Rabbiner Dr. ■oritz Itahmer. §\Layde4>u■^, 6. ®eccwfeet■ 1888. er lohei] ■ ng Du ״jadlsohe Litteratar-BUtt« Leipiig bei Robert Friese) pro Jahrs allen Postanstalten and Baehhandlangen 8 Ha Si Pf. für die gespaltene Petitseile, Bel lag 1a BnohhEndler a. Lehrer, welche d lint wöchentlich in einem halben Bogen Preis bei allen Buohhandlangen (in 8 ■ark. Abonnenten der .Israelitischen Wochenschrift“ (die vierteljährlich bei!ark kostet) erbalten das ״Jadisohe Litteratar-Blatt“ gratis. — Inserate werden mit - * mit 80 Bark, berechnet and sind an die Expedition dieses Blattes xn senden ireet oder darch Robert Friese Inserate einsenden, erhalten 8b Rabatt. Inhalt: Wissenschaftliche Aufsätze: Die Hebrai< des British Musenm. Von S. Schechter setzang.) — Zar Geschichte der hessischeji — Die religiöse Praxis and das freisinn Litteraturbericht: Recensionen: Die and Talmud von Zadoc Kahn, Grand Rab dem Franz, von J. Singer. (Schluss.) Litterarische Notizen. Sieker Ser risrefcllgls*■ Lltterfttar.eelek Ser .lasset »■ xereessSt «erSea, IsSea 1■ Sleeei Blatte elefekeaSe Beepreekaas Bel Daeeadaer rea swel Beeeaeleae• Czeaiplarea «rfklft «!■■aMs• karae eretls-Iasertlea. t sa In der Bibliothek in London. (Fort- Jaden. (Schloss.) re Jadentham. laverei nach Bibel!bin de Paris, aas Die Hebraica in der Bibliollhek des British Museum. ׳ Von S, Schechter in London i.n, Mäi ׳t׳ (Fortsetzung statt Schluss, Es ist gewiss, dass auch manche sehr eigentümliche Leute wären. Stimmung musste, wie die ihrer Umgelb besondern Beschaffenheit gewesen seL 1, uns heute keine Vorstellung mehr nu Ich beziehe mich hierbei auf Ben j am i her eines im Museum befindlichen Mach (Add. 11639). Dieses Machsor ward!! bittersten Judenverfolgung geschrieben welcher zugleich ein grosser Gelehrte! einer Stelle auf die vielen Leiden Juden in P'D (?) im Jahre 1276 zu Auf einen derselben, verfasste der 8 0n Benjamin selbst ein Klageliec zerreissendsten Tönen und diesem fol ein Gedicht (ליל שכורים), welches als von den lustigsten Einfälle::) überspru 1׳ Bei Erwähnung dieses Machsors in bemerken, dass dasselbe eines der g! des Museums ist. Ausserdem, dass ״Pentateuoh“, den obenerwähnten ״T R. Moses ihn Esra und viele Pieoen enthält, zu deren Beschreibub Buoh erforderlich sein würde, ist dassel >! illuminirt und enthält zahlreiche Illust n beziehen sich zum Theil auf die Bil x auf die Apokryphen, z. B.: Adam und dies; Noah in der Arohe; Abraham, wirthend; Sarah, hinter der Thür auf di! Abrahams mit den Engeln lauschend dem Stabe das Meer theilend; Sims>: Löwen reitend; Salomon auf dem der Löwengrube; Ahasweros, der Estl reichend; Judith vor Holofernes; der mythisohe Vogel Bar Toohni und vit lioher Art. Beiläufig empfehle ich die« > und Illuminationen der Aufmerksamkeit als die werthvollsteu Gegenstände solohe Copisten Ihre Gemüthsnng von einer , von der wir aohen können, n, den Schrei• 80rmanu8cripts zur Zeit der Der Copist, war, spielt au welche die 1|dulden hatten, ,yrer R. Samin den herzgt unmittelbar Purim schwank eit. ichte icii gleich ־össten Zierden den ganzen 1arsohisoh'S des ändere kleinere g ein ganzes e aufs reichste ationen. Diese >el, zum Theil Eva im Paradie Engel beie Unterredung Mose8, mit m, auf einem ne; Daniel in er das Soepter jeviathan; der andere, .ahn- Illustrationen der Künstler 1h*religiöser jüiisol Kunst, wenn überhaupt von einer speoifisoh jüdischen Konst die Rede sein kann. Der Künstler wird das Museum für solohe Zwecke gewiss höohst geeignet finden, da dessen Sammlung für eine der reiohsten in ihrer Art gilt. Ausser diesem Maohsor muss iah auch auf die illuminirte Bibel (Or. 2226 28) aufmerksam machen, welche in Lissabon für R. Jehudah A 10 h ak in geschrieben wurde; man hält sie für eine der schönsten dieser Art, 80 wie anf die ilfuminirte Mi8 cbn e-Th ora des Maimonides für R. Joseph aus der berühmten Familie der Yaohjaiden geschrieben und ebenfalls zu den kunstreiohsten Producten zählend. Ebenso werden die Hag ad a’s Jür die Sederabende dem Künstlerjreiohe Ausbeute gestatten, besonders der Codex Add. 27210, welchen die reiche Lady Rosa Galioo ihrem Sohwiegersohne an seinem Hochzeitstage sohenkte; dessgleichen Codex Add. 14762, dessen Einband für eine künstlerische Merkwürdigkeit gehalten wird. Indem wir nun diese Wunderwerke der Würdigang des Künstlers überlassen, drängt sich ans bei der Betrachtung eines noch grösseren Wandere die Frage anf: ״Wie konnten die Juden in so unglüokliehen Zeiten über einen 80 ausgebreiteten Kunstsinn verfügen and die Mittel erlangen, ihn zu befriedigen?“ Diese Erwägungen in Betreff des Besitzes drängen sich ans um 80 mehr auf, wenn wir einen Bliok in irgend eines dieser alten jüdischen Gebetbücher werfen, welche in den meisten Fällen dis einzigen religiösen und litterarisoben Schätze der Familien ausmaohten. Auf deu Seiten ihrer Vorsatzblätter, auf welchen, die Geburt8- und Sterbetag«, mehrerer Generationen sehr oft verzeichnet stehen, scheint der ,Spiritus familiaria“ noch seinen Umgang!za halten. Wenden wir dieae nun um and betrachten z. B. das Ritual für die Sederabende, muss uns da nioht. die Angst, unter welcher jene armen Geschöpfe diese Feier begingen, da sie oft erwarten mussten, plötzlich von einem fanatischen Pöbel überfallen za werden, lebhaft vor die Seele treten? Müssen wir da nioht fragen: ,Wie war ea ' möglich, dass sie unter solohen Verhältnissen dea Lebens Bürde noch tragen konnten?“ Blättern wir nooh weiter, bis wir za den Sterbegebeten kommen, müssen wir da nioht fragen: ״Wie stürben dieee doch? Warden sie vieheioht lebendig ״ad majorem dei gloriam“ verbrannt, oder etwa durch einen ״heiligen Pöbel* in Stüoke zerrissen?“ ל Greifen wir nun zu den illuminirten Abschriften der Bibel nnd des Misohne-Thora, welche beide nur wenige Jahre vor der Austreibung der Jaden aas Spanien nnd Portugal vollendet warfen, za einer Zeitr also, alz die Erde schon unter ihren Füssen brannte. -I