Jüdisches Litteratur-Blatt
- Journal
- Jüdisches Litteratur-Blatt
- Volume
- 17 (1888)
- Issue
- N° 46. (15.11.1888)
- Date
- 1888-11-15
- Page
- Seite 180 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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180 Ende aas, Or. 1467 mit HinsafÜgang einer anderon Tokalisation der Verse 32, 16—22 aas Cod. Petrop. 132 and Cod de Bossi 12, weloh’ letsterer, wie aasdrfioklioh vom Sahreiber angegeben ist, nach einer babylonischen Handsobrift vökalisirt worden ist. Hieraaf folgt Gen. Cap. 1—4 aas Or 2228; Gen. Cap. 24 and 49, Rxod Cap.-15 and 20—24 aas Or. 2363; Hab. Cap. 3 aas Brit. Mas. Or. 1470 and dem Reucblinianas; Jad. Cap. 5 and 2 Sam. Cap. 22—23, 7.aas Or. 2210; schliesslich Jes. 52, 13—53, 12 and die Bficher Jona and Micha aas Or. 2211. Zar Vergleichang werden die besten Handschriften and Aasgaben mit palästinensischer Panktation herangesogen. (Schluss folgt.) Rottmann, B. Isaak Henneganer. 1888. Im swölften (September-)Hefte der gediegenen Monatsschrift ״»Vom Fels znm Meer“ gelangt ein hochinteressanter Roman zam Abschluss, der in anserer antisemitisch angehaachten Zeit als eine litterarische That in <:es Wortes e leister Bedeatnng angesehen werden darf. B. Rottmaan (Pseudonym fhr eine hochgestellte Persönlichkeit, deren Iacognito nicht gelüftet werden darf) stellt ans in dem Helden des Romans, in Isaak Hennegaaer, einen Jaden voll Pflichtbewusstsein and Seelengrösse dar, einen Mann, der jeder Nation zar Zierde gereichen würde, der aber, weil er Jade, den gröbsten Anfeindungen, -den entehrendsten Verdäohtigangen aasgesetzt ist and überall, wo er Dank za ernten berechtigt wäre, dem grössten Undank begegnet. — Wie Leasing zur Zeit mit der Idealgestalt seines »Nathan“, so hat B Rottmann mit seinem ״Isaak Hennegaaer“ eine auf der Bildfläche der Zeit schwebendo Frage gestreift und Dankenswerthes za ihrer Lösung beigetragen. Der pseudonyme Verf. ist jedenfalls ein anf der Höhe der Zeit und über den Parteien stehender Mann, sein Werk reiht sich den gediegensten der modernen Romanlitleratnr an und dürfte von allen Vorarthe^lslosen als ein wichtiger Beitrag zar Lösung der konfessionellen Frage begrüsst werden. J. B. Liitterarlscbe Notizen. 2. Algebra. Das Wort Algebra ist bekanntlich arabischen Ursprungs, and helleni tiges Zifferdenn die Araber (Maaren) brachten orientalische *che Wissenschaft and Kunst nach West-Europa. und 80 aaol! mit der Mathematik und Astronomie unser heu- und Zahlensystem Sogar die Form unserer Zifiera entstammt den arabischen Zifferformen: nur sind die unserigen modiücirt aid vereinfacht. Die Grundform bilden senkrechte und Querstriche: Ein senkrechter Strich ist gleich 1, zwei Querstriche anter einander, beim SchnellsChreihen mit einander verbanden \ on dem Ende des obern Querstrichs nach dem Anfang des untern gleich Z, drei solcher Querstriche unter einander und Seim Schnellschreiben verbunden gleich 4. Man schrieb mit jStanb ablassenden Stiften (Schiefer, Kreide, Röthel), daher Gobarl (״ לפרStaub“), lat. abacus gleich .״ אבלStaub“ genannt und bezeicbnete die Rechentafeln und Rechenschrift damit. (”Oil) ״verbinden, vereinigen (Gleichartiges), vergleichen“ abgel sttet; danach soll ״Algebra“ die Berechnung der ״Gleichungen“ bezeichnen. Richtiger ist wohl die Ableitung von djabar (?abar גבר)» Die Verwechselung der arab. Buchstaben ha (ח) un djia (j), welche gleiche Form haben and sich nur durch den diakritishen Punkt unterscheiden, erklärt diese verschiedena ־tige Etymologie hinreichend; djabar (נבר) heisst hoch, stark 1 ein, hervorragen, und soll, auf den hochgestellten Exponenten n der algebraischen Rechenkunst hinweisen Mit gabar hängt auch Gibraltar zusammen, ebenso ״Giebel (djebel arab, ״Berg“. Höhe)“, Gipfel WipfeL Ghibelinen (Hohenstaufen).•‘ Das arab. g O wird aspirirt dj gesprochen wie in gänäral. Von djabar entstammt Chiffre, Ziffer. Vielleicht aber auch ist s anderes, als das obige gobnr, womit die Rechen- Algebra nicb tatel und Rec lenkunst bezeichnet wurde; infänglich aut Rechenkunst im AU bezogen. welchem er der Vorrede;emeinen, nacher soeciell aut Buchstabenrechnung R-A. 3. Italien Der katholische Geistliche Dr Malatera hat ein Werk veröffentlicht unter dem Titel ״Scritto Morale“ in der Juden in sehr ehrender Weise erwähnt In;. B. sagt er, dass in keiner Schritt der Alten die Begriffe, ..G<tt, Moral und Unsterblichkeit“ deutlicher entwickelt sin' als in den Schritten der Juden. 4. London I seiner Reise j 3000 Docum j JndeD, besonc י ־: Bezug haben Wie verlautet, hat Herr Joseph Jacobs von in Spanien einen detaillirten Bericht über fast epte, welche auf die Geschichte der spanischen!ers in den Königreichen Aragonien and Navarra mitgebracht I. Priestersege■ fn dem אך־׳א beginnenden Einleitungsgebet zum Priestersegen der Tefilin wird קדשך C> meistens fälsch constrnirt und anf □כהר als Opposition bezogen, anstatt auf das Object in ברבנו. Der Zusammenhang ist folgender: ״Segne ans'mit dem dreifachen, in der von Moses, deinem Knecht, geschriebenen Thora enthaltenen and von Ahron and seinen Sötmen, den Priestern, gesprochenen Segen, ans, dein heiliges Volk“. Die Constraction ist etwas schwerfälliges, aber doch durchsichtig. So versteht man aach den Usas, nach welchem der Vorbeter die Priester laut auffordert (D’JTO laut betonend), die Gemeinde aber dagegen הרשך DV laut betont und aasraff. Er soll dadurch dem hierarchischen VorartheU begegnet werden, dass die Priester sich etwa bevorzugt and in Ueberhebung aUein für heilig halten. Vielmehr sind die Priester Israels im Dienste Gottes nur berufen, im Aufträge Gottes seine heiligen Namen aber das ״heilige Volk“ zu sprechen, d. h. Gott za bitten, dass er seihet komme und es segne. Ganz in Uebereinstimmnng mit Num 6 Ende: ״Sie (die Priester) sollen meinen (Gottes* Namen auf die Kinder Israel legen, auf dass ich (Gott) sie segne“. Den Priestern in Israel ist nicht die Macht gegeben^ za segnen (za binden and za lösen); sie sind nur Gottes Diener and Beauftragte; sie beten, Gott segnet. Der hierarchischen Ueberhebang seitens der Priester ist in Israel durchgängig von Altera her ein Riegel vorgeschoben, and demgemäss wird es bis heate gehalten. Zeugnias dessen ist aach hier 1 ישןp 0ל• — Woher die eingebildete Furcht vor hierarchischer Macht unserer ״Rabbiner“ stammt ist ist ein Rathsei. Sie scheint artheilslos and blindlii gs lediglich vom Christenthnm übertragen; sie hat im Jadentbam weder Grand noch Wurzel, weder vormals noch heate. B.-A. 5. Loado ״Athenäum“ scheinungen schreibt, erwj Pierson ״O! besteht aus e: quelle unsere! striren. Er ausgewählt, Originalcharal Gesetzgeber behandelt er Fräulein E. van Campen, welche in dem nter der Section ״Holland die litteraschen Erjeses Landes während der letzten 12 Monate be- ,hnt u. A. ein schönes Work des Professors steljike Voorouders" (Geistesvorfahren) Dasselbe .er Reihenfolge von Aufsätzen, welche d׳e Haupt- Civilisation und unseres geistigen Lebens illuhat das Volk Israel seiner Religiou wegen :(־zählt nun seine Geschichte, zeichnet seine itere, die Propheten and ihre Ideale die Priester, d Weisen. Von den dichterischen Erzeugnissen Job' und das ״Hobe Lied". 6. Paris. Vor einiger Zeit starb der bekannte Hebraist Levy Bing. Dieser hatte sein Leben der schwierigen Auff. •» , 11.1-.,r-.L. — — 1-'—J— —*־־ demselben־ der erste Thoil seines Buches ״La Lingaistique devoilee“ (die enthüllte Sprachwissenschaft), in welcher er seine etwas ntopiscl en Ideen zu vertheidigen suchte. Der Verstorbene war übir 30 Jahre beständiger Mitarbeiter an den ״Archives Israslites“. 7. Paris. \ in Verlage von Armand Durlacher werden demnächst erscheit en: ״Entwurf über die Geschichte der Israeliten in Tunis“ von X Cazes, Director der AUianceschale in Tanis; ״Die Juden in Paris seit d*m VI Jahrhundert“ von Leon Kahn (Hülfssecretär les isr. Consistoriums in Pari■!) mit einem Vor- Worte des Ober■abbiners Zadok Kahn: ״Band IV der französuchen Ueber*!tzang von Grätz’ ״Geschichte der Juden“ von Bloch, ftabbi: 1er in Versailles“ und eine zweite Auflage von Oberrabbiner V ,ogue’s ״Wegweiser für Gläubige and Israeliten“. 8. Chroae] ״Jw Chron." steine za einer Die Inschrift tober ים־ט fQg^und kann *) Es wird Chr.“ sein 0 d je iltgtseke Hot 11. In Manchester worden nach n Sonntag, den 21 October d. J , zwei Grand- , jeichenhalle auf dem jüdischen Friedhofe gelegt. einen hat das Datum: Sonntag, den 21. O0- -.חשויסדו Der 15. Cheechwan war aber am nie auf einen Sonntag fällen, weil לא אדו ראש»*) I» Cohen. ein leicht verzeihlicher Druckfehler im ״Jew. st VB). Red. Verantwortlicher Redactear Dr. Rahmer, Magdeburg. Druck von D.LWolff. ) lagdebarg. Verlag von Robert Friese, Leipzig,